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Sky Captain Drucken E-Mail
Eine optisch beeindruckende SF-Hommage Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Freitag, 12 Dezember 2008
 
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Sky Captain
(Sky Captain and the World of Tomorrow, USA 2004)
 
Sky Captain
Bewertung:
Studio/Verleih: Paramount Pictures
Regie: Kerry Conran/td>
Produzent: U.a. Jon Avnet, Jude Law und Bill Haber
Drehbuch: Kerry Conran
Musik: Ed Shearmur
Kamera: Eric Adkins
Schnitt: Sabrina Plisco
Genre: Science Fiction
Kino-Start (Deutschland): 18. November 2004
Kino-Start (USA): 17. September 2004
Laufzeit: 106 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD, Soundtrack
Mit: Jude Law, Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie, Giovanni Ribisi, Michael Gambon, Bai Ling, Sir Laurence Oliver u.a.


Kurzinhalt: New York, 1939: Die Journalistin Polly Perkins ist einer heißen Story auf der Spur: In den letzten Wochen sind mehrere bekannte Wissenschaftler spurlos verschwunden. Nach ihrem Interview mit Dr. Jennings, der ebenfalls kurz darauf verschwindet, ist sie sich sicher, dass der geheimnisvolle Dr. Totenkopf dahinter steckt. Kurz nach dieser Entdeckung wird New York von einer Armee von Riesenrobotern – offenbar von Dr. Totenkopf geschickt – angegriffen, und nur dank des heldenhaften Einsatzes von "Sky Captain" in seinem Kampfflugzeug gelingt es, die Angreifer zurückzuschlagen. Sky Captain und Polly Perkins verbindet eine gemeinsame, durchaus problematische Vergangenheit, trotzdem beschließen sie, sich zusammen zu tun, um mehr über die finsteren Pläne des Doktors zu erfahren. Ihre Nachforschungen führen sie quer über den Erdball, bis sie schließlich seinen Unterschlupf entdecken und erkennen müssen, dass er kurz davor steht, die Erde zu vernichten...

Review: ImageKein Zweifel: Das beste an "Sky Captain" ist die originelle Optik. Mit einem ähnlichen Verfahren entstanden wie "Sin City" und "300" (jedoch einige Zeit bevor diese gedreht wurden) präsentiert "Sky Captain" einen originellen, frischen Look, der mit seinen Sepiatönen an Filme aus den 40er oder 50er Jahren angelehnt ist. Neben der gelungenen Farbgebung kann vor allem auch das retro-futuristische Design des Films überzeugen. Egal ob die Kampfroboter, die ihre Flügel wie Vögel schwingenden Flugmaschinen, die Strahlenwaffen oder auch die Rakete am Ende des Films... wenn nicht Jude Law und Gwyneth Paltrow mitspielen würden, könnte man glatt glauben, man sieht hier einen – genial getricksten – SF-Film aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Auch originelle Retro-Einfälle wie die sichtbaren Radiowellen verstärken diesen Eindruck enorm. Neben dem Design versprüht auch die Handlung des Films herrliche Nostalgie-Gefühle, seien es Ideen wie der Zeppelin Hindenburg II, der am Empire State Building andockt (!!), oder auch der schräge Plan von Dr. Totenkopf.

Doch nicht nur dem SF-Genre zollt "Sky Captain" Tribut; die Stelle, in der man auf einer verschollenen Insel auf Dinosaurier trifft, weckt Erinnerungen an Skull Island aus "King Kong". Darüber hinaus finden sich auch unzählige Anspielungen an Filmklassiker, insbesondere aus dem SF-Genre, die das Herz des Genrefans erfreuen. Auch der Ton des Films ist herrlich retro und ist an die Serials der 30er und 40er-Jahre angelehnt. Eine Vorlage, die "Sky Captain" mit "Indiana Jones" teilt – vermutlich auch deshalb fühlt sich Kerry Conran's Film von der Atmosphäre und dem Ton her irgendwie wie "Indiana Jones" an – nur halt im SF-Genre angesiedelt. Sky Captain gerät von einem Schlamassel ins Nächste, hat dabei aber immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Generell wird den ganzen Film über dafür Sorge getragen, dass es nicht zu ernst wird, und luftig-lockere Unterhaltung das Geschehen bestimmt. "Sky Captain" nimmt sich selbst nicht 100%ig ernst – was nicht zuletzt abgefahrene Ideen wie der Flugzeugträger in der Luft beweisen – und schämt sich keine Sekunde dafür. Der Nachteil des Ganzen ist, dass man halt die Figuren doch nicht ganz so ins Herz schließt wie z.B. bei Indiana Jones, und längst nicht so beim Geschehen mitfiebert. Irgendwie ist der Ausgang von vornherein klar, und auch wenn der Weg dorthin durchaus unterhaltsam geraten ist, drückt dies schon ein wenig auf die Spannung.

