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Der Amphibienmensch Drucken E-Mail
Science-Fiction-Klassiker aus der Sowjetunion Kategorie: Filme - Autor: Björn Flügel / Maja Hill - Datum: Samstag, 05 Dezember 2009
 
Der Amphibienmensch
(Chelovek-Amfibiya, Sowjetunion 1962)
 
Der Amphibienmensch
Bewertung: siehe Reviews
Studio/Verleih: Icestorm Entertainment (DVD)
Regie: Vladimir Chebotaryov, Gennadi Kazansky
Drehbuch: Akiba Golburt, Aleksei Kapler, Aleksandr Ksenofontov (nach einer Vorlage von Aleksandr Belyaev)
Musik: Andrei Petrov
Kamera: Eduard Rozovsky
Genre: Science-Fiction Drama
Kinostart (DDR): 21. Dezember 1962
DVD-Veröffentlichung (BRD): 11. März 2009
Laufzeit: 92 Minuten (DVD)
Altersfreigabe: Ab 6 Jahren
Homepage: klick
Kaufen: DVD
Mit: Vladimir Korenev, Anastasiya Vertinskaya, Mikhail Kozakov, A. Smiranin, Nikolai Simonov, Vladlen Davydov u.a.



Inhalt: Fischer melden das Auftauchen eines menschenähnlichen Wesens mit Schuppen und riesigen Krötenaugen an der Küste eines kleines Örtchens. Des Nachts hätten sie gesehen, wie es auf einem Delphin ritt und in ein Muschelhorn blies. Die Menschen beginnen das Wesen zu fürchten, da behauptet wird, es hätte zwei Frauen mit in die Tiefe genommen und sie geben ihm den Namen "Seeteufel".

Eines Tages rettet der Seeteufel, der niemand anders als der Sohn des zurück gezogen lebenden Dr. Salvator ist, dem Mädchen Guttiere das Leben und verliebt sich in sie. Guttiere ist jedoch dem reichen Don Pedro versprochen, da ihre Familie ihm viel Geld schuldet.

Ichthyander, so der wahre Name des Seeteufels, wurden als Kind von seinem Vater die Kiemen von einem Hai implantiert, da er schwer lungenkrank war. Sein Vater, der mit der Gesellschaft sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatte, hielt seinen veränderten Sohn von der Zivilisation fern, damit ihm kein Leid geschehen möge. In Ichthyander mehrte sich jedoch die Sehnsucht nach dem Land und irgendwann ließ er sich von seinem Vater nicht mehr zurückhalten. Doch der Liebe zwischen ihm und Guttiere wird von den anderen Menschen keine Chance gegeben und endet tragisch.

Review von Björn Flügel:Die Inhaltsangabe zu "Der Amphibienmensch" liest sich wie eine Mélange aus "Der Schrecken vom Amazonas" und "Arielle, die Meerjungfrau". Der Film erwies sich 1962 als großer Erfolg an den (östlichen) Kinokassen und wurde später mehrfach im DDR-Fernsehen und sogar in jüngster Zeit in den dritten Programmen wiederholt, weshalb er auch hierzulande einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des sowjetischen Schrifstellers Alexander Beljajew, der seinerzeit internationales Ansehen erringen konnte. Dank Icestorm Entertainment liegt "Der Amphibienmensch" heuer als DVD vor und wartet darauf, in die Hände von SF-Nostalgikern zu gelangen.

"Der Amphibienmensch" hat einiges zu bieten. Die Unterwasseraufnahmen sind opulent gemacht, die Musik unterstreicht dabei deren episches Ausmaß. Die Ausstattung wartet mit reichlich phantasievollen Details auf, und wer sich für Filme wie "20.000 Meilen unter dem Meer" oder "Unter Wasser rund um die Welt" begeistern kann, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen. Gerade in diesem Bereich gelingt es dem Film auf beeindruckende Weise, mit seinen Vorbildern zu konkurrieren und eine stimmige Atmosphäre zu schaffen, die dem eigentlichen Thema durchaus gerecht wird.

