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Enttäuschende Philip K. Dick-Adaption Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 17 Dezember 2008
 
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Paycheck
(Paycheck, USA 2003)
 
Paycheck
Bewertung:
Studio/Verleih: DreamWorks
Regie: John Woo
Produzenten: U.a. John Davis, Michael Hackett und John Woo
Drehbuch: Dean Georgaris, nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick
Musik: John Powell
Kamera: Jeffrey L. Kimball & Gregory Lundsgaard
Schnitt: Christopher Rouse & Kevin Stitt
Genre: Action/Science Fiction
Kino-Start (Deutschland): 22. Januar 2004
Kino-Start (USA): 25. Dezember 2003
Laufzeit: 119 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD, Soundtrack, 11 Kurzgeschichten inkl. der Vorlage zum Film
Mit: Ben Affleck, Uma Thurman, Aaron Eckhart, Paul Giamatti, Joe Morton u.a.


Kurzinhalt: ImageMichael Jennings ist ein Elektronikgenie. Er lässt sich von Firmen anheuern, um Technologie der Konkurrenz zu stehlen, und kopiert bzw. verbessert diese dann. Der Haken an der Sache: Nach jedem Job wird ihm jedwede Erinnerung daran gelöscht. Gerade hat er wieder einen Auftrag erfolgreich erledigt, da kommt sein guter Freund Rethrick auf ihn zu. Er bietet ihm einen sehr lukrativen Auftrag an, jedoch wird dessen Durchführung 2-3 Jahre benötigen. Jennings müsste sich also von ganzen 3 Jahren seines Lebens "trennen", dafür wäre die Summe, die er verdient, genug, um danach ein sorgenfreies Leben zu genießen. Natürlich kann er diesem Angebot nicht widerstehen. 3 Jahre später erwacht er im Büro seines Freundes, alles wurde erledigt... doch als er zur Bank geht, um sich seinen "Paycheck" abzuholen, muss er erkennen, dass er aus irgendwelchen Gründen auf die Bezahlung verzichtet hat. Das einzige, was er besitzt, ist ein Kuvert mit 19 seltsamen Gegenständen. Als ihm diese schließlich in verschiedenen brenzligen Situationen immer wieder nützlich sind, und kleine Erinnerungsfetzen an seine Arbeit nicht gelöscht wurden, erkennt er schließlich, woran er in den letzten 3 Jahren eigentlich gearbeitet hat: An einer Maschine, die es möglich macht, einen Blick in die Zukunft zu werfen...

Review: Filme, die auf einer Vorlage von Philip K. Dick basieren, sind bisher eigentlich immer recht gut geworden. Teilweise wurde die literarische Vorlage sogar übertroffen, liegen Dick's Stärken doch eindeutig eher darin, sich eine interessante Geschichte auszudenken, als diese dann auch wirklich spannend zu erzählen (vermutlich auch darum sind gerade seine Kurzgeschichten so gut gelungen). Paycheck war und ist aber leider eher enttäuschend. Dabei ist die Ausgangsposition recht vielversprechend: Wie fast alle Ideen Dick's ist diese sehr originell und durchaus einfallsreich. Leider aber tritt die eigentlich intelligente Geschichte, die durchaus zum Nachdenken anregen würde, in den Hintergrund, um Platz für massig Woo-Action zu machen. Damit geht das an und für sich interessante Konzept sang- und klanglos unter, und so hat man das Gefühl, als hätte man hier eine wirklich tolle Idee Dick's verheizt. Nichtsdestotrotz ist die Story an diesem Film sicher noch das Beste, was doch ein recht beeindruckendes Zeugnis über Dick's Fähigkeit, die Menschen mit seinen Visionen zu faszinieren, abgibt.

