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The End of Oak Street Drucken E-Mail
David Robert Mitchell zollt Amblin Tribut Kategorie: Filme - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 11 Oktober 2026
 
Halloween-SPECiAL

 
The End of Oak Street
Originaltitel: The End of Oak Street
Produktionsland/jahr: USA 2026
Bewertung:
Studio/Verleih: Bad Robot/Warner Bros.
Regie: David Robert Mitchell
Produzenten: U.a. J.J. Abrams & David Robert Mitchell
Drehbuch: David Robert Mitchell
Filmmusik: Michael Giacchino
Kamera: Mike Gioulakis
Schnitt: John Axelrad
Genre: Thriller/Science Fiction
Kinostart Deutschland: 13. August 2026
Kinostart USA: 14. August 2026
Laufzeit: 99 Minuten
Altersfreigabe: FSK ab 16
Mit: Anne Hathaway, Ewan McGregor, Maisy Stella, Chrisitan Convery, Jordan Alexa Davis, P.J. Byrne, Hudson Meek, Anne Gee Byrd, Emily Kuroda u.a.


Kurzinhalt: Die Familie Platt lebt an der Oak Street, die Teil einer typischen amerikanischen Vorstadt ist. Die Ehe zwischen Denise und Greg ist dabei zuletzt doch etwas zerrüttet, was auch an ihren Kindern Audrey und Brian nicht spurlos vorübergeht. Dann kommt es plötzlich zu mehreren mysteriösen Vorfällen, wie z.B. prähistorischen Pflanzen, die auf einmal im Garten ihrer Nachbarin auftauchen, sowie seltsame Lichterscheinungen und Erdbeben. Eines Morgens ist dann plötzlich nichts mehr so, wie es einmal war. Die komplette Siedlung scheint quasi ausgeschnitten und transportiert worden zu sein. Die entscheidende Frage ist dabei jedoch nicht, wohin, sondern wann. Denn wie die Platts herausfinden müssen, sind sie von einer prähistorischen Welt umgeben, die voller Gefahren – nicht zuletzt in der Form von Dinosauriern – stecken. Nun müssen die Platts nicht nur ihre Differenzen überwinden und gemeinsam ums Überleben kämpfen, sondern vor allem auch nach einem Weg suchen, wieder in ihre Zeit zurückzukehren…

Review (kann Spoiler enthalten): Szenenbild. Auf David Robert Mitchells ziemlich coolen "It Follows" (wenn ich von diesem auch nicht ganz so begeistert war, wie einige andere) folgte ein paar Jahre später mit "Under the Silver Lake" ein in meinen Augen deutlich schwächerer Film. Danach hat er sich – ob freiwillig oder unfreiwillig, kann ich nicht beurteilen – bis zu seinem nächsten Projekt Zeit genommen. Im Hinblick auf die Werbekampagne zum Film habe ich ähnlich gemischte Gefühle wie kürzlich bei "Abigail". Auf der einen Seite ist es natürlich schade, dass der große Clou in den Trailern, Postern usw. bereits vorweggenommen wurde. Andererseits, hätten sie das nicht getan, hätte ich ihn wohl im Kino ausgelassen, was dann wiederum auch schade gewesen wäre. So oder so: "The End of Oak Street" lässt die guten alten Amblin-Klassiker der frühen 80er wieder aufleben – und wird daher wohl in erster Linie jene ansprechen, die mit diesen Filmen aufgewachsen sind, und entsprechend nostalgische Gefühle mit ihnen verbinden.

