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Planet der Affen Drucken E-Mail
Review zum SF-Klassiker mit Charlton Heston Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 04 Dezember 2008
 
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Planet der Affen
(Planet of the Apes, USA 1968)
 
Planet der Affen
Bewertung:
Studio/Verleih: 20th Century Fox
Regie: Franklin J. Schaffner
Produzenten: Arthur P. Jacobs und Mort Abrahams
Drehbuch: Michael Wilson und Rod Serling, nach dem Roman von Pierre Boulle
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: Leon Shamroy/td>
Schnitt: Hugh S. Fowler
Genre: Science Fiction
Kino-Start (Deutschland): 03. Mai 1968
Kino-Start (USA): 03. April 1968
Laufzeit: 112 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: Einzel-DVD, Special Edition, Saga-Edition
Mit: Charlton Heston, Kim Hunter, Roddy McDowall, Maurice Evans, Linda Harrison u.a.


Kurzinhalt: ImageDrei Astronauten befinden sich auf einer langen Reise durch den Weltraum, den sie im künstlichen Tiefschlaf verbringen. Doch etwas geht schief, und als sie der Computer wieder aufweckt, stürzen sie unaufhaltsam auf einen unbekannten Planeten zu. Das Raumschiff stürzt in einen See, und Commander Taylor kann gerade noch einen Blick auf die Instrumentenanzeige werfen, ehe das Schiff untergeht: Auf der Erde wäre jetzt das Jahr 3978. Damit hat ihre Reise deutlich länger gedauert als angenommen. Auf einem fremden Planeten gestrandet, beginnen sie die Umgebung zu erkunden. Anfangs finden sie nur Sand, Stein und Fels vor, und beginnen sich Sorgen zu machen, von was sie sich in dieser Einöde ernähren sollen. Nach einer längeren Wanderung stößt man jedoch auf erste Anzeichen pflanzlichen Lebens. Als man kurz darauf eine Oase entdeckt, stößt man auch auf die ersten Lebewesen: Es sind – etwas primitiv aussehende – Menschen. Doch die drei Astronauten bekommen keine Gelegenheit, länger über dieses Rätsel nachzudenken, werden sie doch plötzlich von einer Horde intelligenter Affen angegriffen. George Taylor wird gefangen genommen und in einen Käfig gesperrt. Er staunt nicht schlecht, als die Affen auf einmal bestes Oxford-Englisch zu sprechen beginnen – doch auch die Affen sind erstaunt, als er die ersten Worte artikuliert, können Menschen doch auf diesem Planeten sonst nicht sprechen. Er erzählt den Wissenschaftlern seine Geschichte, und dass er von der Erde stammt. Während Zira und Cornelius ihm glauben, will der Leiter der Forschungsabteilung, Dr. Zaius, von solchen Spinnereien nichts wissen. Trotzdem versuchen die beiden Wissenschaftler und George Taylor auch weiterhin, das Rätsel rund um den Planeten der Affen zu lösen – und machen zuletzt eine unfassbare Entdeckung...

Review: Man glaubt es kaum, aber 2008 hat dieser Klassiker des SF-Genres doch tatsächlich seinen 40. Geburtstag gefeiert. Und im Gegensatz zu vielen anderen SF-Filmen dieser Epoche ist "Planet der Affen" mit Würde gealtert, und hat – mal abgesehen davon dass mittlerweile jeder SF-Interessierte den Twist am Ende bereits kennt (weshalb ich mich in diesem Review auch nicht lange damit aufhalten werde, ihn als Spoiler zu markieren; dies zur Vorwarnung) – nichts von seiner Faszination verloren. Dies dürfte wohl unter anderem auch daran liegen, dass er bis heute kaum an Relevanz verloren hat. Teilweise ist es sogar erschreckend, wenn man erkennen muss, dass er 40 Jahre später immer noch so aktuell ist wie damals, als er in die Kinos kam. Um nur einen kleinen Teilbereich hervorzuheben: Die Evolution. Das Konzil der Affen, von religiösen Elementen bestimmt, hält die Idee, der Affe könnte vom Menschen abstammen, für lächerlich, wenn nicht gar skandalös. Und jetzt werfe man mal einen Blick auf die USA, wo es immer noch unzählige Menschen gibt (glaubt man einigen Umfragen dann sind diese sogar in der Mehrheit!), die nicht an die Evolution glauben. Dazu noch die Tendenz zu Ideen wie dem "intelligenten Design" und dass die Evolution in vielen Schulen nicht mehr unterrichtet wird, und man kommt nicht umhin sich zu fragen, was denn eigentlich in den letzten 40 Jahren passiert – oder eben nicht passiert – ist.

ImageGenerell strotzt der Film nur so vor versteckten politischen Aussagen und Gesellschaftskritik. Am deutlichsten ist diese einerseits in der bereits angesprochenen Verhandlungsszene vor dem Konzil, und andererseits in der zwielichtigen Figur des Dr. Zaius. Eigentlich ein Wissenschaftler, beugt er sich doch der religiösen Doktrin – und das, obwohl er es wie man später erfährt ja eigentlich besser weiß. Doch statt die Wahrheit zu erforschen und sie ans Licht zu bringen, arbeitet er fieberhaft daran, sie zu verschleiern und unter Verschluss zu halten. Dies reicht von kleinen Gesten (wie z.B. als er das von Taylor im Sand geschriebene Wort verwischt) über seine Versuche, Taylor's Gehirn zu extrahieren bis hin zum Überfall in der Höhle. Von diesen Anspielungen zwischen den Zeilen mal abgesehen, erschreckt "Planet der Affen" auch immer wieder durch sein Konzept einer verkehrten Welt. Schon allein, eine derart primitive und degenerierte Menschheit zu betrachten, die in Käfigen eingesperrt und von den Affen als Versuchskaninchen verwendet wird, ist beunruhigend. Dazu gesellen sich dann noch kleine Szenen und Momente, z.B. wie Kira den Menschen Zucker vor die Nase hält – genau so wie wir Menschen das bei den Affen machen.