ImageGwyneth Paltrow liefert als Polly Perkins eine etwas durchwachsene schauspielerische Leistung ab. In jenen Szenen, in denen sie mit jemand anderen (in erster Linie natürlich Jude Law) interagieren konnte, weiß sie zu gefallen, doch wann immer sie allein auf dem Bildschirm ist scheint sie sich mit den blauen Wänden um sich herum etwas schwer getan zu haben. Hier hat ihr dann scheinbar einfach die Vorstellungskraft gefehlt, um überzeugend spielen zu können. Ganz anders Jude Law, der egal ob allein oder zu zweit eine gute schauspielerische Leistung abliefert und der phantastischen Handlung dank seiner authentischen Performance Glaubwürdigkeit verleiht. Die wohl beste schauspielerische Leistung des Films liefert allerdings Angelina Jolie in ihrem kurzen Gastauftritt als Frankie ab; man sieht ihr die Spielfreude richtig an. Erwähnenswert erscheint mir noch, dass man für eine Schlüsselrolle des Films Laurence Oliver von den Toten zurückgeholt hat – dank Archivmaterials und modernen Computereffekten. Die restliche Besetzung spult ihre jeweiligen Rollen routiniert ab, ohne groß aufzufallen – weder positiv noch negativ.

Die Handlung entwickelt sich recht zügig, hätte jedoch angesichts der Laufzeit von etwas über 100 Minuten an der einen oder anderen Stelle noch gestrafft werden können. Insbesondere der Mittelteil nach dem ersten Angriff der Roboterarmee bis zum Aufbruch nach Nepal zieht sich ein bisschen. Zu Beginn ist man noch hin und weg von der Optik, und am Ende nimmt die Spannung laufend zu – vor allem der Showdown ist dann sehr spektakulär – aber der Mittelteil hätte etwas mehr Tempo vertragen. Die Gags sind gut platziert und zünden zumeist auch – lediglich die auf witzig getrimmten Dialoge zwischen Paltrow und Law, in denen man wohl die besten Screwball-Tage wieder aufleben lassen wollte, wirken manchmal etwas verkrampft. Der Soundtrack von Ed Shearmur kann sich zwar sicherlich nicht mit den Besten messen, ist aber ebenfalls altmodisch angehaucht und hat ein gutes, eingängiges Hauptthema zu bieten. Trotz aller positiver – und negativer – Aspekte, der Hauptgrund, sich "Sky Captain" anzusehen, ist ganz klar die geniale Optik. Er ist in erster Linie ein "style over substance"-Film – und zwar einer der besseren Vertreter der Sorte. Vor allem als nostalgischer Fan der Science Fiction-Filme der 30er bis 50er-Jahre darf man sich diese Hommage einfach nicht entgehen lassen – wenn "Sky Captain" auch nie an seine großen Vorbilder herankommt.

Fazit: "Sky Captain" ist eine herrliche Hommage an Serials und SF-Filme aus der Mitte des vorangegangenen Jahrhunderts, der jedoch etwas der Charme und das Herz der Vorlagen fehlt. Nichtsdestotrotz erfreuen sich insbesondere Genrefans an den zahlreichen Anspielungen und der nostalgischen Handlung und Optik. Letztere ist wohl auch die größte Stärke des Films, und überzeugt mit ihrer stilistischen Farbgebung, dem herrlichen Retro-Design und den originellen Einfällen. "Sky Captain" ist ein reiner "style over substance" Film, dem es nur darum geht, gut zu unterhalten – was ihm auch überwiegend gelingt. Für Genre-Fans definitiv einen Blick wert!

Wertung:6 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © United International Pictures)

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