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Die Schlacht um den Planet der Affen Drucken E-Mail
Eine undankbare Aufgabe für David Gerrold Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 18 Oktober 2026
 
Titel: "Die Schlacht um den Planet der Affen"
Originaltitel: "Battle for the Planet of the Apes"
Bewertung:
Autor: David Gerrold
Übersetzung: Walter Brumm & Christian Dröge
Umfang: 180 Seiten (D)
Verlag: Apex-Verlag (D, Neuauflage)
Veröffentlicht: 11. September 2018 (D, Neuauflage)
ISBN: 978-3-7467-6128-2 (D)
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D)
 

Kurzinhalt: Nach dem Untergang der menschlichen Zivilisation durch ihre eigene Hand hat Cäsar – Nachfahre der intelligenten Affen Cornelius und Zira, die aus der fernen Zukunft auf die Erde gekommen sind – damit begonnen, ein neues Reich der Affen aufzubauen. Sein Ziel ist es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Affen und Menschen in Frieden und Harmonie zusammen leben können. Doch nicht alle seiner Untertanten sehen dies so. Vor allem der Gorilla General Aldo würde am liebsten alle Menschen töten, zumindest jedoch unterdrücken, und zu Sklaven der Affen machen. Von seinem Freund MacDonald, der die jungen Affen unterrichtet, erfährt Cäsar indes, dass in der Verbotenen Stadt – die Ruinen von Los Angeles, in der Cäsar einst seine Revolte begann, und die daraufhin im Atomkrieg vernichtet wurde – Aufzeichnungen seiner Eltern existieren. Er bricht mit einem kleinen Erkundungstrupp auf, um diese zu sichten – nicht ahnend, dass im Untergrund der Stadt mutierte Überlebende der Menschen hausen, die so auf die Stadt der Affen aufmerksam werden…

Review: Für den Roman zum lange Zeit letzten "Planet der Affen"-Film – jedenfalls aber den letzten der ursprünglichen Reihe – konnte niemand geringerer als David Gerrold gewonnen werden. Dieser hat sowohl in seinen Romanen (und -reihen) sowie so manchen Drehbüchern, allen voran natürlich seine Arbeiten für "Star Trek" (und hier insbesondere die legendäre Folge "Kennen Sie Tribbles?") sein Talent als Autor bewiesen. Eben dies war auch einer der Gründe, warum ich auf "Die Schlacht um den Planet der Affen" schon ganz besonders gespannt war. Der andere liegt darin, dass mein Hauptkritikpunkt am Film ja beim mangelnden Budget war. Dort fehlte das Geld einfach auf allen Ecken und Enden, weshalb die Story ihr volles Potential nicht ausschöpfen konnte. So waren die titelspendenden Schlachten eine sehr magere Angelegenheit; aber auch die Größe der Siedlung kam mangels Statisten kaum zur Geltung. Im Roman wäre Gerrold grundsätzlich keinen solchen Beschränkungen unterworfen gewesen. Ich vermute aber mal, dass man nicht wollte, dass er im Buch ein Spektakel beschreibt, welches sich dann im Film nicht entsprechend wiederfindet. Jedenfalls sollte sich meine Hoffnung, dass Gerrold im Vergleich zum Film diesbezüglich nachbessert, nicht bestätigen. Generell hält er sich strikt ans Drehbuch, und gibt es kaum Unterschiede zum fertigen Film – mit einer nennenswerten Ausnahme: Der Roman zeigt uns, dass die Mutanten im Untergrund von Los Angeles über eine ähnliche Omega-Bombe verfügte, wie sie in "Rückkehr zum Planet der Affen" zur Vernichtung des Planeten führte – und wie Kolp vor seiner Abreise einer jungen Frau, die ihn offenbar verehrt (und liebt) den Auftrag gibt, diese zu starten, falls er und die anderen nicht zurückkehren. Jener Moment, wo sie dann vor der Entscheidung steht, seinem Befehl zu folgen, oder Gnade walten zu lassen, war wirklich stark – und wertete die Geschichte für mich definitiv auf.

