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Teenage Sex and Death at Camp Miasma Drucken E-Mail
Slasher-Hommage und Abrechnung zugleich Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Mittwoch, 21 Oktober 2026
 
Halloween-SPECiAL

 
Wolf Man
Originaltitel: Teenage Sex and Death at Camp Miasma
Produktionsland/jahr: USA 2026
Bewertung:
Studio/Verleih: Scythia Films/MUBI
Regie: Jane Schoenbrun
Produzenten: U.a. Dede Gardner & Jeremy Kleiner
Drehbuch: Jane Schoenbrun
Filmmusik: Alex G
Kamera: Eric Yue
Schnitt: Graham Mason
Genre: Horror
Kinostart Deutschland: 20. August 2026
Kinostart USA: 07. August 2026/td>
Laufzeit: 112 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Mit: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Amanda Fix, Jack Haven, Jasmin Savoy Brown, Aren Buchholz, Florence Barrett, Kevin McDonald, Jordana Summer, Ryan McEwen, Sarah Sherman, William Vaughan, Quintessa Swindell, Eva Victor u.a.


Kurzinhalt: Die junge Filmemacherin Kris Williams bekommt den Auftrag, einen Reboot der alten Slasher-Reihe "Camp Miasma" zu drehen. Sie selbst war in ihrer Jugend großer Fan der Filme, blickt als queere erwachsene Frau nun aber durchaus ambivalent bis kritisch auf diese zurück. Sie trifft sich mit Billy Presley, dem "final girl" des ersten Films, um das Projekt zu besprechen, und im Idealfall zu einem Comeback zu bewegen. Billy hat sich vor Jahren aus dem Schauspielgeschäft zurückgezogen – und wohnt kurioserweise just in jenem Gebäude, wo der erste "Camp Miasma"-Film gedreht wurde. Bei einem gemeinsamen Abendessen zeigen sich zwischen den beiden Frauen sowohl Auffassungsunterschiede als auch Gemeinsamkeiten. Am nächsten Tag beginnt man, sich den ersten "Camp Miasma"-Film gemeinsam anzuschauen, als just in der Szene, in der Billy mit einem jungen Mann Sex hat, der vom Killer – Little Death – mit einem Speer aufgespießt wird, der Strom ausfällt. Kris meint, dass es vor allem diese Szene, und die Spiegelung des Helms von Little Death in den Augen von Billy war, die sie als Jugendliche so beeindruckt hat. Schließlich weiht Billy Kris in das große Geheimnis rund um die Camp Miasma-Filme ein: Little Death ist real…

Review (kann Spoiler enthalten): Szenenbild. "I Saw the TV Glow" ist vor zwei Jahren in meinem (Cineasten-)Bekanntenkreis doch ein ziemlicher Hype vorausgeeilt – den der Film dann zumindest bei mir leider nicht wirklich einlösen wollte. Ich fand die Idee zwar ganz witzig (und auch durchaus originell), mir fehlte aber der Bezug zu jenen TV-Serien (wie "Buffy"), welche die Vorlage für die fiktive Serie "The Pink Opaque" boten, und konnte auch mit den gleich mehrfachen Meta-Ebenen nicht so recht etwas anfangen. Mir blieb dort alles zu abstrakt, zu diffus, zu wirr – weshalb ich irgendwie nie an den Film andocken konnte. Auftritt "Teenage Sex and Death at Camp Miasma". Ich würde behaupten, das ist im Wesentlichen der gleiche Film nochmal, nur dass diesmal statt 90er-Jahre-Jugend-Fantasyserien die Slasher der 80er-Jahre im Mittelpunkt stehen. Das hat den Vorteil, dass ich zu diesen – wenn ich auch noch nie der größte Fan von beispielsweise der "Freitag der 13."-Reihe war – definitiv eine größere Affinität habe. Dies ist dann denke ich auch der Hauptgrund, warum mit "Teenage Sex and Death at Camp Miasma" zumindest eine Spur besser gefallen konnte. Insgesamt hielt sich meine Begeisterung, wie man ja auch an der Wertung sehen kann, aber auch hier eher in Grenzen.