Was mich ebenfalls immer wieder erstaunt, wenn ich mir den Film ansehe, ist wie herrlich unsympathisch man George Taylor, den menschlichen Helden dieser Geschichte, angelegt hat. Bereits nach der Landung gibt er sich arrogant, selbstsicher und wirkt recht eingebildet, später agiert er durchaus auch mal ausgesprochen aggressiv, und gibt damit Dr. Zaius Bedenken sogar in gewisser Weise recht. Charlton Heston verkörpert diesen recht eigenwilligen Helden jedenfalls perfekt – vom ersten Auftritt über den Frust seiner Gefangenschaft bis hin zur Verzweiflung am Ende. Er hat eine unglaubliche Bildschirmpräsenz und spielt George Taylor mit einer unheimlichen Intensität, die den Film prägt. Immer wieder ein Genuss ist auch Linda Harrison's Leistung als Nova, die sich voll und ganz auf Mimik und Gestik verlassen muss, und unheimlich viel Gefühl über ihre Augen transportiert. Doch auch Kim Hunter, Roddy McDowall und Maurice Evans müssen lobend erwähnt werden, gelingt es ihnen doch trotz der Maske, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie wie echte Menschen – oder eben Affen – wirken zu lassen. Apropos Maske: Diese sieht selbst 40 Jahre später noch absolut glaubwürdig aus, und muss sich selbst vor dem 2001 gedrehten (enttäuschenden) Remake nicht verstecken. Auch Franklin J. Schaffners ruhige, stilvolle Inszenierung weiß zu gefallen. Vor allem zu Beginn, als die Astronauten durch die Einöde wandern, vermag er deren Isolation durch die trostlosen Bilder perfekt zu unterstützen. Und auch Jerry Goldsmiths - für ihn sehr ungewöhlicher, da erstaunlich unharmonischer - Soundtrack unterstützt die befremdliche Stimmung des Films perfekt.

ImageSo gut "Planet der Affen" in den ersten 100 Minuten auch sein mag, seinen Platz in der SF-Geschichte und den Status als Meisterwerk verdankt er natürlich in erster Linie dem grandiosen Ende, dass damals als der Film in die Kinos gekommen ist ein absoluter Schock gewesen sein muss: George Taylor, auf der Suche nach der Wahrheit über die Vergangenheit dieses von Affen beherrschten Planeten, stößt auf seiner Reise entlang der Küste plötzlich auf die aus dem Sand ragenden Überreste der Freiheitsstatue. In Zusammenhang mit Dr. Zaius warnende Worte über die aggressive Menschheit zuvor ist die Bedeutung klar: Die Affen haben nicht einfach aus Zufall die Herrschaft über die Erde übernommen – stattdessen haben sich die Menschen zuvor selbst ausgelöscht, oder sind zumindest dank des Atomkrieges so weit degeneriert, dass der Weg für die Affen frei war. Damit zeigte und zeigt "Planet der Affen" die schrecklichen Auswirkungen eines solchen Krieges, nämlich nicht weniger als die Auslöschung der gesamten Menschheit – und dass zu einem Zeitpunkt als die Welt immer noch fest im Griff des kalten Krieges war, und erst ein paar Jahre zuvor mit der Kuba-Krise nur knapp am Ausbruch eines atomaren Krieges vorbeigeschrammt war. Das Bild der im Sand verschütteten Freiheitsstatue ist unvergesslich, und beschert "Planet der Affen" eines der denkwürdigsten Enden der Filmgeschichte.

Fazit: Es gibt vieles, dass man an "Planet der Affen" lobend erwähnen kann. Charlon Heston wirkt wie ein Magnet, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers in jeder Einstellung auf sich zieht. Die Masken wirken selbst 40 Jahre später immer noch absolut überzeugend. Die Handlung überzeugt mit ihren anspruchsvollen Untertöten und hält der Menschheit in vielerlei Hinsicht einen Spiegel vor. Die Inszenierung ist sehr stilvoll und offenbart eine Raffinesse, wie man sie heutzutage leider oftmals vermisst. Und Jerry Goldsmiths unharmonischer Soundtrack unterstützt das Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht richtig ist, perfekt. Doch trotz all dieser und noch vieler weiterer positiver Elemente, das wahre Highlight des Films ist das erschütternde Ende, dass "Planet der Affen" zu einem unvergesslichen Filmerlebnis und zu einem Meisterwerk der Filmgeschichte macht. Lediglich ein paar logische Schwächen (warum wird Taylor nicht stutzig, dass die Affen gerade englisch sprechen?) trüben den positiven Gesamteindruck ein wenig – sind aber bei weitem kein Grund, sich diesen Klassiker des Genres entgehen zu lassen.

Wertung:9 von 10 Punkten


Christian Siegel
(Bilder © 20th Century Fox)

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