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Star Trek VII - Treffen der Generationen Drucken E-Mail
Kirk & Picard in einem durchwachsenen Abenteuer Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 04 Mai 2009
 
Star Trek VII - Treffen der Generationen
(Star Trek VII - Generations, USA 1994)
 
Star Trek VII - Treffen der Generationen
Bewertung:
Studio/Verleih: Paramount Pictures
Regie: David Carson
Produzenten: Rick Berman, Peter Lauritson und Bernard Williams
Drehbuch: Ronald D. Moore und Brannon Braga
Musik: Dennis McCarthy
Kamera: John A. Alonzo
Genre: Science Fiction
Kinostart (Deutschland): 09. Februar 1995
Kinostart (USA): 18. November 1994
Laufzeit: 118 Minuten
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD, Special Edition, Soundtrack, Roman zum Film
Mit: Patrick Stewart, William Shatner, Malcolm McDowell, Jonathan Frakes, Brent Spiner, LeVar Burton, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, James Doohan, Walter Koenig u.a.


Kurzinhalt: Captain Kirk ist als Besucher auf der Jungfernfahrt der Enterprise-B an Bord. Was als Spazierflug gedacht war, entwickelt sich schon bald zu einer gefährlichen Rettungsmission, als ein Schiff mit Flüchtlingen in einen gefährlichen Energiewirbel, Nexus genannt, gerät. Es gelingt der Enterprise zwar, die meisten der Flüchtlinge zu retten und auch sich selbst wieder aus dem Wirbel zu befreien, doch der Einsatz kostet Kirk – so scheint es zumindest – das Leben. 78 Jahre später feiert die Crew der Enterprise D die Beförderung von Worf zum Commander. Zumindest für Captain Picard währt die Freude nicht lange, erhält er doch traurige Nachricht von der Erde: Seine Familie ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Während er noch versucht mit diesem Schicksalsschlag fertig zu werden bahnt sich die nächste Krise an: Eine Forschungsstation berichtet von einem Angriff. Bei der Raumstation angekommen findet ein Außenteam lediglich einen Überlebenden: Dr. Soren, den Leiter des Projekts. Dieser besteht darauf, dass er sein Experiment unbedingt zeitgerecht durchführen muss – doch Captain Picard möchte zuerst in Erfahrung bringen, was genau auf der Station vorgefallen ist.

ImageGuinan warnt den Captain kurz darauf vor Soren: War er doch gemeinsam mit ihr auf dem gleichen Flüchtlingsschiff, dass vor knapp einem Jahrhundert durch die Enterprise-B gerettet wurde. Doch der Nexus ist mehr als nur ein Energiewirbel, er bietet zugleich eine paradiesische Phantasiewelt, die jedem Besucher seinen jeweiligen Traum erfüllt. Soren war für kurze Zeit in diesem Nexus, ehe er von der Enterprise-B gerettet wurde – seitdem setzt er alles daran, wieder dorthin zurückkehren zu können. Genau dazu dient auch sein Experiment: Er lässt Sonnen explodieren, um die Flugbahn des Nexus zu verändern, und so wieder zu ihm zurückkehren zu können. Doch sein nächstes Ziel ist ein bewohntes Sonnensystem: Milliarden von Leben stehen auf dem Spiel. Captain Picard versucht, ihn aufzuhalten, scheitert allerdings und gerät in den Nexus. Dort trifft er auf Captain Kirk – und gemeinsam beschließt man den Nexus zu verlassen und Dr. Soren das Handwerk zu legen.

Review: "Treffen der Generationen" war der erste Star Trek-Film, den ich im Kino gesehen habe. Als großer Fan sowohl der alten Serie als auch von TNG hatte ich an den Film sehr hohe Erwartungen, die leider nicht im Geringsten erfüllt wurden – und das hat mehrere Gründe. Einer davon ist sicherlich, dass das (im deutschen) titelspendende "Treffen der Generationen" gerade mal 10 Filmminuten dauert – wer sich damals so wie ich erwartet und erhofft hatte, dass Kirk und Picard den ganzen Film über Seite an Seite kämpfen würden, wurde daher von vornherein ziemlich enttäuscht. Ein weiteres großes Problem ist die hakenschlagende Handlung, die aus einzelnen Mini-Episoden zu bestehen scheint, statt eine flüssige und kohärente Geschichte zu erzählen. Einige dieser Kurzgeschichten sind zwar durchaus gelungen (wie der Einstieg mit Kirk oder auch die Trauer von Picard über den Verlust seiner Familie), passen aber nur bedingt zueinander. Auch der optische Bruch an Bord der Enterprise-D stört ein wenig. Wenn man sich ansieht, wie man die Brücke der alten Enterprise fürs Kino völlig neu designt hat, fällt es zwar schwer sich daran allzu sehr zu stören, aber mein erster Gedanke nach den ersten Szenen auf der Enterprise war: Könnte bitte jemand das Licht aufdrehen?

