Star Trek: New Voyages - 1x03: World Enough and Time
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Originaltitel: World Enough and Time Episodennummer: 1x03 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 23. August 2007 Drehbuch: Michael Reaves & Marc Scott Zicree Regie: Marc Scott Zicree Besetzung:
James Cawley als James T. Kirk,
Jeffery Quinn als Spock,
George Takei als Hikaru Sulu,
Grace Lee Whitney als Janice Rand,
Majel Barrett als The Computer,
Christina Moses als Alana,
John Lim als Young Sulu,
Andy Bray als Chekov,
Julienne Irons als Uhura,
Charles Root als Scotty,
Ron Boyd als DeSalle,
Lia Johnson als Dr. Chandris,
Mimi Chong als Demora Sulu u.a.
Kurzinhalt:
Als man einen Notruf eines Frachters aus der neutralen Zone zwischen dem Raum der Föderation und dem romulanischen Reich erhält, findet sich die Enterprise plötzlich im allen Kadetten bekannten Kobayashi Maru-Szenario wieder. Zwar gelingt es der Enterprise, die angreifenden Kriegsschwalben auszuschalten, zuvor wurde von diesen jedoch eine experimentelle Waffe aktiviert, welche Captain Kirks Schiff in einem Raum und Zeit verzerrenden Dimensionsfeld festhält. Die Schilde können die Enterprise nur mehr wenige Stunden schützen. Sulu und Dr. Chandris brechen mit einem Shuttle zum romulanischen Schiff auf, um die Energiesignatur der Waffe zu scannen, in der Hoffnung, so einen Weg zu finden, das Feld zu destabilisieren und die Enterprise zu retten. Als das Shuttle zerstört wird, bleibt keine andere Wahl, als den Versuch zu unternehmen, sie trotz der Interferenzen zurückzubeamen. Dabei erscheint plötzlich ein stark gealterter Sulu mit seiner Tochter Alana. Denn für Sulu sind in der Zwischenzeit dreißig Jahre vergangen, die er zusammen mit Dr. Chandris und in weiterer Folge Alana auf einem einsamen Planeten verbrachte…
Review:
Nachdem bereits das Drehbuch von "To Serve All My Days" besser war, als das, was man uns bei dieser Fanserie zuvor geliefert hatte (das doofe "Alles nur geträumt"-Ende blende ich bei diesem Lob jetzt mal ganz bewusst aus), setzt "World Enough and Time" diesbezüglich nochmal eins drauf. Doch die vierte Folge bessert nicht nur dahingehend nochmal nach (und auf die Story gehe ich natürlich gleich noch näher ein), sondern auch was den Rest der Produktion betrifft. So hatte ich ja insbesondere bei "To Serve All My Days" die Inszenierung bemängelt, auch weil man mir dort fast überwiegend mit Handheld-Kameras zu arbeiten schien. Hier nun setzt man stark auf statische Kameraeinstellungen, die besser zum "look & feel" der klassischen Serie passen. Generell machte die Regie durch Marc Scott Zicree (der zuletzt über Kickstarter seine Sci-Fi-Serie "Space Command" finanzierte, an der auch einige "Star Trek"- und "Babylon 5"-Veteranen beteiligt waren) einen stilvollen Eindruck. Aber auch die hier verwendeten Kameras dürften deutlich hochwertiger gewesen sein. Sehr gute CGI-Effekte (und digitale Hintergründe) sowie die überzeugenden Sets runden das produktionstechnisch überaus positive Gesamtbild ab.
