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Hollow Man - Unsichtbare Gefahr Drucken E-Mail
Review zum Horrorfilm von Paul Verhoeven Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 26 Oktober 2009
 
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Hollow Man - Unsichtbare Gefahr
(Hollow Man, USA 2000)
 
Hollow Man - Unsichtbare Gefahr
Bewertung:
Studio/Verleih: Columbia Pictures
Regie: Paul Verhoeven
Produzenten: Alan Marshall, Douglas Wick & Marion Rosenberg
Drehbuch: Andrew W. Marlowe
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Jost Vacano
Schnitt: Mark Goldblatt
Genre: Horror/Thriller
Kino-Start (Deutschland): 12. Oktober 2000
Kino-Start (USA): 04. August 2000
Laufzeit: 112 Minuten
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD (Kinofassung), DVD (Director's Cut), Blu Ray (Director's Cut)
Mit: Kevin Bacon, Elisabeth Shue, Josh Brolin, Kim Dickens, Greg Grunberg, Joey Slotnick, Mary Randle, William Devane, Rhona Mitra u.a.


Kurzinhalt: ImageEine Gruppe von Wissenschaftlern arbeitet in einer geheimen Forschungseinrichtung tief unter der Erde an einem Unsichtbarkeitsserum. Der erste Schritt, nämlich die Phasenverschiebung und die damit einhergehende Unsichtbarkeit, ist den Wissenschaftlern im Tierversuch bereits gelungen. Nun gilt es noch, einen Weg zu finden, um diesen Prozess wieder erfolgreich umzukehren. Nach langer, zäher Forschungsarbeit und unzähligen erfolglosen Computersimulationen gelingt dem Wissenschaftler Sebastian Caine dann schließlich der Durchbruch, und der Versuch, einen unsichtbaren Gorilla aus dieser Phasenverschiebung zurückzuholen, gelingt. Nun ist man aus Sebastian's Sicht soweit, das Experiment an einem Menschen durchzuführen, wofür er sich auch gleich freiwillig meldet. Die Prozedur gelingt, und Sebastian wird unsichtbar. Doch als man drei Tage später versucht, den Prozess wieder umzukehren und ihn wieder sichtbar zu machen, kommt es aus unerklärlichen Gründen zu Problemen, und das Verfahren misslingt. Zuerst ist Sebastian extrem frustriert und wird zunehmend deprimiert und aggressiv, doch nach ein paar Ausflügen in die Außenwelt beginnt er seinen neuen Zustand zunehmend zu genießen – und diese Macht auf schreckliche Art und Weise auszunutzen.

Review: Als ich mir kurz nach der DVD-Veröffentlichung "Hollow Man" aus der Videothek geholt habe, hatte ich eigentlich mit einem enorm spannenden und beängstigenden Film mit zahlreichen Schockeffekten gerechnet, in dem die Bedrohung jederzeit und überall lauern kann. Insofern war ich sehr – unangenehm – überrascht, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt, nicht mal eine Sekunde lang, wirklich gegruselt habe. Man sollte meinen, dass ein Film über eine unsichtbare Bedrohung ja eigentlich prädestiniert dafür wäre, den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen, doch entweder war dies nie Paul Verhoeven's Absicht, oder er ist schlicht und ergreifend damit gescheitert. Zwar bin und grundsätzlich kein Freund von billigen Schockeffekten, wo auf einmal aus dem Nichts eine Gefahr oder ein schreckliches Monster auftaucht – meist begleitet von einem plötzlichen Anstieg der Lautstärke – aber bei "Hollow Man" hätte der eine oder andere dieser Momente nun wirklich nicht geschadet. Zumal es Verhoeven leider auch nicht wirklich versteht, eine beängstigende Atmosphäre aufzubauen. Ein Hauptgrund dafür ist meines Erachtens, dass er uns zu oft verrät, wo sich der Unsichtbare gerade befindet. Manchmal durch verräterische Anzeichen, überwiegend aber dadurch, dass wir immer wieder kurze Momente aus seiner Perspektive verfolgen. Dadurch geht einer der wesentlichen beängstigenden Aspekte dieser Grundidee – wo befindet er sich gerade? – verloren.

