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Advents-SPECiAL

 
Unheimliche Begegnung der dritten Art
Originaltitel: Close Encounters of the Third Kind
Produktionsland/jahr: USA 1977
Bewertung:
Studio/Verleih: Columbia Pictures
Regie: Steven Spielberg
Produzenten: U.a. Julia Phillips & Michael Phillips
Drehbuch: Steven Spielberg
Filmmusik: John Williams
Kamera: Vilmos Zsigmond
Schnitt: Michael Kahn
Genre: Action
Kinostart Deutschland: 06. März 1978
Kinostart USA: 14. Dezember 1977
Laufzeit: 148 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 12
Trailer: YouTube
Kaufen: Blu-Ray, DVD
Mit: Richard Dreyfuss, Francois Truffaut, Teri Garr, Melinda Dillon, Bob Balaban, J. Patrick McNamara, Warren J. Kemmerling, Roberts Blossom, Philip Dodds, Cary Guffey u.a.


Kurzinhalt: Als Roy Neary mitten in der Nacht zu einem Einsatz fährt, um einen Stromausfall zu beheben, sieht er gemeinsam mit ein paar anderen Leuten mehrere Ufos über den Himmel schweben. Nach dieser unheimlichen Begegnung der dritten Art entwickelt er bezüglich der Aliens eine regelrechte Obsession, und versucht verzweifelt herauszufinden, was das Bild zu bedeuten hat, welches er seither nicht mehr aus seinem Kopf bekommt. Er verhält sich zunehmend irrational – bis es seiner Frau und seinen Kindern zu bunt wird, und sie vorerst das gemeinsame Heim verlassen. Als er schließlich /erkennt, dass es sich bei dem seltsamen Bild um einen Berg in Texas handelt, setzt er alles daran um dorthin zu gelangen –in der Hoffnung, die Ufos erneut zu erblicken und vielleicht sogar Kontakt mit ihnen aufnehmen zu können…

Review: Szenenbild. Wir haben mit einem Film begonnen, den ich bereits vor zehn Jahren im Zuge des allerersten Advents-SPECiALs besprochen habe, und wir hören auch mit einem eben solchen auf. Während der Hauptgrund für die Überarbeitung des Eintrags zu "Predator" in meiner Unzufriedenheit mit dem damaligen Review begründet war, liegt der Fall bei "Unheimliche Begegnung der dritten Art" insofern etwas anders, als sich in diesem Fall mit der kürzlichen Zweitsichtung auch meine Meinung stark verändert hat – weshalb ich meine alte Kritik nicht mehr so stehen lassen kann. Denn: Das Gartenbaukino nahm den Film zu seinem 40. Geburtstag in einer frisch restaurierten, wunderschön anzusehenden 4K-Fassung für eine Sondervorstellung ins Programm, und gab mir so die Gelegenheit, ihn mir zum ersten Mal so anzusehen, wie das von Spielberg beabsichtigt war: Auf der großen Leinwand. Und keine Ahnung, ob das allein schon den Ausschlag gab, ich damals einfach nicht in der richtigen Stimmung war, oder es half dass ich diesmal schon wusste, worauf ich mich einlasse und was mich erwartet, aber zehn Jahre später hat "Unheimliche Begegnung der dritten Art" für mich ungleich besser funktioniert.

Der Hauptgrund dafür ist, dass – aus welchem Grund auch immer – insofern einer meiner damals größten Kritikpunkte weggefallen ist, als ich diesmal mit Roys Obsession weitaus mehr anfangen konnte. Während mich diese bei der Erstsichtung doch ziemlich irritierte, war ich diesmal vom Geschehen gefangen. Ich fühlte und litt diesmal richtig mit ihm mit, wie er von diesem Bild besessen ist, und damit nicht nur seine Familie verstört, sondern sich teilweise auch selbst ängstigt. Auch die Familiendynamik – teilweise präsentiert uns Spielberg hier eine Familie des Grauens – hat für mich diesmal besser funktioniert. Klar zeigt er das Familienleben hier nicht gerade idyllisch, aber einerseits erscheint es durchaus realistisch und lebensnah, und andererseits war diese etwas verzerrt-höllische Darstellung wohl auch wichtig, um Roys Entscheidung am Ende vorzubereiten – die wie eine Befreiung wirkt. Damit sind schon mal zwei wesentliche Kritikpunkte, die ich zehn Jahre zuvor ausgemacht hatte, weggefallen. Interessanterweise stach dafür wiederum etwas ins Auge, was ich damals noch gar nicht so beachtet hatte: Die ganzen Szenen rund um die Wissenschaftler sind ziemlich unnötig – und sind nun auch mein einzig größerer Kritikpunkt am Film. Ich denke, es wäre besser gewesen, nur bei Roy und den anderen Betroffenen zu bleiben, und diese Ebene auszublenden, bzw. nur in jenem Umfang zu zeigen, in dem Roy und die anderen direkt mit ihnen in Kontakt treten. Dies hätte die Identifikation mit Roy wohl noch einmal verstärkt, da wir dann auch wirklich nur gesehen und erfahren hätten, was er sieht und erfährt. Davon abgesehen fand ich den Film – diesmal – aber wunderbar.

