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Predator 2
Originaltitel: Predator 2
Produktionsland/jahr: USA 1990
Bewertung:
Studio/Verleih: Silver Pictures/20th Century Fox
Regie: Stephen Hopkins
Produzenten: U.a. John Davies, Lawrence Gordon & Joel Silver
Drehbuch: Jim Thomas & John Thomas
Filmmusik: Alan Silvestri
Kamera: Peter Levy
Schnitt: Mark Goldblatt & Bert Lovitt
Genre: Action/Science Fiction
Kinostart Deutschland: 30. Mai 1991
Kinostart USA: 21. November 1990
Laufzeit: 108 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 18
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Danny Glover, Kevin Peter Hall, Gary Busey, Ruben Blades, Maria Conchita Alonso, Bill Paxton, Robert Davi, Adam Baldwin, Kent McCord u.a.


Kurzinhalt: 10 Jahre nach Dutchs Triumph im Dschungel Südamerikas kommt ein weiterer Predator auf die Erde. Diesmal verschlägt es ihn jedoch nach Los Angeles, dass gerade unter einer Jahrhundert-Hitzewelle leidet, und wo sich Drogenbanden sowohl untereinander als auch mit der Polizei bekriegen. Teilweise herrschen fast Bürgerkriegsartige Zustände, und die Polizei scheint damit überfordert zu sein, Recht und Ordnung wiederherzustellen, und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Inmitten dieses Chaos ermittelt Mike Harrigan zusammen mit seinen Partnern in einer Serie von besonders brutalen und abscheulichen Morden – ohne zu ahnen, welch grauenhafte Bestie für diese verantwortlich ist…

Review: Szenenbild. Nach einer kleinen – zugegebenermaßen gut gemachten – Täuschung zu Beginn offenbart sich der vermeintliche Dschungel vielmehr als der Großstadtdschungel von Los Angeles. Und gleich hier, in den ersten Sekunden, beginnen für mich auch schon die Probleme dieses mauen Sequels zum kultigen Action-SF-Klassiker. Den Location-Wechsel selbst sehe ich dabei für sich genommen noch nicht einmal negativ. Nochmal in den richtigen Dschungel zurückzukehren wäre doch ziemlich einfallslos gewesen, und andere heiße Gegenden auf der Erde, wie die Wüste, geben Schauplatz-technisch nicht wirklich was her. Mit der Hitzewelle macht man sich wenigstens die Mühe, die Anwesenheit des Predators zu erklären (im Gegensatz zu "Alien vs. Predator", wo sich diese dann auf einmal in der Arktis herumtreiben), die urbane Umgebung bietet einen netten Kontrast zum ersten Film (und erspart uns ein Sequel nach dem "more of the same"-Schema), und den Predator in dieser Umgebung jagen zu sehen hätte grundsätzlich schon seinen Reiz haben können. Allerdings nicht so, wie man es hier umgesetzt hat.

"Predator 2" spielt nämlich nicht einfach nur in L.A., sondern in einem – vom Release-Termin des Films betrachtet – zukünftigen Los Angeles. Noch dazu einem ziemlich dystopischen, wo es sehr wild zugeht, sich Banden auf offener Straße bekämpfen, und so weiter. Das alles ist – bewusst – überhöht und überzeichnet, und hat teilweise schon fast den satirischen Touch eines "Robocop". Blöd nur, dass dadurch der potentielle Reiz, den Predator in einer uns bekannten Umgebung, quasi ums Eck, agieren zu sehen, gänzlich Flöten geht. Was das erste größere, jedoch bei weitem nicht das einzige Problem des Films ist. Denn wie schon beim ersten Film dauert es wieder eine ganze Weile, bis der Predator so richtig in Erscheinung tritt. Wo diese Vorlaufzeit in "Predator" dazu verwendet wurde, die Figuren vorzustellen und die nötige Vorbereitungsarbeit für den Rest des Films zu leisten, verschwendet man sie hier vielmehr auf einen völlig überflüssigen Subplot rund um den Krieg der Drogenkartelle, der einen glauben lassen könnte, Jim und John Thomas wollten ursprünglich einen bodenständigen Film über einen eben solchen Bandenkrieg drehen, und als sie den nicht finanziert bekamen haben sie halt aus der Not heraus den Predator hineingeschmissen. Letztendlich könnte man die erste Hälfte des Films ersatzlos streichen, ohne wesentliches zu verlieren. Was uns zum nächsten Punkt bringt, hat die Verlegung der Handlung nach Los Angeles doch noch einen weiteren wesentlichen Nachteil: Der erste war ja bewusst auf sehr wenige Figuren reduziert, die uns alle kurz vorgestellt und sympathisch gemacht wurden. Diesmal steht dem Predator jedoch eine ganze Großstadt als Jagdgebiet zur Verfügung. Wirklich vorgestellt werden uns aber halt nur Mike, Danny und Leona; sie sind die Einzigen, zu denen man als Zuschauer eine gewisse Verbindung aufbauen würde. Die anderen Personen, die der Predator auf dem Weg zum Finale abschlachtet, sind einem daher leider völlig egal. Auch dies ist ein wesentliches Manko im Vergleich zum ersten Film.

