Originaltitel: Blood and Fire (2) Episodennummer: 1x05 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 20. November 2009 Drehbuch: Carlos Pedraza & David Gerrold Regie: David Gerrold Besetzung:
James Cawley als James T. Kirk,
Ben Tolpin als Spock,
John Kelley als Leonard McCoy,
Charles Root als Montgomery Scott,
Kim Stinger als Nyota Uhura,
Meghan King Johnson als Janice Rand,
Ron Boyd als Vincent DeSalle,
Andy Bray als Pavel Chekov,
Debbie Huth als Fontana,
Jay Storey als Kyle,
Bobby Rice als Peter Kirk,
Evan Fowler als Lt. Alex Freeman,
Denise Crosby als Dr. Jenna Yar,
Bill Blair als Mackel Blodgett,
John Carrigan als Kargh u.a.
Kurzinhalt:
Die Sensoren der Enterprise entdecken einen abeschottenen Bereich der U.S.S. Copernicus, in den die regulanischen Blutwürmer bislang nicht eindringen konnten, und in dem sich die letzten Überlebenden des Schiffes befinden. Zu diesen zählt auch ein medizinisches Forschungsteam, bestehend aus Commander Mackel Blodgett, sowie Dr. Jenna Yar. Die beiden haben an einem Heilmittel gegen die Blutwürmer gearbeitet, und konnten ein solches auch entwickeln. Um es jedoch in ausreichenden Mengen herzustellen, um alle Betroffenen zu behandeln, fehlte es ihnen an Blut. Hier soll die Crew der Enterprise nun Abhilfe schaffen. Es gilt, in kürzester Zeit genug Blutspender zu finden, dieses auf die Copernicus zu beamen, dort das Heilmittel herzustellen, und allen dieses zu injizieren, bevor man sie auf die Enterprise beamt. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Seuche nicht auch auf Kirks Schiff ausbreitet. Doch die Zeit drängt, denn in wenigen Stunden wird die Copernicus in den roten Stern stürzen. Und als wäre das nicht schon Herausforderung genug, kompliziert der Angriff des klingonischen Kommandanten Kargh die Lage dann nochmal zusätzlich…
Review:
Beginnen möchte ich mit dem Handlungsstrang rund um Alex Freeman und Peter Kirk, die ja den ersten Teil dominierte, hier nun fortgeführt wird, und letztendlich einen tragischen Ausgang nimmt. Letzteres litt zwar einerseits darunter, dass ich schwören hätte können, dass es eben so kommen wird. Zudem sieht man zwanzig Jahre später aufgrund des in den dazwischenliegenden Jahren weit verbreiteten "Bury Your Gays"-Klischees solche Entwicklungen tendenziell halt schon kritisch, als damals. Sieht man davon ab, ist ihre Geschichte hier aber durchaus berührend. Mir gefiel dabei nicht zuletzt, dass Alex nicht einfach "nur" umgebracht wird, dass Peter um ihn trauern kann, sondern sein Tod Kirks Neffen vielmehr als Antrieb für das letzte Drittel der Folge dient, und zuerst sein Wunsch, sich selbst zu opfern und seiner Liebe zu folgen, und schließlich seine Rachegelüste, zentrale Aspekte der Handlung darstellen – und jene Fallstricke, die Peter überwinden muss, um den ersten Schritt zu machen, um über diesen schweren Verlust hinwegzukommen. All dies mündet dann in einer netten letzten Szene, in der sich die entfremdeten Jim und Peter näherkommen. Das war schon sehr schön.
Demgegenüber fand ich alles rund um Commander Kargh leider sehr überflüssig. Die Ausgangssituation war mit der Deadline rund um den Roten Stern eigentlich schon spannend genug. Aus meiner Sicht hat alles rund um den Klingonen nur von den deutlich interessanteren Handlungssträngen abgelenkt. Zumal er letztendlich eh nicht die geringste Rolle im Geschehen spielt. Denk ihn dir weg, und alles entwickelt sich ganz genauso. Aber auch alles rund um die Krankheit bzw. das Heilmittel hat für mich eher nur so mittel funktioniert. David Gerrold wollte hier eine Analogie auf AIDS anbringen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich funktioniert hat. Zumal es auch hier bei so manchen Dingen bei einer angerissenen Idee blieb. So hätte man zum Beispiel aus dem Blutspendenaufruf durchaus was machen können. Aber so: Kirk macht eine Durchsage am Interkom, bittet um Freiwillige, mach den Anfang, und daraufhin meldet sich natürlich die gesamte Brückenbesatzung. Es war wohl als erhebender Moment gedacht, aber da man danach nie wieder darauf eingeht, und vor allem auch nicht klar wird, wo darin nun das große Opfer bestehen soll, fiel der Moment für mich doch eher flach. Gut fand ich dafür alles rund um Blodgett und Yar. So kann man sich hier über den Auftritt einer weiteren großen "Star Trek"-Veteranin freuen, da Denise Crosby in der Rolle einer Vorfahrin von Tasha zurückkehrt. Das allein wertete "Blood and Fire, Part 2" gleich mal auf. Bill Blair sagt mir persönlich weniger (er hat zwar viele Aliens bei "Babylon 5" gespielt, war dort aber halt immer unter einer Maske verborgen), spielt hier aber auch sehr gut. In erster Linie hatte es mir aber die abschließende Offenbarung der wahren Natur ihrer Forschung angetan. Dies ist dann auch hauptverantwortlich dafür, dass mir der zweite Teil eine Spur besser gefallen konnte, als der Auftakt.
Fazit:
Der Abschluss des Zweiteilers von "Blood and Fire" konnte für mich im Vergleich zum ersten Teil nochmal ein bisschen etwas draufsetzen. Positiv fand ich in erster Linie die weitere Entwicklung von Alex und Peter, und insbesondere auch, was man aus der tragischen Wendung dort in weiterer Folge macht. Darüber hinaus freute ich mich über das Wiedersehen mit Denise Crosby, die hier auch eine interessante Rolle bekommt, und mit ihrem Schauspiel die Qualität der gesamten Produktion anhebt. Und nicht zuletzt die Offenbarung, wie es zum Ausbruch der regulanischen Blutwürmer an Bord der Copernicus kam, hatte es mir angetan. Alles rund um Commander Kargh und seinen Angriff fand ich dafür höchst überflüssig. Und das Ende mit dem Wesen mit Flügeln war mir fast schon etwas zu übertrieben. Grundsätzlich aber eine wirklich gute Folge, die einen Großteil der letzten beiden offiziellen "Star Trek"-Staffeln ("Starfleet Academy: Season One" und "Strange New Worlds: Season Four") aussticht.