Eben diese ist zwar grundsätzlich nicht schlecht – und neben Roddy McDowalls wieder starken Performance mit das Beste am Film – kann aber halt mit jener aus den Vorgängern nicht ganz mithalten. Gut gefiel mir in erster Linie alles rund um Cäsar. Angefangen bei seiner Suche nach seiner eigenen Vergangenheit (genauer gesagt: Wissen über seine Eltern), über die tragische Wendung rund um seinen Sohn Cornelius, bis hin zum Ende, wo er sein eigenes aufgestelltes Gesetz "Affe tötet niemals Affe" bricht, und an Aldo bittere Rache nimmt. All dies kommt im Roman natürlich mindestens ebenso gut zur Geltung. Auf der anderen Seite wirkt die Story doch ein bisschen dünn, relativ banal, und vermisste ich nicht zuletzt auch jene faszinierenden (und/oder gesellschaftskritischen) Aspekte, welche die Vorgänger unter anderem auszeichneten. Darüber hinaus fällt der Übergang von "Eroberung" zu "Schlacht" doch recht holprig aus. So wirkt es unplausibel, dass die Affen in zehn Jahren zu sprechen gelernt haben sollen. Zudem ist es schade, dass es sich bei MacDonald nicht um jene Figur aus dem Vorgänger handelt, sondern dessen Bruder (da Hari Rhodes für die Fortsetzung nicht mehr zurückkommen wollte; und auch hier gilt, dass Gerrold diese Änderung aus dem Drehbuch wohl übernehmen musste, um keine falschen Erwartungen gegenüber dem Film zu wecken). Und dann ist ja noch jener Moment, wo im Roman – quasi als Ersatz für die (lange) anfängliche Rückblende zu Beginn des Films – die früheren Ereignisse aufgerollt werden, dies jedoch teilweise dem was wir bei "Flucht" oder "Eroberung" gesehen (oder auch in den Büchern gelesen) haben widerspricht. Immerhin: Gerrold ist grundsätzlich ein guter Autor, wovon auch "Die Schlacht um den Planet der Affen" profitiert. Hätte ihm der Verlag im Hinblick auf Änderungen an der Vorlage mehr Freiheit gegeben, wäre das Endresultat aber wohl noch besser ausgefallen.

Fazit: Zwar liegen die größten Schwächen des Films eher im niedrigen Budget begründet, dennoch war auch die Story – abseits einzelner sehr gefälliger Entwicklungen und starker Momente – schon nicht wirklich etwas Besonderes, und für mich insgesamt wohl auch die schwächste der Reihe. Insofern stand David Gerrold bei "Die Schlacht um den Planet der Affen" vor einer doch eher undankbaren Aufgabe. Zu sagen, er hätte sie mit Bravour gelöst, wäre zu viel des Guten; aber immerhin hat er sie anständig gemeistert. Mit eigenen Impulsen hält er sich hier zwar zurück, und beschränkt sich vielmehr darauf, das Drehbuch originalgetreu wiederzugeben. Sein flüssiger Schreibstil sorgen aber immerhin dafür, dass sich die Story flott weiterbewegt, und keine Langeweile aufkommen lässt. Und im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es hier auch einen spannenden Aspekt, der auf das Drehbuch zurückgeht, und der im Film rausgeschnitten wurde, nämlich das mit der Omega-Bombe. Last but not least profitiert der Roman davon, dass die Bilder, die man sich bei der Beschreibung der Kämpfe ausmalt, potentiell beeindruckender sind, als das, was damals auf der Leinwand präsentiert wurde – da unserer Fantasie, im Gegensatz zum Budget des Films, keine Grenzen gesetzt sind. Dies ist dann auch der Hauptgrund, dass ich den Roman zumindest eine Spur besser fand, als die Filmvorlage.

Bewertung: 2.5/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2018 Apex-Verlag)





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