"Der Amphibienmensch" ist eine tragische Liebesgeschichte und ein Außenseiterportrait zugleich. Ichthyander, der als "Seeteufel" gefürchtete Amphibienmensch, verliebt sich in die schöne Guttiere, die von ihrem Vater aus finanziellen Gründen mit dem niederträchtigen, aber wohlhabenden Geschäftsmann Don Pedro verheiratet wird. Er wird schließlich gefangen und gezwungen, nach Perlen zu tauchen. Seine Liebe zu Guttiere bleibt unerfüllt, ebenso wie er daran scheitert, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Bemerkenswert ist auch die Bildsprache, die einen trefflichen Eindruck von der Einsamkeit Ichthyanders vermittelt. In langen aber keineswegs langweiligen Sequenzen wird er in seinem Element - dem Wasser - portraitiert. Dabei wird stets seine Verbundenheit mit der Fauna des Meeres hervorgehoben. Gleichzeitig erhalten aber auch seine Neugier und sein Interesse an den Menschen und deren Lebensart den entsprechenden Stellenwert.

Mit erstaunlicher Zurückhaltung kritisiert der Film den Kapitalismus, was gerade deswegen eminent ist, da der Film in Zeiten des kalten Krieges entstand. Als Ichthyander beispielsweise die Stadt aufsucht, dominieren Reklametafeln das Erscheinungsbild und verweisen damit auf die Konsumgier jener Menschen, die ihn schließlich einfangen zu ihren kapitalistischen Zwecken missbrauchen. Auf hervorragende Weise wird hierbei der Kontrast zu Ichthyanders nobler Herkunft und seiner Unschuld im philosophischen Sinne hervorgehoben. Diese Dinge passen insgesamt ins Konzept des Films, welches wiederum eine (aus damaliger Sicht) zeitgemäße Imitation klassischer Märchenmotive ist.

Nun, meine Erwartungen hat "Der Amphibienmensch" dennoch nicht erfüllt. Ich möchte es folgendermaßen formulieren: Der Film liefert immer Stichworte, ohne diese weiter fortzuführen. Beispielsweise wird die Absicht Ichthyanders Vaters, Dr. Salavator, eine "bessere" Gesellschaft zu schaffen, lediglich am Rande erwähnt. Auch wird die Verantwortung der Wissenschaft bzw. die Warnung vor deren Missbrauch lediglich angerissen. Gerade diese Aspekte hätten den Film inhaltlich aufgewertet und zu einem ausgezeichneten SF-Film machen können. Es mag sich mir nicht erschließen, warum man eine solche Prämisse wählt und dann die sich daraus ergebenden Möglichkeiten nicht nutzt. So bleibt unter dem Strich nur ein Liebesdrama um einen Außenseiter vor einer SF-Kulisse mit großem Potenzial, das jedoch kaum ausgeschöpft wird.

Wertung von Björn Flügel:4 von 10 Punkten
Björn Flügel


Review von Maja Hill:Obwohl der Film schon fast ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, tut dies seinem Charme keinen Abbruch. Gedreht wurde "Der Amphibienmensch" nach einer Erzählung von Alexander Beljajew, welcher auch am Drehbuch mitarbeitete.

Getragen wird der ScienceFiction-Film durch seine ausnahmslos guten Darsteller und auch technisch lässt die Produktion für damalige Verhältnisse nichts zu wünschen übrig.

Die gute Synchronisation der DEFA-Studios zeigt, dass man sich dabei große Mühe gegeben hat. Desweiteren bietet die DVD auch gutes Zusatzmaterial, wie Infomaterial über die beiden Regisseure sowie Bilder vom Film und den Trailer.

Wertung von Maja Hill:10 von 10 Punkten

Maja Hill
(Bilder © Icestorm Entertainment)

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