Beginnen wir mit dem Positiven: In den Szenen der fiktiven Slasher-Reihe, die hier im Mittelpunkt steht, fängt Jane Schoenbrun den "look & feel" der typischen 80er-Jahre-Slasher perfekt ein. Das sieht wirklich so aus, als wäre es vor (über) vierzig Jahren gedreht worden. Tatsächlich ist der Teil so gut, dass ich mir fast wünschte, Schoenbrun hätte sich den ganzen Meta-Kommentar geschenkt, und einfach einen klassischen, altmodischen Slasher gedreht. Daran war sie aber halt nie interessiert, geht es ihr doch vielmehr um eine durchaus kritische Auseinandersetzung mit dieser lange Zeit höchst populären Filmströmung. Und rund um den Widerspruch einer queeren, "woken" Person, die diese Filme trotz ihrer inhärent sexistischen (und nicht selten auch homophoben) Untertöne dennoch liebt, holt "Teenage Sex and Death at Camp Miasma" auch einige durchaus interessante Ansätze heraus. Hannah Einbinder sowie Gillian Anderson sind zudem sowohl separat voneinander als auch in ihrem Zusammenspiel einfach nur wunderbar (wenn ich mich auch Frage, wie Schoenbrun den Altersunterschied der beiden beurteilen würde, wenn Kris heterosexuell und Billy ein Mann wäre), wobei ich neben ihnen insbesondere auch noch Amanda Fix lobend hervorheben will, die als junge Billy ebenfalls eine phantastische Leistung zeigt. Und doch, so richtig überzeugen wollte mich "Teenage Sex and Death at Camp Miasma" leider nicht. Das beginnt schon bei der bewusst künstlich-surrealen Umsetzung der Camp-Location (bei der ich noch dazu den Eindruck hatte, dass sie nicht künstlerischen, sondern vielmehr budgetären Überlegungen geschuldet war). Die ganze sexuelle Meta-Ebene – nicht zufällig heißt der Killer in den fiktiven Slasher-Filmen "Little Death" – hat für mich auch nicht so recht funktioniert. Vor allem aber war mir dann das mit der Slasher-Reihe, die quasi ein Eigenleben entwickelt hat, und ständig neu gefüttert werden will, dann definitiv zu abgefahren, als das ich mich darauf hätte einlassen können. Aber vielleicht habe ich auch einfach nicht verstanden, was uns Schoenbrun damit sagen wollte.

Fazit: Szenenbild. "Teenage Sex and Death at Camp Miasma" hat für mich zwar immerhin eine Spur besser funktioniert als Jane Schoenbruns vorheriger Film, der größte Fan der Filmemacherin und ihres Zugangs – zumindest, sofern sie diesen beibehält – werde ich aber nicht mehr. Der Hauptgrund, warum ich ihn besser fand, liegt darin, dass ich einen deutlich größeren Bezug zum hier vorliegenden Motiv – dem Slasher – habe, als dies bei "I Saw the TV Glow" der Fall war. Schoenbrun fängt die Ästhetik klassischer Slasher-Filme aus den 80ern in den "Camp Miasma"-Szenen wirklich perfekt ein; dementsprechend hat der Teil, der uns einen Einblick in den damaligen (fiktiven) Film bot, für mich am besten funktioniert. Die Meta-Ebene fand ich aber ähnlich konfus und in weiterer Folge auch völlig überzogen wie bei "I Saw the TV Glow", und spätestens mit "Little Death gibt es wirklich" – und wie das hier genau umgesetzt wurde – hat mich Schoenbrun dann leider verloren. Ganz ehrlich: Da ziehe ich parodistische und sich durchaus ebenfalls kritisch mit den üblichen Mechanismen und Klischees des Genres auseinandersetzenden Filme wie "The Final Girls" definitiv vor. Aber vielleicht bin ich für Schoenbruns Werke auch einfach zu blöd.

Wertung: 6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 MUBI)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2026





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