Originaltitel: The Book of Quinn Episodennummer: 2x08 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 03. Januar 2025 (Apple TV+) Drehbuch: Remi Aubuchon Regie: Amber Templemore Besetzung:
Rebecca Ferguson als Juliette Nichols,
Steve Zahn als Solo,
Common als Robert Sims,
Harriet Walter als Martha Walker,
Chinaza Uche als Paul Billings,
Avi Nash als Lukas Kyle,
Shane McRae als Deagan Knox,
Remmie Milner als Shirley Campbell,
Alexandria Riley als Camille Sims,
Clare Perkins als Carla McLain,
Rick Gomez als Patrick Kennedy,
Tim Robbins als Bernard Holland,
Iain Glen als Dr. Pete Nichols,
Caitlin Zoz als Kathleen Billings,
Christian Ochoa Lavernia als Rick Amundsen,
Olatunji Ayofe als Teddy,
Georgie Sadler als Audrey,
Orlando Norman als Rick,
Sara Hazemi als Hope,
Brandon Marinas als Brandon Penbrook,
James Payton als Judicial Goon Tyler,
Ankur Bahl als Judicial Goon Jessie,
Díana Bermudez als Joselyn Penbrook,
Stuart Milligan als Terrance Penbrook u.a.
Kurzinhalt:
Bernard Holland nimmt mit Martha Walker Kontakt auf, und lockt sie mit einer falschen Schadensmeldung in eine Ebene, die über der Blockade liegt. Dort droht er ihr damit, Carla schreckliches Leid anzutun, wenn sie ihm nicht Informationen darüber gibt, was die Rebellen aus der Maschinenabteilung planen. Mit ihrer unfreiwilligen Hilfe gelingt es den Raidern dann schließlich, eine Gruppe aus dem Maschinenraum dabei zu erwischen, wie sie sich in eine der höheren Ebenen schleichen wollte. Lukas Kyle sucht die Nachkommen von Salvador Quinn auf. Er hofft, von ihnen jenes Buch zu erhalten, mit dem sich der Brief an seine Frau entschlüsseln lässt. Robert Simms erfährt, dass Lukas als Bernards Schatten eingesetzt wurde. Kathleen Billings stellt ihren Mann wegen jenem Bild der Welt davor zur Rede, die dieser jemand anderem gezeigt hat. Und im anderen Silo trifft Juliette auf weitere Überlebende…
Review:
Ich muss gestehen, die Szenen rund um Julie in dieser Folge haben mich doch ziemlich frustriert. Ich dachte eigentlich, sie repariert den Generator, und kann sich danach endlich auf den Weg zurück in ihr eigenes Silo machen. Stattdessen trifft sie hier nun andere Überlebende, die angeblich auch Solo umgebracht haben, und sie am Ende wohl gefangen nehmen. Auf mich wirkt das alles nur mehr wie eine reine Verzögerungstaktik, und mittlerweile bin ich es echt leid. Wenn schon, dann hätte man diesen gesamten Handlungsstrang so komprimieren sollten, dass es zu dieser Begegnung zur Mitte der Staffel kommt, aber doch nicht erst in der achten Folge (aus zehn) – was bei mir ernste Zweifel aufkommt, ob meine Prognose einer Rückkehr von Julie zumindest im Season-Finale hält (und das war mir eigentlich schon zu spät, und hat im Verlauf der Staffel bei mir wiederholt für ordentlich Frust gesorgt). Hmpf.
Die parallelen Storylines in "unserem" Silo boten zwar einige nette Momente, insgesamt ging mir aber – wie eh schon die ganze Staffel hinweg – auch dort zu wenig weiter. Am Uninteressantesten fand ich persönlich Lukas' Nachforschungen; wohl auch, da es der Serie nicht gelingen wollte, mich in den bisherigen Episoden eine Bindung zu ihm aufbauen zu lassen. Da habe ich mit, beispielsweise, Juliettes Nachforschungen in Seasons Eins ungleich mehr mitgefiebert. Wie dort Aufbau und Pacing generell um einiges besser war; auch, weil Juliette eindeutig im Zentrum stand, und wir die anderen Figuren eher über den Kontakt mit ihr kennenlernten. Dieser Fokus fehlt mittlerweile völlig. Erschwerend kommt hinzu, dass wir uns vielen Figuren immer nur für zwei bis drei Szenen zuwenden. Exemplarisch sei Sheriff Billings erwähnt. Über die acht Folgen der zweiten Staffel verteilt, war sein Handlungsstrang genau genommen gar nicht mehr so uninteressant. Und nicht zuletzt das Gespräch mit seiner Frau hier hatte es mir durchaus angetan. Aber so wie seine Handvoll Szenen hier über die gesamte Season verstreut wurden, baut sich einfach keine Dynamik auf. Bis zu dem Punkt, wo wir ihn wieder sehen, habe ich schon wieder vergessen, was er zuletzt erlebt hat. Dies gilt übrigens durchaus auch für Simms, wenn auch zugegebenermaßen längst nicht so extrem, wie das bei Billings der Fall ist. Am besten fand ich noch Walkers Dilemma. Zwar war das extrem vorhersehbar, dennoch habe ich mit ihr mitgelitten, als sie Bernard hier vor die Wahl zwischen ihrer Frau und den Rebellen in der Maschinenabteilung stellt. Auch, weil Harriet Walter für mich zu den stärksten Darsteller:innen aus dem Ensemble zählt.
Fazit:
Früh im Verlauf der zweiten Staffel gewann ich den Eindruck, dass sich diese als Geduldsspiel erweisen würde – und bis einschließlich "Quinns Buch" wurde ich damit leider bestätigt. Im Großen und Ganzen wäre diese jetzt nicht wesentlich besser oder schlechter gewesen als das, was zuvor kam, und setzte sie den dominierenden durchschnittlichen Eindruck fort, der sich daraus ergibt, dass es zwar durchaus einzelne gute Momente gibt, diese aber in eine Handlung eingebettet sind, die sich im Schneckentempo vorwärtsbewegt, was der Dramaturgie alles andere als zuträglich ist. Erschwerend kommt das mittlerweile breit gefächerte Ensemble hinzu, die oftmals nur zwei bis drei nennenswerte Szenen in einer Folge bekommen, wodurch ihre individuellen Handlungsstränge (ebenfalls) keine Dynamik entwickeln. In erster Linie war es aber die Wendung rund um Juliette, die hier auf andere Überlebende trifft, die mich frustrierte – da ich mittlerweile sogar daran zu zweifeln beginne, ob sie es überhaupt bis (zumindest) dem Ende der Staffel zurück in ihr Silo schafft. Was für mich wohl so ziemlich das Worst-Case-Szenario wäre.