ImageDer Grund, warum sich Verhoeven für diese Herangehensweise entschieden hat, war wohl, damit sich der Zuschauer mit dem Unsichtbaren identifiziert. Und tatsächlich hätte darin viel Potential bestanden, wenn wir ähnlich wie Sebastian in eine Art Machtrausch verfallen und es genossen hätten, die anderen Figuren zu beobachten, ihnen Streiche zu spielen, und im Prinzip alles tun und lassen zu können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Leider jedoch scheitert Verhoeven auch damit. Einerseits, da Sebastian Caine bereits vor der Prozedur ein Mistkerl ist, bei dem es insbesondere seine Überheblichkeit den meisten äußerst schwer machen sollte, sich in ihn hineinzuversetzen. Andererseits hätte er aber um diesen Effekt zu erzielen ihn auch konsequenter durchziehen und uns viele Szenen fast ausschließlich aus seiner Perfektive und quasi mit seinen Augen zeigen müssen. So wie es umgesetzt wurde, ist es leider nicht Fisch und nicht Fleisch. Die wenigsten werden sich mit diesem von vornherein unsympathischen Charakter identifizieren können, und auch in die Opfer kann man sich nur bedingt hineinversetzen, da wir ihnen gegenüber allzu oft einen Informationsvorsprung haben.

Paul Verhoeven's diesbezügliches Scheitern ist wirklich enorm schade, da beides viel Potential besessen und "Hollow Man" zu einem deutlich besseren Film gemacht hätte. Wir alle haben unsere Geheimnisse oder auch einfach Momente, in denen wir uns nur ungern beobachten lassen würden. Der Gedanke, dass jemand herumstreift, der dich ständig beobachten kann, ohne dass du es mitbekommst, ist wirklich beängstigend. Gelegentlich wird eben dies im Film zwar gestreift – wie z.B. in jener Szene, als eine der Wissenschaftlerinnen die Toilette benutzt – aber eben leider viel zu selten und zu oberflächlich, als dass es nachhaltige Wirkung haben und eine beängstigende Atmosphäre hätte erzeugen können. Gleichzeitig erleben wir, wie Sebastian zunehmend den Rest an Menschlichkeit den er noch besessen hat verliert und seine neu gewonnene Freiheit auf immer abscheulichere Arten ausnutzt. Zuerst spechtelt er nur, dann vergewaltigt er seine Nachbarin (in einer für Verhoeven erstaunlich harmlosen Szene; bitte versteht mich nicht falsch, ich bin kein Gewaltfetischist, aber die Harmlosigkeit, mit der dies inszeniert wurde macht es schwer, die Abscheulichkeit seiner Tat so richtig zu erfassen) und schließlich schreckt er sogar vor Mord nicht zurück. Schade nur, dass Verhoeven dadurch, dass er unbedingt beides erreichen wollte – eine Identifikation sowohl mit dem Täter als auch mit den Opfern – im Endeffekt in beiden Belangen scheitert. Dadurch funktioniert "Hollow Man" weder als moralisches Drama noch als beängstigender Horrorfilm, und hinterlässt einen äußerst hohlen und unbefriedigenden Eindruck.

