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Texas Chainsaw Massacre (Remake) Drucken E-Mail
Kritik zum Remake von "Blutgericht in Texas" Kategorie: Filme - Autor: Evildead - Datum: Donnerstag, 30 Oktober 2008
 
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Texas Chainsaw Massacre
(Texas Chainsaw Massacre, USA 2003)
 
Texas Chainsaw Massacre
Bewertung:
Studio/Verleih: New Line Cinema
Regie: Marcus Nispel
Produzenten: U.a. Michael Bay, Tobe Hooper und Brad Fuller
Drehbuch: Scott Kosar, basierend auf dem Drehbuch von Kim Henkel und Tobe Hooper
Musik: Steve Jablonsky
Kamera: Daniel Pearl
Schnitt: Glen Scantlebury
Genre: Horror
Kino-Start (Deutschland): 01. Januar 2004
Kino-Start (USA): 17. Oktober 2003
Laufzeit: 98 Minuten
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Trailer: klick
Kaufen: DVD, Premium Edition
Mit: Jessica Biel, Jonathan Tucker, Erica Leershen, Mike Vogel, Erid Balfour, Andrew Bryniarksi, R. Lee Emrey u.a.


Kurzinhalt: ImageErin ist mit ihrem Freund und 3 weiteren Bekannten in ihrem alten VW-Bus auf dem Weg zu einem Rockkonzert. Die Stimmung ist großartig... bis sie eine vollkommen verstörte Anhalterin auflesen, die offensichtlich verrückt ist oder zumindest unter einem extremen Schock zu leiden scheint. Sprachlos müssen die 5 mit ansehen wie sie sich ohne Vorankündigung in ihrem Bus das Leben nimmt. Um den Vorfall zu melden und die Leiche zu *entsorgen*, fahren sie in die nächstgelegene Stadt. Auf den ersten Blick scheint es nur ein normales Hinterwäldlerkaff zu sein... doch entpuppt es sich schnell als ein Hort des Wahnsinns in dem der Terror regiert. Und der König des Terrors hat eine Vorliebe für Kettensägen und Masken aus Menschenhaut. Sein Name: Leatherface!

Review: Wie kann man ein Remake eines Horrorklassikers drehen, der weniger wegen einer ausgeklügelten Story sondern vor allem wegen seiner einmaligen Optik und nervenzerrenden Soundkulisse eine extrem verstörende Atmosphäre verbreitete und somit zu einem Meilenstein des Genres wurde? Einerseits wäre es dummdreist einfach die Stilmittel zu kopieren und man könnte mit dem farbarmen billig-realistischen Look heute wohl keine Scharen mehr ins Kino locken. Andererseits darf man sich noch weniger zu weit vom Geist des Originals entfernen oder gar einen glattgebügelten selbstironischen Teenieshocker drehen wie es sie seit "Scream" zeitweise am Fließband gab. Also dachte sich Produzent Michael Bay wohl, das es die beste Lösung wäre sich einen jungen Clipregisseur (der Deutsche Marcus Nispel in seiner ersten Regiearbeit) an Bord zu holen, der für die nötigen optischen Finessen sorgen würde. Da man dem heutigen abgestumpften (oder um es positiv zu sagen: filmerfahreneren) Publikum auch nicht mehr zutrauen kann, das es sich allein durch die kranke Grundstory und den ständigen Terror, der sich im Original nur im Kopf abspielte (es gab weniger Blut als in einer durchschnittlichen OB Werbung zu sehen) beeindrucken lassen wird, setzt man diesmal auch verstärkt auf Splattereffekte, die klar machen, das es hier nichts zu Lachen gibt. Und das ist auch einer der großen positiven Faktoren dieses Remakes: es nimmt sich ernst! Doch in wie weit gelingt es ihm, ans Original anzuknüpfen?

ImageKaum ein anderer Film hat seinen Ruf in einem so großen Maße über den (im Geiste schon in blutroten Lettern triefenden) Filmtitel definiert und dass das Texas Kettensägen Massaker (oder in Deutschland auch gerne Blutgericht in Texas) als Sinnbild des Splatters gilt, ist wohl in erster Linie darauf zurückzuführen. Denn wie erwähnt: Im Original gab es reinen Psychoterror und alles wurde nur angedeutet. Das sich das Remake damit nicht abfinden wird, macht gleich die erste Szene klar als die gerade noch ausgelassen "Sweet Home Alabama" singende Riege der Protagonisten aus ihrer heilen Welt gerissen wird. Als die Anhalterin sich mit ihrem Revolver (nebenbei eines der größten Filmgeheimnisse: Sie zieht ihn unter ihrem knappen Rock hervor wie David Copperfield ein Kaninchen aus einem Hut. Entweder aus dem Nichts oder sie hätte eine große Karriere als Schmugglerin im Frauenknast vor sich gehabt) erschießt, folgt die Kamera der Kugel sogar durch ihren Kopf hindurch.

