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DortCon 2009 - Der zwitschernde ScienceFiction-Con: Vom 21.-22. März Drucken E-Mail
Web 2.0 trifft Fandom / Rasender Twitter-Reporter Kategorie: Specials - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 20 März 2009
 
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Mit 140 Zeichen kann jeder alles via Twitter ins Netz schreiben. Die Einen tun das als totalen Nonsens ab - für die Anderen aber ersetzt Twitter schon den RSS-Feed-Reader. Für den DortCon09 werde ich ausprobieren, ob sich das Prinzip des Web2.0 auch auf die Fandom-Szene umsetzen lässt: Als "rasender Reporter" berichte ich per Twitter-Feed live aus Dortmund - in Kooperation mit fictionBOX, SF-Community, meinem NGC6544-SF-Blog, dem Terranischen Club Eden (TCE) und dem Corona-Magazin.

Auch im Jahr 2009 wird ein Thema die Fans bewegen: Der fehlende Nachwuchs im SF-Bereich (SF = ScienceFiction). Wobei sich natürlich fragen lässt ob das Ganze nicht eine der zahlreichen Mythen ist, die im Fandom kolportiert werden - und ob sich diese Entwcklung nicht nur auf einen ganz kleinen Teil der SF-Szene anwenden lässt. Doch auch beim Wetter gibt es das wirkliche und das gefühlte. Ebenso scheint das auch im SF-Fandom zu sein.

Wer über den Mangel an Nachwuchs klagt sind Fanclubs und Conventions, die ihre Wurzeln eher im klassischen Printbereich der SF haben und die nicht den Vorteil haben, den Namen eines großen Merchandise - RingCon, FedCon - zu tragen. Es sind also die kleinen, von Fans veranstalteten und meistens nichtkommerziellen Cons, deren Eintrittsgeld die Veranstaltung tragen muss. Kurzum: Es ist eigentlich das Herz des Fandoms, dass momentan allmählich stillzustehen scheint. Denn dass Star-Trek ein Erfolg ist, dass haben schlussendlich damals Leute geschafft, die sich hinsetzten und erboste Briefe schrieben. Die "Save-Farscape-Kampagne" war ebenfalls ein solcher Fall - wobei die Scaper schon eine Reihe von den Dingen nutzten, die man heutzutage als virales Marketing bezeichnet.

Was aber ist virales Marketing?
Ein Video, in dem eine Star-Wars-Szene umsynchronisiert wurde zum Beispiel. Die NIN-Schnitzeljagd im Web aus Anlass des "Year Zero"-Albums. Stephen Spielbergs Aktion zum Start von "A.I.". Kurzum: Virales Marketing findet im Web statt und will für Produkte werben - was Marketing generell als Ziel hat. Anstatt aber nur Anzeigen zu schalten oder Prospekte zu verteilen ist virales Marketing interaktiver. Die Grenzen zwischen Real und Fiktionial werden in einer guten viralen Marketingkampagne so aufgehoben, dass man gar nicht merkt, dass man eigentlich nur für ein Produkt interessiert werden soll. Klassische Offline-Werbung steht im Rahmen des Sender-Empfänger-Modells. Virales Marketing hört auf die Bedürfnisse des Konsumenten und tritt in einen Dialog mit ihm. Dabei darf auch virales Marketing eines nicht tun: Plump, aufdringlich und lügnerisch sein.

Twitter LogoMit dem Web2.0 ist nun die Möglichkeit gegeben, dass jeder virales Marketing machen kann. Blogs, Wikis, Podcasts - dazu kostenlos Dienste wie Twitter oder Identica, Flickr oder Mashups von mehreren Diensten - im Prinzip hat jeder die Möglichkeit sich des viralen Marketings zu bedienen. Dazu gehören auch Social Communities - Twitter zählt dazu wie das StudiVZ oder XING oder Facebook. Dabei ist es von Vorteil, dass SF-Fans eigentlich schon seit jeher miteinander kommunzieren wollen und dies sehr gerne tun. Dies hat mit der historischen Entwicklung der Szene in Deutschland zu tun. Aktive SF-Fans sind in der Regel nicht nur in einem Internet-Forum, sondern in zweien oder dreien zu finden. Die Schnittmenge ist halt nicht besonders groß im Genre.

Zurück zum Thema Jugend und SF.
Vor kurzem habe ich mich in den Teen-Point der Duisburger Stadtbibliothek gesetzt - dies ist der Bereich speziell für Jugendliche - und habe mal beobachtet wie die Jugendlichen von heute das Netz nutzen. Natürlich konnte ich von meinem Platz aus keine persönlichen Daten einsehen, aber das Layout von einigen Webseiten ist ziemlich klar strukturiert. So wie die StudiVZ-Seite oder Dienste wie Twitter und Co. Wenn ich für jedes Aufrufen von StudiVZ einen Cent bekommen hätte - ich glaube, ich wäre auf dem Weg zum Reichtum. Jugendliche heutzutage nutzen Social Communites wie MySpace, Youtube und Flickr intensiv und sind gern bereit neue Dienste zu nutzen. An diesem Nachmittag ist mir klargeworden: Die Digital Divide besteht ebenso wie eine Cultual Divide. Kurzgefasst: Die, die heute 30 oder älter sind, haben die Entwicklung des Internets mitbekommen. Die, die jetzt 14 oder jünger sind sehen das Netz als etwas Selbstverständliches an. Und Jugendliche neigen eh dazu sich von den Älteren abzusetzen...

Was also ist zu tun um Jugendliche zu erreichen und einen Con interessant zu machen? Das Minimalste habe ich getan: Ich habe über den Con getwittert, es gibt ein eigenes Lesezeichen bei Twitter dafür und ein Automatismus sorgt dafür, dass alle Nachrichten mit dem Etikett "#DortCon09" automatisch bei Twitter erscheinen. Ob dies ausreicht um Besucherstürme zu verursachen? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber auch, dass sich bestimmte Zielgruppen nicht unbedingt mit Flyern allein erreichen lassen. Und als Fan lehn ich mich eh bequem zurück: Denn eigentlich ist das Marketing nicht die Sache der Fans - aber so geschickt, diese einzuspannen, sind die Veranstalter von Conventions offensichtlich noch nicht.

Christian Spließ

Links zum DortCon:

- Offizielle Homepage
- Programmplan 21. - 22.03.2009
- Rückblick 2007
- Twitter-Feed Live aus Dortmund




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