ImageEin weiteres Problem ist der dramaturgisch arg schwächelnde Mittelteil. Nach dem spektakulären Beginn mit der Rettungsmission schläft der Film ein wenig ein. So positiv ich es grundsätzlich auch finde, uns Captain Picard mal von einer gänzlich anderen Seite zu zeigen, es verlegt den Schwerpunkt der Handlung zu sehr auf die Familientragödie, worunter die Spannung stark leidet. Vor allem aber dauert es auch viel zu lange, bis die Handlung endlich wieder an Fahrt aufnimmt und die Bedrohung durch Dr. Soren wieder in den Mittelpunkt des Geschehens rückt. Auch die Idee mit Data's Gefühlschip stellt sich im Endeffekt als schwerer Fehler heraus – zumindest so, wie es in "Treffen der Generationen" umgesetzt wurde. Egal ob Data lauthals lacht, bitterlich weint oder sich ängstlich verkriecht, die entsprechenden Szenen haben nur selten die gewünschte Wirkung und schrammen hart an der Grenze zur unfreiwilligen Komik vorbei. Kein Wunder, dass man sich für "Der erste Kontakt" etwas einfallen ließ, damit Data seinen Emotionschip auf Wunsch auch wieder abschalten kann.

Das größte Problem des Films ist aber die im Mittelpunkt stehende Idee des Nexus. Mal ganz abgesehen davon, dass ich es ohnehin ziemlich traurig finde, dass ihnen nichts besseres eingefallen ist als diese völlig unausgegorene Deus Ex Machina, um Kirk und Picard vor der Kamera zu vereinen, ergeben sich dadurch Logiklöcher die so groß sind dass dagegen selbst das bajoranische Wurmloch so klein wie ein Salzkorn erscheint. Warum fliegt Dr. Soren z.B. nicht einfach mit einem Raumschiff in den Nexus hinein? Genau so ist er doch auch ursprünglich darin gelandet, oder etwa nicht? Dass Zeit und Raum im Nexus keine Rolle spielen, ist auch ein netter Zufall – nichtsdestotrotz wirkt es ein wenig seltsam, wenn man von Guinan erfährt dass Kirk wie auch Picard gerade erst angekommen ist; was wohl auch daran liegen könnte dass man bei Guinan NICHT das Gefühl hat, sie wäre erst seit gerade eben hier. Außerdem beginnt man am Ende doch ein wenig an den geistigen Fähigkeiten von Kirk und Picard zu zweifeln: Wenn ihnen jeder beliebige Punkt in Zeit und Raum zur Verfügung steht, warum springen sie genau an diesen Punkt, an dem es vergleichsweise schwer fällt, Soren aufzuhalten? Warum lassen sie sich vom Nexus nicht direkt zur Rakete bringen? Warum geht Picard nicht allein zurück, doch statt nur wenige Minuten vor der Explosion gleich zwei Tage früher, um Dr. Soren seelenruhig an Bord der Enterprise festnehmen zu können?

ImageWo wir schon mal dabei sind: Warum geht er nicht gleich eine Woche in der Zeit zurück, um den tragischen Tod seiner Familie zu verhindern? Ehrlich, das ganze ist derart lächerlich und völlig unüberlegt, dass man sich fragen muss, welche geistig hochbegabten Drehbuchautoren sich diesen Schmarrn nur ausgedacht haben. Zumal es dem Showdown auch sämtlicher Spannung beraubt. Mal ganz abgesehen davon, dass am Ende zwischen der Konfrontation auf der Brücke und dem Start der Rakete mehr als doppelt so viel Zeit vergeht wie beim ersten Mal, was kann denn schon großartig passieren, wenn es Kirk und Picard wieder nicht gelingt? Dann landen sie eben erneut im Nexus, und probieren es einfach noch einmal... und noch einmal, und noch einmal – so lange bis sie schließlich und endlich mal erfolgreich sind. Dadurch reduziert sich die Spannung praktisch auf Null, da ein Scheitern der beiden nicht die geringsten Auswirkungen hätte.