ImageLeider könnten andere Aspekte dieser Produktion mit der interessanten Handlung nicht mithalten, da sich doch einige Schwächen eingeschlichen haben. Und nein, damit ist erstaunlicherweise nicht mal unbedingt Ben Affleck gemeint. Seine mimischen Qualitäten reichen für diesen Actionkracher eigentlich aus, auch wenn er naturgemäß von Uma Thurman und Bad Guy Aaron Eckhart an die Wand gespielt wird. Es liegt eher daran, dass sich auch diesmal Woo mit übertriebener Action à la MI:2 nicht ganz zurückhalten konnte. Vor allem die Motorradszene sorgt wieder mal für heftiges Kopfschütteln, und auch die obligatorische weiße Taube wurde völlig deplaziert eingesetzt. So muss man in dem Moment, als sie auftaucht, unwillkürlich anfangen zu Lachen, und das in einem Moment, der eigentlich höchstdramatisch sein sollte. Weniger günstig...

Von diesen üblichen Woo-Fehlern einmal abgesehen ist die Inszenierung aber soweit in Ordnung. Auch muss man so ehrlich sein und klarstellen, dass es Woo hier mit seinem Stil nicht übertrieben hat. Im Gegenteil, je länger er sich in Amerika aufhält und für die Geldmaschinerie in Hollywood arbeitet, desto mehr scheint er sich vom typisch amerikanischen Actionstil beeinflussen zu lassen, was ich schon fast wieder ein wenig schade finde, gefällt mir doch an und für sich der Woo-Stil, wohldosiert eingesetzt, sehr gut. Alles in allem kann man also sagen, dass die Action zwar durchaus gelungen ist, "Paycheck" in diesem Aspekt jedoch den Genregrößen eindeutig hinterherhinkt, und in dieser Hinsicht eigentlich eher Durchschnittskost bietet, und es nicht schafft, zu überraschen und Akzente zu setzen.

ImageWas Woo's neuestem Film aber leider fast völlig fehlt, ist die Spannung! Natürlich ist man durchaus daran interessiert, zu erfahren, wie es weitergeht, was es mit den Gegenständen auf sich hat etc. Aber so richtig nervenzerreißende Spannung vermag Woo nicht wirklich zu erzeugen. Alles wirkt irgendwie zu glatt, und als man dann mal herausgefunden hat, was es mit den Gegenständen auf sich hat, ist eigentlich klar, dass Affleck so schnell mal nichts passieren dürfte. Um dies zu kompensieren, hat sich Woo des unheilvollen Blick's in die Zukunft bedient. Mehrmals sieht Affleck, sowohl in seinen Träumen als dann auch wirklich mit Hilfe der Maschine, seinen Tod. Das nicht einmal DIESES Stilmittel ausreicht, um beim Showdown Spannung aufkommen zu lassen, zeigt, dass Woo's Stärken eindeutig mehr bei den reinen Actionelementen und weniger im Bereich des Suspense liegen.

Zuletzt ist noch zu erwähnen, dass man es sich bei dieser Produktion ziemlich leicht gemacht hat, denn trotz futuristischer Technologien wie einem 3d-Hologramm und einer Art Zeitmaschine scheint die Handlung in unserer Gegenwart zu spielen. Egal ob Telefone, Autos, Motorräder, Gebäude etc... hier wurden keine futuristischen Designs entworfen, sondern einfach die Gegenwart abgebildet. Eben diese Mischung zwischen vollkommen futuristischen Technologien auf der einen und der normalen Gegenwart auf der anderen Seite kann überhaupt nicht überzeugen, und drückt auch sehr auf die Glaubwürdigkeit der Handlung.

Fazit: "Paycheck" ist zwar durchaus unterhaltsam, und wer Actionfilme mag, kann hier eigentlich nicht viel falsch machen... aber als Philip K. Dick-Adaption ist er eine ziemliche Enttäuschung. Die Science Fiction-Aspekte sind absolut nebensächlich und dienen nur dazu, die actionreiche Handlung in Gang zu setzen. Eben deshalb hat man nach dem Film irgendwie das Gefühl, dass hier die Chance auf größeres verpasst, dass das Potential der Handlung irgendwie verschwendet wurde. Was bleibt, ist magere Action-Durchschnittskost, die man sich ruhig ein Mal ansehen kann, die jedoch kaum jemanden dazu verleiten dürfte, einen 2. Blick zu riskieren.

Wertung:4 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © DreamWorks)

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