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Scream 7 Drucken E-Mail
Kreative Bankrotterklärung des Franchise Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Donnerstag, 29 Oktober 2026
 
Halloween-SPECiAL

 
Scream 7
Originaltitel: Scream 7
Produktionsland/jahr: USA 2026
Bewertung:
Studio/Verleih: Radio Silence Productions/Paramount Pictures
Regie: Kevin Williamson
Produzenten: U.a. Paul Neinstein, William Sherak & James Vanderbilt
Drehbuch: Kevin Williamson & Guy Busick
Filmmusik: Marco Beltrami
Kamera: Ramsey Nickell
Schnitt: Jim Page
Genre: Horror/Thriller
Kinostart Deutschland: 26. Februar 2026
Kinostart USA: 27. Februar 2026
Laufzeit: 114 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Mit: Neve Campbell, Courteney Cox, Isabel May, Jasmin Savoy Brown, Mason Gooding, Roger L. Jackson, Anna Camp, Joel McHale, Celeste O'Connor, Sam Rechner, Asa Germann, Mckenna Grace, Matthew Lillard u.a.


Kurzinhalt: Sydney Prescott, mittlerweile verheiratet und Mutter der siebzehnjährigen Tatum, hofft, die schrecklichen Ereignisse rund um die Woodsboro-Morde – und ihre zahlreichen Folgen – endlich hinter sich gelassen zu haben. Sie ist in die Kleinstadt Pine Grove in Indiana umgezogen, wo sie als Besitzerin eines kleinen Cafés ein ruhiges und beschauliches Leben führt. Bis sich eines Tages ein neuer Killer mit Ghostface-Maske in ihr Leben drängt. Nicht nur vernimmt sie am Telefon die alte, gefürchtete Stimme, in einem Videocall offenbart sich der Anrufer als Stu Macher. Doch wie kann das sein? Hat sie diesen nicht selbst vor Jahrzehnten, während der ersten Mordserie, umgebracht? Als der Killer sie und ihre Familie im Haus überrascht, eilt ihr just Gale Weathers zur Hilfe. Der Mann hinter der Maske ist dann jedoch ein gänzlich Unbekannter – und Sid hat den schrecklichen Verdacht, dass die Sache mit seinem Tod noch lange nicht ausgestanden ist, und es vielmehr noch eine weitere Person gibt, die im Hintergrund die Fäden zieht. Zusammen mit Gale geht sie der Frage nach, Stu vor dreißig Jahren tatsächlich gestorben ist, und wenn ja, wer stattdessen ein Motiv haben könnte, nach all der Zeit an Sydney Rache zu nehmen…

Review (kann Spoiler enthalten): Szenenbild. Nach über zehn Jahren Pause hauchte das unter dem Künstlernamen Radio Silence bekannte Team Matt Bettinelli-Olpin & Tyler Gillett (darüber hinaus u.a. für die beiden "Ready Or Not"-Filme und "Abigail" verantwortlich) dem Franchise neues Leben ein. Während ich von ihrem fünften Teil nicht sonderlich begeistert war, gelang es dem in New York angesiedelten sechsten Film dann, mich wieder voll abzuholen. Im Hinblick darauf, dass man uns dort am Ende bereits eine spannende Möglichkeit zukünftige Ausrichtung des Franchise vorstellte, war ich auf den nächsten Teil – der dann ihre Trilogie abgeschlossen hätte – schon sehr gespannt. Doch es kam anders: Ihr neuer Haupt-Star Melissa Barrera verfrachtete sich mit einigen Kommentaren zum Nahost-Konflikt ins Abseits. Als man sie feuerte, weigerten sich sowohl Jenna Ortega (ich behaupte mal dreist, dass sie darüber insofern nicht einmal so böse war, als sie in der Zwischenzeit ihren großen Durchbruch gefeierte hatte, und dementsprechend eh schon ausgelastet genug ist) als auch Radio Silence, zurückzukehren. Da das Studio das Momentum nach den erfolgreichen Filmen aufrecht erhalten wollten, war nun guter Rat teuer.

In ihrer Verzweiflung richteten sie den Blick statt auf die Zukunft vielmehr in die Vergangenheit. Kevin Williamson, einst mit Wes Craven das Mastermind, welches das Franchise begründete, sollte es richten. Fünfzehn Jahre zuvor hatte er – damals noch zusammen mit Regisseur Wes Craven – der Slasher-Reihe mit dem von mir überaus geschätzten (und in meinen Augen allgemein unterschätzten) vierten Teil der Reihe frisches Leben eingehaucht. Mit "Scream 7" wollte ihm ähnliches leider nicht gelingen; ganz im Gegenteil. Auf mich machte es den Eindruck, als wäre ihm nach all der Zeit – und möglicherweise auch angesichts des großen Zeitdrucks, unter dem er stand – einfach nichts eingefallen. Das Endergebnis ist ein 08/15-Slasher, dem es an all jenen Aspekten mangelte, welche die Reihe einst so auszeichnete. Dies gilt insbesondere für die Selbst-Ironie, die Meta-Kommentare, und das ansprechen – und daraufhin dann spielen – mit den üblichen Genre-Regeln. Ok, zugegeben, letzteres war in den letzten beiden Filmen auch schon nur mehr überaus rudimentär vorhanden und wirkte noch dazu eher wie eine ungeliebte Pflichtübung. Gerade diesbezüglich hätte ich mir von Williamsons Rückkehr aber eigentlich mehr erwartet. Vor allem aber, auch wenn sie diesen Aspekt vernachlässigten, waren sie in anderer Hinsicht durchaus clever, und boten vor allem auch einiges an Humor. Letzteres vermisst man beim siebten Film fast völlig. Es ist zudem (auch wenn Williamson hier nichts dafür kann) enorm schade, dass wir hier nun nachdem die letzten beiden Teile der Reihe dafür sorgten, dass wir zu den Carpenters eine Bindung aufbauen, auf Sam und Tara verzichten müssen, und damit diese Stärke nicht ausspielen können. Stattdessen verlegt man sich völlig auf Sid und Gale. Und ja, deren gemeinsamen Momente sind noch so ziemlich das Beste am Film – machen aber zugleich sein größtes Problem offensichtlich: Nämlich, dass man sich viel zu sehr auf den Legacy-Aspekt konzentriert und verlässt, während es dem Film leider nicht gelingen wollte, mich zu den neuen Figuren eine Bindung aufbauen zu lassen.