Trotz aller berechtigter Kritik, "Star Trek VII" hat auch seine Stärken. William Shatner und Patrick Stewart harmonieren vor der Kamera großartig miteinander – ihre (viel zu wenigen) gemeinsamen Szenen sind ganz klar das Highlight des Films. Vor allem jene Szene als Kirk seinem Nachfolger empfiehlt jeden Moment zu genießen und sich das Kommando ja nicht wegnehmen zu lassen, hat es mir angetan. Ja selbst Kirk's Sterbeszene, die vielen sauer aufgestoßen ist, konnte mir gefallen. Ja, für solch eine Ikone war es schon ein etwas profaner Tod, aber gerade das fand ich unerwartet und originell - von der leicht ironischen Note (Captain auf der Brücke - Brücke auf dem Captain) mal ganz abgesehen. Auch Picards Moment im Nexus, als ihm sein scheinbar größter Traum erfüllt wird, und er sich dennoch dazu entschließt ihm den Rücken zu kehren, weiß zu gefallen – wenn mir auch die Kostüme etwas zu viktorianisch und seine Frau dann doch etwas zu hausmütterlich brav war. Generell bekommt Patrick Stewart hier endlich wieder einmal die Gelegenheit, seine Schauspiel-Muskeln zu aktivieren und eine kleine Kostprobe seines Könnens zu liefern. Vor allem Picard's Trauer ermöglicht es ihm, mal eine andere, bisher unbekannte Seite seiner Figur zu zeigen. Der verlässliche Malcolm McDowell enttäuscht auch in "Generations" nicht, wenn ihm seine Rolle auch leider nicht viele Möglichkeiten gibt, sich zu entfalten, und er über den Status eines Wegwerf-Schurken nie hinauskommt.

ImageÜber jeden Zweifel erhaben sind die visuellen Effekte von ILM, die - von einer aus dem Vorgänger geklauten Explosion, die negativ hervorsticht - großartige Arbeit geleistet haben. Alle Weltraumszenen sind sehr gut ausgeleuchtet, und vor allem die stellare Kartographie, der wirklich gefährlich aussehende Nexus sowie der Absturz der Enterprise-D haben es mir angetan. Auch der Score von Dennis McCarthy – insbesondere sein Main Theme – ist wirklich großartig. Last but not least: Auch das Ende gefällt mir: Ein Picard, der soeben sein Schiff verloren hat (na ja, genau genommen war's sein völlig inkompetenter erster Offizier, der sich von einem veralteten Bird of Prey vom Himmel schießen lässt und damit endlich eines der größten Mysterien der Serie – warum hat Riker nicht schon lange sein eigenes Kommando – beantwortet: Weil er unfähig ist. Aber halt, wir sind ja eigentlich bei den Stärken – sorry!) und in den Trümmern der Enterprise-D steht und erkennt, dass die Besatzung der Enterprise quasi seine Familie ist. Ein versöhnlicher Abschluss für einen sehr durchwachsenen Film...

Fazit: Aufgrund des Zusammentreffens der beiden (immer noch bei weitem) besten Captains der Star Trek-Geschichte hätte "Treffen der Generationen" das Potential besessen, ein großartiger Film der Reihe zu werden. Doch das besagte Treffen gerät aufgrund des nicht im geringsten überzeugenden Plotkonstrukts des Nexus und der viel zu kurzen Begegnung der beiden zur Farce. Vor allem Fans der alten Star Trek-Serie müssen angesichts des viel zu kurzen Auftritts von James T. Kirk kochen vor Wut – und das zu recht. "Generations" hat zwar seine Momente, doch die Handlung wirkt unausgegoren und leidet an einem extrem schwachen, von Logikfehlern durchsetzten Drehbuch, dass es an Dramatik und einer flüssigen Erzählstruktur vermissen lässt. Was bleibt, sind kurze gelungenen Szenen, die tollen Effekte sowie die guten bis großartigen schauspielerischen Leistungen – und der bittere Nachgeschmack, dass "Star Trek: Generations" keiner der beiden Generationen gerecht wird.

Wertung:5 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Paramount Pictures)

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