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Butterfly Effect Drucken E-Mail
Düster-beklemmender SF-Thriller mit Ashton Kutcher Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Montag, 08 Dezember 2008
 
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Butterfly Effect
(The Butterfly Effect, USA 2004)
 
Butterfly Effect
Bewertung:
Studio/Verleih: New Line Cinema/Warner Bros.
Regie: Eric Bress & J. Mackye Gruber
Produzenten: U.a. Toby Emmerich, Ashton Kutcher und Jason Goldberg
Drehbuch: Eric Bress & J. Mackye Gruber
Musik: Michael Suby
Kamera: Matthew F. Leonetti
Schnitt: Peter Amundson
Genre: Science Fiction/Thriller
Kino-Start (Deutschland): 26. August 2004
Kino-Start (USA): 23. Januar 2004
Laufzeit: 113 Minuten
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD, Special Edition (inkl. Director's Cut)
Mit: Ashton Kutcher, Amy Smart, Melora Walters, Elden Henson, William Lee Scott, Eric Stoltz u.a.


Kurzinhalt: Während seiner Kindheit haben Evan immer wieder Blackouts geplagt. Das angespannte Verhältnis zu einem seiner Kindheitsfreunde, sein in einer Nervenheilanstalt vor sich hinvegetierende Vater und eben die ständigen Blackouts haben sowohl ihn als auch seine Mutter schwer belastet. Als er schließlich aufs College kommt und wieder einmal eines seiner alten Tagebücher hervorkramt, verschwimmen die Buchstaben plötzlich – und kurz darauf erlebt er genau diesen Augenblick aus seiner Kindheit noch einmal. Evan erkennt schon bald, dass er nicht nur just in jene Momente zurückspringt, in denen er als Kind ein Blackout hatte, sondern zudem, dass er dadurch die Vergangenheit – und damit auch die Gegenwart – beeinflussen kann. Doch jeder Sprung und jede Veränderung fördert irgend einen neuen Schrecken zu Tage, und droht alles immer nur noch schlimmer zu machen...

Review: ImageMitten im Hochsommer erwartet man nicht unbedingt, einen anspruchsvollen Film im Kino zu Gesicht zu bekommen, der zudem die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers erfordert und einige nicht gerade leicht verdauliche Themen behandelt oder zumindest streift; ist der Sommer doch üblicherweise die Zeit für leichte Kost. Doch im August 2004 kam ein Film in die Kinos, der sich diesem Trend widersetzte. Ich weiß zwar nicht mehr genau, was ich mir von "Butterfly Effect" erwartet hatte – aber bestimmt nicht das, was ich dann bekommen habe: Einen düsteren SF-Thriller mit ausgeklügeltem Plot, zahlreichen Szenen die unter die Haut gehen und dem Mut, brisante Themen wie jugendliche Gewalt und Kinderpornographie zu thematisieren. "Butterfly Effect" ist definitiv ein mutiger Film, und einer, bei dem es gilt die Gehirnzellen einzuschalten; der Plot ist zwar nicht sonderlich verwirrend, aber wer mitdenkt wird einige interessante Verbindungen schon erahnen können und dadurch die ausgeklügelte Handlung gleich um so mehr zu schätzen wissen.

Im Zentrum des Films steht die Frage "Was wäre wenn...?". Sicherlich waren wir alle schon mal in Situationen, in denen wir uns gewünscht hätten, die Zeit zurückzudrehen und etwas anders machen zu können. Etwas ganz bestimmtes zu tun oder auch nicht zu tun; die eine oder andere Entscheidung oder Tat, die wir gerne ändern oder ungeschehen machen würden. "Butterfly Effect" gibt seiner Hauptfigur genau diese Macht in die Hände – und zeigt auf, dass selbst wenn wir in die Vergangenheit zurückgehen und diese ändern könnten, das nicht automatisch heißt dass unsere Gegenwart dadurch besser wird. Dabei wird Evan sogar im weiteren Verlauf des Films weniger von der Motivation getrieben, für sich selbst ein besseres Leben zu schaffen, als für seine Freunde und seine Familie. Trotzdem stürzt er von einem Desaster ins nächste, offenbart jede neue Gegenwart ihre Tücken und ihre schlechten Seiten, die direkte Auswirkungen seines Eingriffs in die Vergangenheit sind. Welche genau das sind, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, macht es doch einen Großteil des Reizes von "Butterfly Effect" aus, langsam zu entdecken, welchen neuen Horror Evan durch die Veränderung der Vergangenheit geschaffen hat; aber so viel sei gesagt: Die Folgen erscheinen rückwirkend betrachtet immer logisch, und die alternativen Zeitlinien sind sehr abwechslungsreich und sind mit zahlreichen interessanten Wendungen gespickt.

ImageVor allem dank der Handlung, die mit jedem Sprung in die Vergangenheit ein weiteres Puzzlestück offenbart, erreicht "Butterfly Effect" schon bald ein sehr hohes Spannungsniveau. Dafür sorgt auch die ungemein dichte Atmosphäre, welche die beiden Regisseure Eric Bress und J. Mackye Gruber vor allem in den Rückblenden erzeugen. "Butterfly Effect" ist ein sehr intensiver, beklemmender und deprimierender Film, und damit sicherlich nichts, dass man sich an einem verregneten Tag in den DVD-Player legt um sich aufzuheitern. Man muss schon in der richtigen Stimmung sein, um diesen Film "genießen" zu können, und sollte sich von vornherein auf ein eher düsteres Erlebnis gefasst machen, ist es doch herzzerreißend mitzuerleben, wie Evan ständig versucht alles für sich und andere zum Besseren zu wenden, und dabei immer genau das Gegenteil erreicht. Zudem gibt es zwischendurch immer wieder sehr beklemmende Szenen, die unter die Haut gehen.

