Späte, aber launige FortsetzungKategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Dienstag, 27 Oktober 2026
Originaltitel:
Ready or Not 2: Here I Come
Produktionsland/jahr:
USA 2025
Bewertung:
Studio/Verleih:
Radio Silence Productions/Walt Disney Studios
Regie:
Matt Bettinelli-Olpin & Tyler Gillett
Produzenten:
U.a. Bradley J. Fischer, William Sherak, James Vanderbilt & Tripp Vinson
Drehbuch:
Guy Busick & R. Christopher Murphy
Filmmusik:
Sven Faulconer
Kamera:
Brett Jutkiewicz
Schnitt:
Jay Prychidny
Genre:
Horror/Thriller
Kinostart Deutschland:
09. April 2026
Kinostart USA:
20. März 2026
Laufzeit:
108 Minuten
Altersfreigabe:
FSK ab 16
Mit: Samara Weaving, Kathryn Newton, Elijah Wood, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, David Cronenberg, Dan Beirne, Olivia Cheng, Anthony Hall, Varun Saranga, Nadeem Umar-Khitab, Masa Lizdek, Nestor Carbonell, Maia Jae, Joan Pablo Romero, Kevin Durand u.a.
Kurzinhalt:
Eigentlich wollte Grace nur Alex heiraten, nicht etwa, weil er Teil der wohlhabenden Le Domas-Familie ist, sondern weil sie ihn aufrichtig liebte. Doch die Tradition verlangte von ihr, sich in einem brutalen Versteckspiel auf Leben und Tod den anderen Familienmitgliedern zu stellen. Ein Wettbewerb, den sie nicht nur gewonnen, sondern auch als Einzige überlebt hat. Damit beginnen ihre Probleme jedoch erst nur. Denn nur kurz nachdem sie ins Krankenhaus gebracht wurde, wird sie aus diesem auch schon wieder entführt. Die Le Domas-Dynastie war das Oberhaupt eines weltweit operierenden Geheimbunds. Die anderen Familien haben es schon lange auf deren Position abgesehen. Und nun, da Grace die letzte Überlebende Le Domas ist, müssen sie lediglich sie bezwingen. Und so wird ein weiteres Mal auf sie – und ihre entfremdete Schwester Faith – Jagd gemacht. Um das Spiel zu gewinnen, müssen sie bis zum Sonnenaufgang am Leben bleiben…
Review (kann Spoiler enthalten):
"Ready Or Not" war anno 2019 ein (kleiner) Überraschungserfolg, der vor allem auch Samara Weavings internationalen Durchbruch bedeutete, und sie mit einem einzigen denkwürdigen Auftritt zu einer modernen Horror-Ikone machte. Es mag daran – und ihrem daraufhin vollen Terminkalender – geschuldet sein; möglicherweise spielten auch COVID und der nachfolgende Streit der Drehbuchautoren eine Rolle. So oder so sollte es sieben Jahre dauern, bis die Fortsetzung in die Kinos kam. Unbedingt geschadet hat das in meinen Augen allerdings nicht; eher im Gegenteil. Denn allzu oft ist das Gegenteil der Fall, und wird die Fortsetzung eines Überraschungserfolgs überstürzt, um den Schwung des ersten Teils mitzunehmen, und von dessen Erfolg und Popularität zu profitieren. Dabei wird dann aber oftmals die Qualität vernachlässigt, gerade auch im Hinblick auf die Story. Demgegenüber hatten Guy Busick und R. Christopher Murphy hier genug Zeit, um sich eine sinnvolle Fortsetzung – und zugleich Erweiterung – ihrer Geschichte aus dem ersten Teil zu überlegen. Etwas, von dem "Ready Or Not 2" meines Erachtens auch eindeutig profitiert.