Szenenbild. Vor allem die Optik stach dabei für mich heraus, und zumindest was das betrifft haben sowohl die neue 4K-Restauration als die große Leinwand des Gartenbaukinos zweifellos geholfen, da man die Leistung von Spielberg und seinem Kameramann Vilmos Zsigmond so gleich noch einmal deutlich besser bzw. höher einschätzen konnte. Vor allem das teils intensive Spiel mit Licht und Farben ist teilweise echt der Hammer. Am beeindruckendsten fand ich auch diesmal die Entführung des kleinen Jungen, die generell ungemein packend und beklemmend umgesetzt ist. Selten ist es Spielberg gelungen, den Terror eines Moments deutlicher spürbar zu machen, als hier. Das war echt ganz großes Kino. Und optisch war die Szene eben auch echt stark. Aber sowohl davor (man nehme nur die Lichter, die auf Roys Wagen scheinen) als auch danach (das ganze Finale am Berg) gab es noch zahlreiche visuell bestechende Szene. Und auch die Effekte können sich – von ein paar kleineren, kurzen Momenten abgesehen – immer noch sehen lassen, wobei es mir vor allem das originelle Design des außerirdischen Raumschiffs angetan hat.

Schauspieltechnisch sticht natürlich in erster Linie Richard Dreyfuss hervor, dessen Rolle auch mit Abstand am meisten hergibt. Aber auch der Rest der Besetzung weiß zu überzeugen, wobei im Verlauf des Films auch das eine oder andere (genre-)bekannte Gesicht vorbeischaut. Auch Steven Spielbergs Inszenierung ist über jeden Zweifel erhaben. Was für mich bei Filmen aus dieser Ära seines Schaffens ja immer wieder hervorsticht, sind die Familienszenen, mit dem Wirbel im Hintergrund. Wir sind es aus Filmen sonst so gewohnt, dass sich die Regie klar auf jenen Aspekt fokussiert, dem wir auch unsere Aufmerksamkeit widmen sollen – was nur halt nicht sehr lebensecht ist, weil gerade auch in einem Familienheim eben nicht auf einmal hinten alles still und ruhig ist, nur weil vorne gerade zwei Menschen ein wichtiges Gespräch führen. Schön zu sehen war dies u.a. bei "Der weiße Hai", als Brody den Anruf wegen der Leiche am Strand bekommt, und im Hintergrund Ellen die verletzte Hand ihres Sohnes versorgt. Auch in "Unheimliche Begegnung der dritten Art" gab es wieder einige solcher Momente, vor allem bei den Familienszenen. Eben dieser Realismus sticht vor allem in seinem Schaffen der 70er und 80er hervor. Aber auch von diesem Detail abgesehen gibt es an seiner Inszenierung wieder einmal nichts auszusetzen; und die spannungstechnisch wirklich hervorstechende Szene rund um die Entführung des kleinen Jungen habe ich ja eh schon positiv hervorgehoben. Wobei es Spielberg auch davor sowie danach versteht, die Spannungsschraube immer wieder anzudrehen. Der letzte wesentliche Erfolgsfaktor ist dann – wie so oft bei Spielbergs Filmen – die Musik von John Williams. Vor allem das aus fünf Noten bestehende Thema am Ende sticht natürlich hervor und brennt sich ins Gedächtnis ein. Aber auch davon abgesehen sticht seine Musik positiv hervor. Und generell ist, nach vielleicht einem kleinen Hänger im Mittelteil, das Finale des Films dann absolut phantastisch, und kulminiert in einem wunderschönen Ausklang, der für Roys Figur einen stimmigen und befriedigenden Abschluss bietet.

Fazit: Szenenbild. Manche Filme haben sich eine zweite Chance verdient. Konnte ich "Unheimliche Begegnung der ersten Art" nach meiner – als Genre-Fan ja eigentlich unverzeihlich späten – Erstsichtung vor zehn Jahren nur das Prädikat eines Klassikers zugestehen, stellte ihm jedoch zugleich jenes des Meisterwerks in Abrede, muss ich meine damalige Meinung nun revidieren. Denn bei der Zweitsichtung – diesmal im Kino – hat der Film für mich wesentlich besser funktioniert, als damals vor zehn Jahren. Nun hat die große Leinwand zwar zugegebenermaßen zweifelsohne dabei geholfen, die Bildgewalt die den Film teilweise – vor allem was das Licht- und Farbenspiel betrifft – auszeichnet noch besser wertschätzen zu können. Aber auch die Handlung nahm mich diesmal mehr gefangen. Wo mich Roys Obsession damals etwas irritierte, hat sie mich diesmal voll und ganz in ihren Bann gezogen. Aber auch der Einstieg sowie vor allem dann das Finale konnten mich begeistern. Als einziger Kritikpunkt verbleibt somit für mich die Zweiteilung der Handlung, insofern, als wir die Geschehnisse nicht nur aus Sicht von Roy erleben, sondern auch durch die Augen einer Gruppe von Wissenschaftlern. Letzteres wirkte teilweise etwas beliebig und überflüssig, und generell könnte man argumentieren, dass es vielleicht besser gewesen wäre, den Fokus ganz auf Roy zu belassen, und den Zuschauer nur das sehen und erleben zu lassen, was dieser – und seine UFO-Sichtungs-Kameraden – sehen und erleben. Davon abgesehen ist "Unheimliche Begegnung" aber ein phantastischer Film. In Anlehnung an mein damaliges Fazit: Nicht jeder Klassiker ist zugleich ein Meisterwerk. "Unheimliche Begegnung der dritten Art" allerdings schon.

Wertung:9 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 1977 Columbia Pictures)


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Weiterführende Links:
Advents-SPECiAL 2017




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