Darstellerisch sticht natürlich die Rückkehr von George Takei als Hikaru Sulu hervor. Dieser zeigt hier eine bestechende Leistung, und scheint es auch sichtlich zu genießen, dank der interessanten Grundidee seiner Figur neue Seiten abringen zu können. Vor allem in jener Szene, wo er sich an seine verstorbene Frau erinnert, hat mich seine Performance begeistert; aber auch zum Ende hin bekommt er noch einige wirklich starke Momente. Seine "Tochter" Christina Moses steht ihm dabei in nichts nach. Ihre charmante Performance sorgte maßgeblich dafür, dass ich praktisch sofort eine Bindung zu ihrer Figur aufbaute – was dann eben auch den Ausgang des Geschehens so bitter und tragisch macht. Auch die zarte, angedeutete Romanze zwischen ihr und Kirk trägt sicherlich dazu bei. Im Allgemeinen finde ich ja, dass spätere "Star Trek"-Produktionen Kirk ein bisschen zu übertrieben als Aufreißer darstellten, und diesen Aspekt zu sehr betonten. Hier passt es aber; zumal man hierbei auch sehr schön deutlich macht, dass die zahlreichen Flirtereien letztendlich nichts zu bedeuten hatten, er sich überaus einsam fühlt, und er von allen Frauen die er geliebt hat am meisten immer noch Edith Keeler nachtrauert. Jedenfalls hat mir auch James Cawleys Leistung hier gut gefallen, auch wenn er nicht ganz mit Takei und Moses mithalten können mag. Gleiches gilt auch für die anderen aus der Amateurriege. Schön fand ich es zudem, dass Majel Barrett dazu überredet werden konnte, wieder als die Stimme des Enterprise-Computers zurückzukehren. Und sowohl das Wiedersehen mit der Excelsior im Allgemeinen (die Szenen auf ihr bilden die Buchrücken der Folge) und Grace Lee Whitney im Besonderen werteten "World Enough and Time" ebenfalls auf.
Die größte Stärke liegt aber im Drehbuch. Auf der einen Seite ist es hier sehr gut gelungen, sich einen Weg zu überlegen, wie George Takei in seine alte Rolle zurückkehren kann, ohne dass man den Zeitrahmen der klassischen Serie verlässt (Prolog und Epilog ausgeblendet). Noch schöner ist aber, dass ich hier nie das Gefühl hatte, dass die Story eigentlich nur eine Ausrede eben dafür ist, sondern man hier vielmehr tatsächlich eine interessante und in weiterer Folge auch zutiefst berührende Geschichte erzählen will. Und eben dies gelingt "World Enough and Time" dann eben noch dazu hervorragend. Schon allein die Idee eines anderen Lebens, welches Sulu für drei Jahrzehnte geführt hat, fand ich faszinierend. Dann kommen noch alles rund um den Tod seiner Frau (die betreffende Szene habe ich ja schon lobend erwähnt), das moralische und emotionale Dilemma rund um Alana, sowie der entsprechende tragische Ausgang des Geschehens, hinzu. Die berührende Szene letzte zwischen Hikaru und Demona machte "World Enough and Time" dann endgültig perfekt.
Fazit:
Nachdem mich die ersten drei Folgen ja doch eher enttäuscht hatten, war ich überhaupt nicht darauf gefasst, mit "World Enough and Time" die wohl "Star Trek"-Episode zu Gesicht zu bekommen, die mir in den letzten Jahren (Jahrzehnten?) untergekommen ist. Geschrieben von Michael Reaves und Marc Scott Zicree, und inszeniert von letzterem, lässt diese Fan-Produktion alles, was in den letzten zwanzig Jahren an offiziellen Produktionen unter dem Namen "Star Trek" veröffentlicht wurde, hinter sich. Bezüglich der Produktionsqualität hat man sich im Vergleich zu den vorherigen Episoden noch einmal deutlich gesteigert. Das Wiedersehen mit der Excelsior im Prolog und Epilog hatte es mir auch enorm angetan. Gleiches gilt für die Rückkehr einzelner "Star Trek"-Veteran:innen, insbesondere natürlich von George Takei, der hier als Hikaru Sulu noch ein letztes Mal so richtig auftrumpft. Nicht vergessen werden darf aber auch auf Christina Moses, die seine Tochter Alana ungemein charmant spielt, und damit ebenfalls enorm viel zum Gelingen der Folge beiträgt. Deren größte Stärke ist letztendlich aber das Drehbuch, einerseits aufgrund der erzählten (tragischen) Geschichte, und andererseits zahlreicher wunderbarer Dialoge. Die abschließende Szene zwischen Hikaru und Demora setzte dann schließlich einen berührenden Schlusspunkt unter eine der besten "Star Trek"-Geschichten, die je erzählt wurden.