Leider bleibt dies die einzige Szene in der man innovative Optik zu sehen bekommt. Ansonsten kommt der Film in Hochglanzoptik daher und verzichtet vollkommen auf Regieeinfälle... na ja außer das die Kamera meist passend auf Jessica Biels Arschhöhe montiert ist. Insofern die wahrscheinlich größte Enttäuschung - so hätte man sich auch Engelregisseur McG oder einen Rhesusaffen auf den Regiestuhl holen können. Da auch Musik und Soundkulisse konventionell gehalten sind, verliert TCM 2003 in Sachen Atmosphäre schon mal klar gegen Rob Zombies verstörenden TCM Nachzügler "House of 1000 Corpses" und gerade die ersten 45 Minuten in denen die Grundstory erzählt wird, kommen so teilweise doch etwas angestaubt daher, denn die Spannung leidet natürlich darunter, das der Zuschauer weiß wie es weitergehen wird. Das hört sich jetzt negativer an als es ist - rein objektiv betrachtet, ist er auch schon in dieser erste Hälfte weit über dem heute gewohnten Horrorniveau und gerade verglichen mit dem halbwegs passablen "Wrong Turn" ist "Texas Chainsaw Massacre" fast ein Meisterwerk. Als Fan des Originals sieht man halt vieles kritischer.

ImageWie auch immer, spätestens mit dem ersten auftauchen von Leatherface bleibt kaum noch Zeit zum nachdenken, denn ab dann wird die Spannungs- und Schreckensschraube enorm aufgedreht. Auf althergebrachte Weise - mit plötzlich ins Bild schießenden Händen bzw. Kettensägen, so dass der konzentrierte Zuschauer unweigerlich zusammenzuckt - und eben mit der ein oder anderen Geschmacklosigkeit wird der Streifen in Gefilde gehoben (oder gesenkt?) die das Mainstreampublikum die Nase rümpfen lassen dürfte... aber was alt ist, muss nicht schlecht sein - vor allem wenn es solch wirksame Allzweckwaffen sind. Besonders zugesagt haben mir einige der Änderungen in Bezug auf die Familie und der Charaktere. Allein schon weil sich das Netz der Degeneration hier noch weit über das Familienanwesen hinwegzieht. Die Momente mit der Familie sind zugleich auch die erinnerungswürdigsten des ganzen Films - zu schade das man ihr kaum Zeit gewidmet hat. Hätte es wie im Original eine ähnlich intensive und quälend lang anmutende Sequenz wie das Essen mit Foltereinlage gegeben, hätte sich das Remake endgültig von anderen Hochglanzslashern abgehoben. So hat man hin und wieder doch Szenen, die auch in Halloween Teil 32 gepasst hätten.

Von den Darstellern sticht besonders R. Lee Ermey als Sheriff hervor, der das bietet, für das man ihn seit seinem Auftritt als Sgt. Hartman in "Full Metall Jacket" kennt und liebt: Menschen verbal auf Briefmarkengröße zusammenfalten und den sadistischen Psychopathen raushängen lassen. Die Wirkung seines Charakters wird nur dadurch geschmälert, das leider nicht nur der Zuschauer von Anfang an vermutet (bzw. weiß), das er den Teens nicht helfen wird, sondern das auch die Hauptdarsteller schnell merken, das ihm nicht zu trauen ist. Eine der besten Szenen im Original war eben z.B. als Sally (das Vorbild für Jessica Biels Rolle) sich vor Leatherface gerade noch in die Tankstelle retten konnte und sich dort in Sicherheit wähnte, der Zuschauer aber längst mitbekommen hatte, was sich anbahnte und umso stärker in das Geschehen involviert war. Von der Wirkung ähnlich wie die Restaurantszene in "Der Pate" als Al Pacino entgegen der zuvor erteilten Ratschläge die Waffe mit der er gerade den anderen Mafiosi erschoss lange nicht fallen lässt. Zum Schluss sei neben dem hervorzaubern des Revolvers noch ein weiteres Kuriosum erwähnt: Jessica Biel muss ein verzaubertes Top aus dem Reich der Elben tragen oder anatomisch seltsam ausgestattet sein. Jedenfalls ist es merkwürdig, das weder im klitschnassen Zustand noch in der Kühlkammerszene... ähh... Veränderungen zu sehen sind. Vielleicht hätte das aber auch nur eine höhere Altersfreigabe in den USA wegen "brief nudity" erfordert?

Fazit: Dieses Remake ist weder ein Meilenstein wie sein Vorbild noch der unnötige und sterile Teenieslasher wie manch einer befürchtete und noch weniger die menschenverachtende Splatterorgie als die es manch verkappter Moralpapst hinstellen wird. Es ist einfach ein moderner Horrorfilm, der die Wünsche des heutigen jungen Publikums bedient, aber dennoch vor allem auf alte Horrortugenden setzt. Ein bisschen mehr Experimentierfreudigkeit und es hätte zum modernen Klassiker reichen können. Positiv sei noch festzuhalten, das Leatherface auch heute keiner der Horrorsuperhelden ist - ihn zeichnet weder der Witz von Freddy noch die erbarmungslose und cool anmutende Zielstrebigkeit eines Jason aus. Er ist weiterhin ein Abfallprodukt unserer Gesellschaft - absolut unberechenbar und manchmal in seiner ungestümen Art gar unfreiwillig komisch. Da ich dem Original 10/10 gebe und dem schwächeren Wrong Turn noch 6/10 halte ich 8/10 hier für die perfekte Note.

Wertung:8 von 10 Punkten
Evildead
(Bilder © New Line Cinema)

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Kommentare (1)
RSS Kommentare
1. 04.11.2018 12:53
 
soll angeblich auf wahre begebenheit berufen
 
jan

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