Einen großen Anteil daran, dass "Butterfly Effect" solche Wirkung entfalten kann, haben neben dem cleveren, mutigen Drehbuch und der düsteren Inszenierung auch die Schauspieler. Ashton Kutcher darf hier endlich einmal beweisen, dass er mehr kann als den Trottel zu mimen (siehe "Ey Mann, wo ist mein Auto?") oder die Hauptrolle in einer durchschnittlichen romantischen Komödie zu übernehmen, die ihm nicht mehr abverlangt, als lieb dreinzuschauen und gut auszusehen. Sicherlich hätte ein anderer, talentierterer Jungschauspieler vielleicht noch mehr herausholen können, nichtsdestotrotz empfand ich es als eine erfrischende Abwechslung, ihn mal in einer ersten Rolle zu sehen, die ihm die Möglichkeit gibt zu zeigen, dass er durchaus über schauspielerisches Talent verfügt. Die deutlich beachtlichere und beeindruckendere Leistung vollbringt allerdings Amy Smart, eine völlig unterschätzte Schauspielerin, die bis zu "Butterfly Effect" (und leider auch danach) nur in Neben- oder Minirollen zu sehen war und dort meist nichts besseres zu tun hatte als ihr hübsches Gesicht in die Kamera zu halten. Immerhin, in "Rat Race" durfte sie ihr komödiantisches Talent zeigen (ging jedoch im hochkarätigen Ensemble leider unter), doch in "Butterfly Effect" beweist sie, dass sie auch dramatische, ernste Rollen mit Bravour bewältigen kann. Nicht nur zeigt sie im Verlauf des Films Mut zur Hässlichkeit, die verschiedenen alternativen Realitäten erlauben es ihr, viele verschiedene Seiten ihrer Figur zu zeigen – und bei weitem nicht alle davon sind rosig. Eine absolut großartige Performance, die ihr in einer gerechten Welt zumindest eine Oscar-Nominierung eingebracht hätte.

ImageAbschließend noch ein paar Worte zum Director's Cut. Den ganzen Film über ist deutlich, dass dieser eigentlich auf ein bestimmtes Ende hinarbeitet – und es ist deutlich, dass der Director's Cut eben diesen letzten, logischen Schluss bietet und somit das eigentlich von den Drehbuchautoren und Regisseuren konzipierte Ende beinhaltet, während die Kinofassung eine veränderte Fassung präsentiert, der eventuell die letzte Konsequenz fehlt. Nichtsdestotrotz bin ich mit dem Ende aus dem DC nicht ganz glücklich. Irgendwie ist es mir etwas zu skurril und abgefahren – so schlüssig es auch im Kontext des Films sein mag. In gewisser Weise gefällt mir das Ende aus dem Director's Cut trotzdem, da es ausgeklügelter und logischer ist als jenes aus der Kinofassung – trotzdem würde ich allen raten, zuerst die etwas abgeschwächte Kinoversion zu betrachten und danach ev. als Bonus die letzten 10 Minuten aus dem Director's Cut einzulegen, da ich denke, dass das ursprüngliche Ende doch den einen oder anderen vor den Kopf stoßen und den Film verderben könnte. Es ist einfach schon ein sehr ungewöhnliches und eigenwilliges Ende, das sicherlich nicht jedem gefallen wird. Und es wäre schade, wenn euch eben dieses einen ansonsten sehr guten Film verderben würde...

Fazit: "Butterfly Effect" ist ein sehr düsterer SF-Thriller, der vor allem mit guten bis sehr guten schauspielerischen Leistungen, einem ausgeklügelten und wendungsreichen Plot, der faszinierenden Grundidee, der stimmungsvollen und atmosphärischen Inszenierungen sowie einigen beklemmenden Momenten zu begeistern vermag. Ein absoluter Geheimtipp für alle Fans des Genres!

Wertung:8 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © Warner Bros.)

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Kommentare (2)
RSS Kommentare
1. 10.12.2008 15:46
 
guter tipp / teil2?
danke für den tipp! hab den film damals im kino sehen wollen, aber dann wieder vergessen. werd ihn mir demnächst mal gönnen. hast du auch den 2. teil gesehen? taugt die fortsetzung etwas? 
 
grüße 
sabblo
 
sabblo
2. 14.12.2008 02:11
 
Butterfly Effect 2 = Billiger Direct to
Hi sabblo, 
 
danke für deine Anfrage. Ja, ich habe den zweiten Teil gesehen, ein Review wird im weiteren Verlauf des Advents-Review-Specials noch folgen. So viel sei schon mal verraten: Er ist die DVD nicht wert auf die er gepresst ist - leider! 
 
Allerdings ist für nächstes Jahr noch ein 3. Teil angekündigt (ebenfalls DTV), in dem ein junger Mann durch die Zeitsprünge versucht den Mord an seiner Freundin aufzuklären bzw. zu verhindern. Das Konzept klingt interessant, mal sehen was dabei herauskommt...
 

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