Szenenbild. Besonders fatal ist das entsprechende Versagen des Films im Hinblick auf Sidneys Tochter Tatum. Ja, es gibt einzelne Momente – wie die Aussprache am Ende, wo Sid auch auf den Grund eingeht, warum sie diesen Namen gewählt hat – die gut funktionieren, insgesamt holt "Scream 7" aus der grundsätzlich interessanten und vielversprechenden Idee, dass hier nun auch Sids Tochter von jenem Grauen heimgesucht wird, dass einst sie verfolgt, viel zu wenig raus. Wie eigentlich auch aus der Mutter-Tochter-Dynamik im Allgemeinen. Dabei wäre gerade auch in der Idee, als Tochter einer Frau aufzuwachsen, der in dem Alter so viel schreckliches widerfahren ist, so ungemein viel Potential gesteckt! Aber auch der Whodunit-Aspekt hat hier (wieder einmal) für mich überhaupt nicht funktioniert. Es macht nicht wirklich Spaß, mitzuraten, und die Auflösung ist dann noch dazu derart lachhaft, dass selbst wenn man sich Gedanken gemacht hätte, dies in keinster Weise belohnt wird. Vor allem aber mangelt es "Scream 7" an Spannung; Williamson war mal ein guter Drehbuchautor, ist aber leider kein guter Regisseur, und versteht es leider nicht, für eine gruselige Stimmung zu sorgen. Zugegeben, sehr vereinzelt spielt er recht clever mit der Ghostface-Maske im Hintergrund, mehr als das darf man sich im Hinblick auf seine Inszenierung aber nicht erwarten.

Um fair zu bleiben: Den fünften Film der Reihe – den ersten von Radio Silence – fand ich letztendlich auch nicht besser. Und tatsächlich ist an "Scream 7" ja auch längst nicht alles schlecht. Vor allem die schauspielerischen Leistungen wissen teilweise zu gefallen, insbesondere von Neve Campbell (während Courteney Cox darunter leidet, dass ihre diversen Schönheitsbehandlungen ihre Gesichtsregungen mittlerweile doch enorm einschränken). Aber auch die Besetzung weiß zu gefallen, und wartet neben den Veteranen der Reihe (zu denen neben Campbell und Cox [und ein paar Cameos, die ich hier nicht vorwegnehmen will] auch die einzigen beiden Überbleibsel aus den "Radio Silence"-Filmen, Mason Gooding und Jasmin Savoy Brown, zählen) u.a. noch mit Isabel May (in erster Linie bekannt aus dem "Yellowstone"-Prequel "1883"), Joel McHale (Jeff Winger aus "Community"), Asa Germann ("Gen V") und Mckenna Grace (aus den letzten "Ghostbusters"-Filmen) auf. Die Morde sind zudem angenehm brutal und teilweise auch durchaus einfallsreich umgesetzt. Am besten hat mir aber die Anfangssequenz im Haus gefallen. Mit dieser bewahrt Williamson eine Tradition der Reihe, und so wie schon beim ersten Film würde das prima als eigener Kurzfilm funktionieren. Es ist auch die einzige Stelle, wo man mit der Geschichte des Franchise (bzw., um im Filmuniversum zu bleiben, der "Stab"-Reihe) spielt, es gibt ein paar nette Einfälle (wie rund um die Ghostface-Puppe), und insgesamt machte dieser Teil des Films Laune. Leider aber wird selbst dieser in meinen Augen beste Teil von "Scream 7" rückblickend dadurch ein bisschen ruiniert, als keiner der Killer einen Bezug zu diesem Schauplatz hat, und die Sequenz so gesehen eigentlich nicht wirklich Sinn ergibt. Etwas, dass einem erfreulicherweise aber erst im Nachhinein bewusst wird.

Fazit: Szenenbild. Die KI-Zusammenfassung der User-Reviews auf IMDB bringt es mit folgendem Satz leider genau auf den Punkt: Mit "Scream 7" ist das Franchise das geworden, was es einst persifliert hat. Dem jüngsten Film des Franchise fehlt leider praktisch alles, was die Reihe früher so auszeichnete, und aus der Masse an Slasher-Filmen hervorstechen ließ. Dies gilt insbesondere für die Selbstironie und die Meta-Ebene. Was bleibt, ist ein 08/15-Slasher – und nicht einmal ein sonderlich guter. Ja, die kills sind ganz nett, und schön brutal, dafür lässt es "Scream 7" aber leider durchgehend an Spannung vermissen. Auch aus dem Mutter-Tochter-Gespann Sidney und Tatum holt man viel zu wenig heraus. Und der Whodunit-Aspekt hat auch schon mal deutlich besser funktioniert. Die wenigen gelungenen Momente drehen sich um Sid und Gale – und genau darin liegt das Problem: "Scream 7" verlässt sich fast ausschließlich auf dem Legacy-Aspekt – und wirkt dadurch altbacken, einfallslos und schal. Daran können leider weder die netten Cameo-Auftritte noch die durchwegs guten schauspielerischen Leistungen etwas ändern.

Wertung: 4 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Paramount Pictures)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2026





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