Es hilft wohl auch, dass ich trotz aller Vorfreude (einerseits, da mir der erste Teil durchaus gut gefallen konnte, andererseits aber auch wegen des launigen Trailers, sowie den prominenten Neuzugängen) doch auch insofern ein bisschen skeptisch war, als das stark nach einem einfallslosen "more of the same"-Sequel roch. Wieder muss sich Grace, diesmal gleich gegen mehrere Familien, in einer brutalen Jagd (bzw. einer blutigen Version des Versteckspiels) behaupten. Aber auch im Hinblick darauf, ob mich die Erweiterung der Mythologie überzeugen wurde, war ich im Vorfeld skeptisch. Letztendlich konnte mir die Fortsetzung aber sogar eine Spur besser gefallen als der ebenfalls schon launige erste Teil. Dort störte ich mich ja einerseits daran, dass Grace lange Zeit enorm passiv bleibt, und andererseits am übernatürlichen Twist rund um den Fluch, den ich nicht habe kommen sehen, und der mich dort doch ein bisschen aus der Bahn geworfen hat. Beides ist hier kein Problem mehr: Grace ist von Beginn an im Kampfmodus, und nachdem die übernatürlichen Elemente im ersten Teil bereits etabliert wurden, hatte ich hier nun auch kein Problem mehr damit, mich auf diese einzulassen. Der Film profitiert darüber hinaus von einer sogar nochmal eine Spur besseren Besetzung, wobei man sich als Genre-Fan insbesondere über die Auftritte von Sarah Michelle Gellar, Elijah Wood und David Cronenberg freut. Samara Weaving hat zudem in den Jahren nach ihrer Breakout-Performance in "Ready or Not" fleißig weiter "Genre-Cred" gesammelt – und bekommt hier mit Kathryn Newton eine kongeniale Partnerin zur Seite gestellt, die sich mit wenigen (dafür aber allesamt hervorstechenden) Auftritten in Horrorfilmen ("Freaky", "Abigail") in kürzester Zeit ebenfalls einen entsprechenden Ruf erarbeitet hat. Der Film ist zudem durchgehend unterhaltsam, wieder einmal angenehm blutig, bietet ein paar hervorstechende, launige Szenen (wie jene im Ballsaal), und steigert sich vor allem auch zu einem völlig bekloppten Finale. Zugegeben, spannungstechnisch muss man, wie schon beim Vorgänger, Abstriche machen; dafür steht der Ausgang des Geschehens von Beginn an zu eindeutig fest. Und zugegebenermaßen wirkt die Idee beim zweiten Mal nicht mehr ganz so frisch. Vor allem aber hoffe ich, dass sie die Weisheit (und Konsequenz) besitzen werden, es damit jetzt auch gut sein zu lassen, weil in meinen Augen jede weitere Fortsetzung/Erweiterung den Rahmen der Glaubwürdigkeit, der hier bereits stark strapaziert wird, endgültig sprengen würde. So gesehen hatte das verhaltene Einspielergebnis (welches ich sonst wohl mehr bedauern würde) ja vielleicht auch etwas Gutes.
Fazit:
Mir hat die Fortsetzung sogar noch etwas besser gefallen als der ohnehin schon launige erste Teil. Einerseits musste ich mich dadurch, dass dort der Fluch als etwas reales etabliert wurde, im Hinblick auf die übernatürlichen Elemente nicht mehr "umstellen", und andererseits nimmt Grace hier (zusammen mit ihrer Schwester Faith) von Beginn an eine aktive(re) Rolle ein. Der Film profitiert darüber hinaus vom coolen Gespann Samara Weaving und Kathryn Newton, sowie dem einen oder anderen wieder prominenten Gastauftritt, wobei man sich als Genre-Fan insbesondere über das Wiedersehen mit Sarah Michelle Gellar freut. Last but not least schließt "Ready or Not 2" die Geschichte auf gelungene Art und Weise ab – weshalb ich auch hoffe, dass man es dabei belassen wird; denn so wie es ist halte ich die beiden Filme für eine coole und launige Horror-Duologie, die zwar das Rad nicht neu erfunden hat, mich aber (ähnlich wie "M3GAN" & "M3GAN 2.0", wo mir ebenfalls die Fortsetzung besser gefiel als der erste Teil) in den folgenden Jahren sicher immer wieder mal gut unterhalten wird.