ImageDer Mangel an Spannung und einer beängstigenden Atmosphäre ist definitiv die größte Schwäche des Films. Aus meiner Sicht hätte es definitiv mehr Szenen mit Sebastian an der Oberfläche gebraucht, in denen er einfach durch die Menge wandelt. Stattdessen spielt sich ein Großteil der Handlung im unterirdischen Bunker ab, wo man dank Infrarotkameras und –brillen zumindest ansatzweise die Möglichkeit hat, seine Schritte zu verfolgen (auch wenn Sebastian im weiteren Verlauf des Films Wege findet, dies zu umgehen). Leider lässt es "Hollow Man" selbst im letzten Drittel, in dem Sebastian im Bunker jagt auf seine Kollegen macht, an Spannung vermissen. Neben der erstaunlich unatmosphärischen Inszenierung ist der Hauptgrund dafür wohl die oberflächliche Charakterisierung der anderen Figuren. Zu keiner von ihnen baut man eine richtige Beziehung auf, so dass man am Ende mit ihnen mitfiebern könnte. Zudem hetzt Verhoeven zuletzt – nachdem es davor doch die eine oder andere Länge gegeben hat – durch den Showdown. Statt die Idee des unsichtbaren Killers möglichst lange auszukosten und eine paranoide, beklemmende Grundstimmung zu erzeugen, verlegt er sich in erster Linie auf Actioneinlagen und hektische Kämpfe. Auch hier wurde sehr viel an Potential verschenkt.

Trotz seiner Schwächen hat "Hollow Man" aber auch ein paar gute Seiten, die es zumindest ansatzweise lohnend machen, ihn sich mal bei Gelegenheit anzusehen (sofern man keinen gänsehauterzeugenden Horrorschocker erwartet). Die schauspielerischen Leistungen sind zwar keineswegs oscarverdächtig, bewegen sich im Bereich des Horrorgenres aber definitiv über dem Durchschnitt. Der Soundtrack von Jerry Goldsmith kann zwar mit Sicherheit nicht zu seinen besten Arbeiten gezählt werden, dennoch liefert er eine sehr passende und angenehm klassische Musikuntermalung, die sich nicht einfach nur auf atmosphärische Klänge beschränkt. Und auch wenn der Film insgesamt betrachtet sehr zu wünschen übrig lässt, so gibt es doch die eine oder andere gelungene Szene. Die wohl größte Stärke des Films sind aber die visuellen Effekte. Selbst knapp 10 Jahre später sehen diese in keinster Weise veraltet aus, sondern wirken "up to date" und sehr überzeugend. Schon allein die Verwandlungsszenen sind optisch interessant und sehr gut umgesetzt. Noch besser gefallen mir aber sogar noch jene Momente, in denen der Unsichtbare aufgrund von äußeren Einflüssen (Dampf, Blut, Wasser) schemenhaft zu erkennen ist. Der größte Augenöffner des Films ist für mich ganz klar der Kampf im Pool, der einfach phantastisch aussieht. Schade nur, dass sich der Rest des Films nicht einmal annähernd auf diesen Niveau bewegt.

Fazit: ImageIm Konzept eines unsichtbaren, machtberauschten Mannes steckt grundsätzlich das Potential für einen großartigen, beängstigenden Film. Eben das ist "Hollow Man" aber leider nicht. Paul Verhoeven streckt sich in zu viele Richtungen, und kommt im Endeffekt in keiner davon wirklich ans Ziel. Um uns in den Protagonisten hineinzuversetzen und uns sein Machtgefühl und den daraus resultierenden moralischen Verfall miterleben zu lassen, hätte es eine Figur gebraucht, die nicht schon vor der Verwandlung wie ein arrogantes Arschloch rüberkommt. Und wenn er uns angesichts der Idee einer unsichtbaren Präsenz in unserer Nähe in Angst und Schrecken versetzen wollte, hätte er uns nicht ständig durch dessen Augen zeigen dürfen, wo sich der Unsichtbare gerade befindet – wodurch sich sämtliche Spannung in Luft aufgelöst hat. "Hollow Man" verfügt zwar über die eine oder andere gelungene Szene, und die Effekte können selbst knapp 10 Jahre später noch begeistern, aber leider funktioniert er weder als psychologisches Drama über den Verlust der Menschlichkeit durch zu viel Macht, noch als angsteinflößender Horrorfilm über einen unsichtbaren Schrecken, der sich überall befinden und jederzeit unerwartet zuschlagen kann. Vor allem für einen Paul Verhoeven-Film, der sonst bei weitem nicht so zimperlich ist und sich kompromisslos mit Sex, Gewalt und den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigt, ist der überraschend harmlose "Hollow Man" eine herbe Enttäuschung.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Columbia Pictures)


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