So wie eben auch ich. Dementsprechend sehe ich auch in der Art und Weise, wie es David Robert Mitchell hier gelingt, eben diese Filme sowohl vom Ton, vom Inhalt aber auch von der Machart her einzufangen, den größten Reiz von "The End of Oak Street". Da haben wir zum Beispiel die zerrüttete Familie, die im Zuge der Ereignisse hier wieder zueinanderfindet. Die Mischung aus Spannung, Abenteuer und Humor. Aber eben auch inszenatorisch mit den typischen Stilmitteln der damaligen Zeit, wie z.B. dem Split Diopter (in einem kuriosen Zufall habe ich mir am selben Tag auch noch "Sex and Death at Camp Miasma" angesehen, wo ein solcher ebenfalls zur Anwendung kam). Und nicht zuletzt auch musikalisch, wobei sich Michael Giacchino hier für mich zum wiederholten Mal als der legitime Nachfolger von John Williams erweist. Zu eben diesen Stärken gesellen sich dann auch noch die sehr guten schauspielerischen Leistungen hervor. Egal ob Anne Hathaway und Ewan McGregor (die ein höchst überzeugendes Paar abgeben), oder auch die durch die Bank super gecasteten Kinderdarsteller:innen, sie alle sorgen mit ihrer überzeugenden Leistung dafür, dass man dem Film seine durchgeknallte Prämisse (deren Ursache übrigens bis zuletzt nicht genau erklärt wird; manche mögen sich daran stören, ich hingegen fand das durchaus charmant; wir Menschen müssen ja nicht immer alles verstehen, was im Universum vor sich geht) abkauft. Was ist nicht beurteilen kann ist, wie glaubwürdig bzw. historisch akkurat die Riege der hier versammelten Dinosaurier ist (ein Problem, dass "Jurassic Park" insofern nicht hatte, als hier ja Dinos aus den verschiedensten Epochen aufgrund der Genexperimente in unsere Zeit geholt wurden); das sollen bitte Prähistoriker beurteilen. Ein bisschen schade fand ich zwar, dass man bei ihnen ausschließlich auf CGI zu setzen schien. Zumal ich es nach wie vor beachtlich finde, dass es so viele Jahre trotz der technologischen Fortschritte nicht möglich zu sein scheint, die Leistung aus den ersten beiden "Jurassic Park"-Filmen zu übertreffen. Grundsätzlich waren sie aber durchaus gut gemacht. Als letzten wesentlichen Pluspunkt möchte ich dann auch noch die eine oder andere (u.a. auch amüsante) Szene erwähnen, die mir sicher noch länger in Erinnerung bleiben wird (und ja, ich rede hier insbesondere vom "Dino-Sex").

Szenenbild. Ganz kommt David Robert Mitchell an die großen Klassiker, denen er hier Tribut zollt, in meinen Augen aber leider nicht heran. So hielt sich die Spannung meinem Empfinden nach hier doch eher in Grenzen. Optisch ist "The End of Oak Street" zudem doch ein bisschen fad geraten. Einzelne Entwicklungen – und hier beziehe ich mich vor allem auf einen Moment – fand ich zudem ziemlich vorhersehbar, was auch ihre Wirkung reduzierte. Da und dort wirkt das Verhalten der Charaktere zudem wenig clever (wobei man durchaus argumentieren kann, dass dies zum Hommage-Aspekt dazugehört, da das in jenen Filmen, denen Mitchell hier huldigt, oftmals auch so war). Vor allem aber sehe ich den Epilog skeptisch. Nur um das klarzustellen: Damit meine ich nicht den Ausgang des Geschehens an sich. Den fand ich nämlich ziemlich cool. Aber aus meiner Sicht hat Mitchell mit "Is that a fucking dinosaur?" die in meinen Augen ideale Stelle um abzublenden verpasst. Wie es weitergeht, hätte ich dann doch lieber der Fantasie des Publikums überlassen. Oder, wenn es unbedingt sein musste, den Epilog parallel zu den Credits ablaufen lassen. Zumindest in meinem Fall hat das "The End of Oak Street" nochmal einen Punkt gekostet.

Fazit: Im Hinblick darauf, den guten alten "Amblin"-Filmen (überwiegend inszeniert und/oder produziert von Steven Spielberg) Tribut zu zollen, fand ich zwar J.J. Abrams "Super 8" doch nochmal deutlich besser, dennoch konnte mir auch "The End of Oak Street" gut gefallen. Positiv macht sich in erster Linie bemerkbar, dass es David Robert Mitchell sehr gut gelingt, den Ton und Stil der Filme denen er hier huldigt einzufangen. Auch die Grundidee fand ich durchaus faszinierend. Und von der Figurenriege als auch den wirklich gelungenen Leistungen ihrer Darsteller:innen profitiert "The End of Oak Street" auch enorm. Das letzte Lob geht dann an Michael Giacchino, dem es hier wieder einmal sehr gut gelingt, John Williams' üblichen Stil zu imitieren, ohne eine reine Kopie seine Werke abzuliefern. Leider aber hatten die CGI-Dinos für mich relativ wenig Charme. Auch die Spannung hält sich insgesamt doch eher in Grenzen. Eine bestimmte Entwicklung war zudem schmerzlich vorhersehbar. Vor allem aber wäre es mir lieber gewesen, wenn man auf den Epilog in dieser Form verzichtet hätte. Grundsätzlich ist "The End of Oak Street" aber schon ein ziemlich cooles und nettes "kleines" Filmchen, für den nicht zuletzt spricht, tatsächlich mal nicht die x-te Fortsetzung, Reboot, Remake o.ä., sondern – trotz aller Anleihen – ein originärer Stoff zu sein. Wie hoch ihm dies anzurechnen ist, sagt viel über die aktuelle Kinolandschaft aus.

Wertung: 6 von 10 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Warner Bros.)


Weiterführende Links:
Halloween-SPECiAL 2026





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