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Twin Peaks - 2x21: Die Nacht der Entscheidung Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: Miss Twin Peaks
Episodennummer: 2x21
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 10. Juni 1991
Erstausstrahlung D: 15. Februar 1992
Drehbuch: Barry Pullman
Regie: Tim Hunter
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Catherine Martell, Eric DaRe als Leo Johnson, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Kenneth Welsh als Windom Earle, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Ian Buchanan als Dick Tremayne, Heather Graham als Annie Blackburn, David L. Lander als Tim Pinkle, Robyn Lively als Lana Budding Milford, Wendy Robie als Nadine Hurley, Don S. Davis als Major Garland Briggs, Gary Hershberger als Mike Nelson, Mary Jo Deschanel als Eileen Hayward, Catherine E. Coulson als The Log Lady, Dan O'Herlihy als Andrew Packard, John Boylan als Mayor Dwayne Milford, Jill Engels als Trudy u.a.

Kurzinhalt: Leo gelingt es, Major Briggs zu befreien, den er darum bittet, seine geliebte Shelley zu retten. Während Leo für sein Vergehen von Windom Earle bestraft wird, gelingen Agent Cooper und Sheriff Truman im Hinblick auf Earles Pläne dank der Aussage von Major Briggs sowie mit Hilfe von Deputy Andy der entscheidende Durchbruch: Sie erkennen, dass er es auf die Gewinnerin des Miss Twin Peaks-Wettbewerbs abgesehen hat, und mit dieser dann die Pforte zur Schwarzen Hütte durchschreiten will. Nun gilt es, alles daran zu setzen, seinen Plan zu vereiteln. Doch trotz all ihrer Bemühungen und Vorbereitungen nimmt das Unheil seinen Lauf. Noch ahnen die Bewerberinnen jedoch nichts davon, und geben auf der Bühne ihr Bestes. Und während des Wettbewerbs informiert Lucy Andy und Dick über ihre Entscheidung, wer – unabhängig von den biologischen Tatsachen – der Vater ihres Kindes wird…


Review: Episodenbild (c) ABC Ich zitiere mich: Je näher die Wahl zur Miss Twin Peaks rückt, desto mehr steigert sich die Spannung. Das galt bereits für die vorherigen Episoden, hier nun aber nochmal ganz besonders. Dabei beginnt "Die Nacht der Entscheidung" ja bereits ziemlich mitreißend, mit Leos Versuchen, Briggs die Flucht zu ermöglichen. Natürlich ist dies im Hinblick darauf, für seine frühere Taten – und dem, was er Shelley angetan hat – Buße zu tun, viel zu wenig, es ist aber zumindest mal ein erster Schritt. Die Bestrafung folgt auf dem Fuße, als Windom Earle ihn in einer ziemlich fiesen Todesfalle zurücklässt. Man muss ihn nicht mögen, um hier nicht trotzdem zumindest ein kleines bisschen mit ihm mitzuleiden. Doch obwohl die Flucht von Briggs und seine nachfolgende Befragung durch Cooper und Truman, in Verbindung mit dem einen oder anderen entscheidenden Hinweis von Andy (ich fand es grundsätzlich ja cool, dass man der Figur damit nach längerem wieder mal Gelegenheit gab, zu glänzen, aber, ganz ehrlich: Da hätten Dale und Harry eigentlich auch draufkommen müssen) ihnen nun Earles Pläne offenbart, kann man sich doch nicht des Gefühls erwehren, dass er ihnen nach wie vor mindestens einen Schritt voraus ist.

Eben dies sorgt dafür, dass über dem Wettbewerb trotz der vermeintlich guten Laune, die alle auf der Bühne empfinden, und die sich auch aufs Publikum des Roadhouse übertragen sollte, ein Hauch der Verdammnis befindet. Eben dieser Kontrast zwischen dem fröhlichen Inhalt und der düsteren Gefahr gab den Wettbewerbsszenen einen ganz eigenen Reiz. Am Ende kommt es dann schließlich so, wie es wohl unweigerlich kommen musste. Annie gewinnt (wohl nicht zuletzt dank ihrer flammenden Rede, die selbst den zynischen Dick zu verzaubern vermochte), und Windom schlägt zu. Die betreffende Sequenz sticht inszenatorisch natürlich in erster Linie aufgrund des Einsatzes eines Strokoskop-Lichts hervor, der dem Finale nicht nur einen (alp-)traumhaften Charakter gibt, sondern insofern die Spannung nochmal zusätzlich steigert, als wir das Geschehen dadurch quasi nur in Einzelbildern verfolgen können. Jedenfalls fand ich die letzten paar Minuten absolut fantastisch, ungemein packend, und letztendlich dadurch, dass es just Annie erwischt, auch tragisch. Der Rest der Folge kann an diesen starken Hauptplot (naturgemäß) nicht anknüpfen. Da die Nebenhandlungen hier aber im Vergleich zu früheren Episoden deutlich zurückgefahren wurden, fand ich sie auch nie als störend. Zumal mir was mit Lucy, die hier den Vater ihres Kindes wählt (und sich dabei, wenig überraschend, für Andy entscheidet; Dicks Verhalten bei der Weinverkostung dürfte hier wohl eine wesentliche Rolle gespielt haben), durchaus gefallen konnte. Und anderes – wie das mit dem Schlüssel in Mr. Eckharts Trickkiste – war zumindest kurz genug, um nicht weiter (negativ) aufzufallen.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Was sich bereits durch die letzten Episoden zog, setzt sich hier nun fort: Die anstehende Miss Twin Peaks-Wahl, und Windom Earles Pläne für die Siegerin, sorgen dafür, dass sich durch die Folge von Beginn an eine düstere Grundstimmung zieht. Diese gab dann vor allem auch den grundsätzlich ja launigen Wettbewerbsszenen einen reizvollen konstrastrierenden Unterton. Und sobald dann die Siegerin verkündet wurde, erreicht die Spannung endgültig ihren Höhepunkt. Das Stroboskop-Licht sorgt nicht nur optisch für eine hervorstechende Szene, sondern steigert auch die Spannung nochmal zusätzlich. Dass es Dale und Harry letztendlich, trotz all ihrer Bemühungen und Vorbereitungen, nicht möglich war, Windom Earle aufzuhalten, sorgt dann schließlich für einen packenden Cliffhanger für das Finale der zweiten Staffel.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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