Szenenbild. Was die Besetzung betrifft, kann "Predator 2" mit dem ersten leider auch nicht mithalten. Danny Glover – scheinbar doch noch nicht zu alt für den Scheiß – spielt hier im wesentlichen Roger Murtaugh, wenn auch mit einem zarten Touch von Riggs' Wahnsinn. Im Vergleich zum hünenhaften Schwarzenegger ist er ein "Everyday Man" – was noch nicht mal so ein schlechter Zugang gewesen wäre. Leider aber kann er nur halt Arnie was Charisma und Leinwandpräsenz betrifft ebenfalls nicht das Wasser reichen. Und generell wirkt er nur wie ein gewöhnlicher Cop; wenn man ihn denn wenigstens besonders intelligent gemacht hätte. Weil so verliert der Predator dadurch, dass er sich von diesem Normalo zur Strecke bringen lässt, doch an Bedrohlichkeit. Aus dem Rest der Besetzung sticht dann in erster Linie noch Gary Busey heraus, der bereits in "Lethal Weapon" an der Seite von Danny Glover zu sehen war. Bill Paxton, Robert Davi und Adam Baldwin sind weitere bekannte Gesichter, die deutlich größeren Rollen gehen jedoch an Ruben Blades und Maria Conchita Alonso (die sich hier schauspieltechnisch nicht unbedingt auszeichnet). Egal ob DarstellerInnen oder ihre Figuren: Niemand von ihnen kann ihren Vorgängern aus "Predator" das Wasser reichen. Sie bleiben fast völlig austauschbar und uninteressant.

Mit am Schwersten wiegt aber, dass der Film einfach – wie zuvor schon erwähnt – so elendslange braucht, bis er endlich mal in die Gänge kommt. Denn, und das ist die Krux an der Sache: Die letzten 30-45 Minuten sind dann sogar ziemlich brauchbar. Zwar ebenfalls noch nicht auf dem Niveau des Vorgängers, aber durchaus unterhaltsam und launig. Der Wendepunkt ist der Angriff in der U-Bahn, wo es nicht nur zuerst den besten satirisch-überzeichneten Moment des Films zu sehen gibt (als alle Passagiere ihre Waffe zücken), sondern der mit dem flackernden Licht auch sehr gut inszeniert ist. Dort kommt dann auch zum ersten Mal – nachdem er sich zuvor recht willkürlich durch die Stadt zu schlachten schien, und u.a. auch einen unbewaffneten Polizisten ermordete – der Ehrenkodex der Predator zum Tragen, als er die schwangere Leona verschont. Nach einer wiederum eher unnötigen Basil Exposition-Szene im Van dreht der Film dann mit dem Kühlhaus so richtig auf. Neuerlich sehr schön inszeniert, und in starkes blaues Licht getaucht (nachdem zuvor im Van ein starkes rot dominierte) kann die Konfrontation hier durchaus gefallen. Auch die Verfolgungsjagd durch die – gut getricksten – Häuserschluchten macht Laune. Und zu guter Letzt landet Mike dann schließlich im Predator-Schiff. Das ist dann wohl auch die erste Szene, wo man wirklich auf den ersten Film aufbaut und uns etwas Neues zeigt. Das Schiff ist mit dem Nebel auf dem Boden sowie den dominierenden gelb-und Brauntönen zudem schön in Szene gesetzt. Der Showdown selbst hält dann zwar den Vergleich mit Arnies letztem Kampf gegen den Predator aus dem ersten nicht stand, ist aber dennoch soweit ok. Auffällig natürlich auch der Alien-Schädel, der auf einer der Trophäenwände des Schiffes prangert. Als Gag bzw. Hommage an die damals schon beliebten "Alien vs. Predator"-Comics gedacht, ist man als Film-Fan doch dazu geneigt, Stephen Hopkins dafür zu verfluchen – angesichts der Crossover-Filme, die uns dies einbrachte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit: Szenenbild. Man muss "Predator 2" zweifellos zugutehalten, nicht einfach den ersten kopiert sondern etwas Neues versucht zu haben. Und in der Idee, diesen außerirdischen Jäger von den südamerikanischen in den Großstadt-Dschungel übersiegeln zu lassen, fand ich grundsätzlich ja sogar interessant. Leider aber verlagerte man den Film damals einerseits leicht in der Zukunft, vor allem aber in eine derart überzeichnete und übertriebene (mit dem Krieg der Drogenkartelle), dass ich nicht nur den Film schon nach den ersten Minuten nicht mehr ernst nehmen konnte, sondern vor allem auch der potentielle Reiz des Predators, der in einer uns bekannten und heimischen Umgebung wütet, völlig verloren geht. Zudem wurde mir hier vor allem in der ersten Hälfte zu wenig gejagt und zu viel geschlachtet – wobei einem die Opfer des Jägers diesmal zudem völlig egal waren. Auch dies ist ein wesentliches Manko zum ersten Teil. Und generell ist die erste Hälfte des Films noch ziemlich überflüssig; der erste hatte dort nicht schon einige Highlights zu bieten, sondern nutzte die Zeit zudem, um ums die Soldaten vorzustellen und sympathisch zu machen. "Predator 2" verschwendet hingegen viel zu viel Zeit auf völlig uninteressante und unwichtige Figuren. Erst in den letzten 30-45 Minuten dreht der Film dann endlich langsam auf, zuerst mit der toll inszenierten Schießerei in der U-Bahn, und danach dem Kampf im Kühlhaus. In erster Linie ist es aber das tolle Finale im Schiff der Predators, die ihn halbwegs retten. Dem Vorgänger ist "Predator 2" aber leider dennoch in allen Belangen klar und deutlich unterlegen.

Wertung:4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1990 20th Century Fox)


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