Star Trek: New Voyages - 1x02: To Serve All My Days
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Originaltitel: To Serve All My Days Episodennummer: 1x02 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 23. November 2006 Drehbuch: D.C. Fontana Regie: Jack Marshall Besetzung:
James Cawley als Kirk,
James Cawley als James T. Kirk,
Jeffery Quinn als Spock,
John Kelley als Leonard McCoy,
Andy Bray als Pavel Chekov,
Julienne Irons als Nyota Uhura,
John Lim als Hikaru Sulu,
Charles Root als Montgomery Scott,
Ron Boyd als Vincent DeSalle,
Shannon Giles als Christine Chapel,
Walter Koenig als Pavel Chekov,
Mary Linda Rapelye als Rayna Morgan,
John Carrigan als Kargh u.a.
Kurzinhalt:
Pavel Chekov steuert ein Shuttle mit der Föderationsgesandten Rayna Morgan an Bord, als sie von einem klingonischen Raubvogel angegriffen werden. Die Enterprise erreicht das System gerade rechtzeitig, um sie zu retten, und den Angreifer zu verscheuchen. Kurz darauf kommt es zu einer Überladung im Maschinenraum. Chekov, der sich gerade zufällig dort befand, schubst Scotty aus dem Weg, und rettet ihm so das Leben – während er selbst von einem Strahlungsstoß getroffen wird. Dieser reaktiviert jene Krankheit, die sich die Crew der Enterprise zuvor auf dem Planeten Gamma Hydra IV eingefangen hat, und die den Alterungsprozess enorm beschleunigte. Das von Dr. McCoy damals gefundene Heilmittel wirkt nun jedoch bei Chekov nicht mehr. Während der Schiffsarzt verzweifelt nach einer anderen Lösung findet, altert Pavel rapide – und muss sich zuletzt mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass seine Tage gezählt sind. Parallel dazu wird die Enterprise von einem klingonischen Schlachtkreuzer angegriffen und schwer beschädigt. Daraufhin bietet just der klingonische Kommandant Kargh, der zuvor das Shuttle attackierte – und behauptet, dass die Angreifer keine Klingonen wären – seine Hilfe an…
Review:
Die größte Schwachstelle der ersten beiden Episoden dieser Fan-Serie war, zumindest für mich, definitiv das Drehbuch. Es scheint, als hätte dies Hauptproduzent – und Kirk-Darsteller – James Cawley ebenfalls erkannt, weshalb er sich für "To Serve All My Days" nun professionelle Hilfe holte. Dabei gelang es ihm, niemand geringeren als D.C. Fontana dazu zu überreden, ein Drehbuch für die Fan-Serie beizusteuern. Und tatsächlich merkt man dies dem Endergebnis die längste Zeit auch an – wobei ich auch gleich anmerken will, dass es einen großen Haken bei der Sache gibt, der mein nachfolgendes Lob in letzter Sekunde stark relativierte, und auf den ich später noch zu sprechen kommen werde. Grundsätzlich fand ich aber die Idee, statt der x-ten Zeitreise auf den Virus aus "Wie schnell die Zeit vergeht" zurückzugreifen, um Walter Koenig als Pavel Chekov zurückholen zu können, ziemlich clever. Damit, wie er hier sein jüngeres – oder besser gesagt, jünger aussehendes – Ich sieht, und die beiden daraufhin ein Zwiegespräch führen, tat ich mir zwar schon deutlich schwerer. Ich kann aber nicht bestreiten, dass sich darunter ein paar wirklich nette Dialoge befanden, und es mir generell der hier gebotene Einblick in Chekovs Persönlichkeit durchaus angetan hatte.
Und ja, natürlich ist letztendlich auch das Drehbuch zu "To Serve All My Days" hauptsächlich dem Fan-Service verschrieben, da es in erster Linie darum geht, einen Weg zu finden, Walter Koenig als Chekov zurückkehren zu lassen. Bis eben das Finale gelang dies hier aber entschieden besser als in den ersten beiden Folgen. Zudem ich es wirklich schön fand, Koenig hier in seine legendäre Rolle zurückkehren zu sehen. Zwar fand ich ihn im Fan-Film "Of Gods and Men" von der darstellerischen Leitung her nochmal um einiges beeindruckender, dennoch wertet er auch hier die Fan-Produktion nicht nur mit seiner Anwesenheit, sondern auch seiner Performance, merklich auf – und scheint es vor allem auch zu genießen, hier "mehr" zu spielen zu bekommen, als das beim Großteil der "Star Trek"-Episoden in denen er auftrat der Fall war. Schön ist darüber hinaus die Rückkehr der Irina-Darstellerin Mary Linda Rapelye in neuer Rolle. Am meisten hat mich aber Andy Bray als junger Chekov begeistert. Die Folge an sich ("Die Reise nach Eden") mag furchtbar gewesen sein, aber die dortige Romanze zwischen Irina und Pavel war so ziemlich das einzig gute an ihr (wenn auch entschieden zu wenig, um sie noch retten zu können). Aber auch die B-Story rund um die Angriffe des vermeintlich klingonischen Kreuzers war durchaus interessant. Dort mochte ich vor allem auch, wie man mit Commander Kargh einen Klingonen in der TOS-Ära mal nicht als Bösewicht, sondern als Verbündeten auftreten lässt. Effekttechnisch kann man zwar, natürlich, nicht mit offiziellen Produktionen mit echtem Budget mithalten, schlägt sich hier aber jedenfalls wieder besser als zuletzt bei "In Harm's Way", wo man sich einfach übernommen hat. Auffällig ist zudem natürlich der Wechsel vom 4:3- ins 16:9-Format, den ich ein bisschen mit gemischten Gefühlen betrachte. Auf der einen Seite verstehe ich, dass man mit der Zeit gehen wollte, aber was das vermeintliche Bestreben betrifft, den "look & feel" der klassischen Serie einzufangen, ist es eher hinderlich. Ähnliches gilt für die Musik, die hier nun das erste Mal zur Gänze nicht mehr aus der vorhandenen Bibliothek stammt, sondern neu komponiert wurde – und die zwar grundsätzlich nicht schlecht klingt, abseits des Zitats der bekannten Themen aber halt auch nur sehr bedingt an "Star Trek" erinnert. Und generell ist ihr die Synthesizer-Herkunft da und dort recht deutlich anzumerken.
Neben dem Ende liegt mein größter Kritikpunkt aber in der Inszenierung, oder genauer gesagt, der Kameraarbeit (von wem auch immer). Dass man nicht mit professionellen Kameras arbeiten konnte, ok, aber das heißt doch noch nicht, dass man ständig nur "handheld" arbeiten muss?! Weil sooooo viel kostet ein Stativ jetzt auch nicht. Die fast ständig wackelnde Kamera fand ich leider doch ziemlich irritierend, um nicht zu sagen störend. Zumal auch dies ein wesentlicher Faktor ist, in dem sich "New Voyages" von der klassischen Serie (die man ja eigentlich fortsetzen will) unterscheidet. Mein größter Kritikpunkt ist aber das Ende. Zuerst einmal irritierte mich Chekovs vermeintlicher Tod; zudem fand ich das mit dem "Jungen" und dem "alten" Chekov, welche Seite an Seite durch den Korridor der Enterprise schreiten, und sich dann quasi auflösen, viel zu "over the top". Aber: Die Auflösung, dass das alles nur ein Traum war, war so ziemlich das blödeste, was man sich ausdenken konnte. Ich habe das ja kürzlich erst bei der "Strange New Worlds"-Puppenfolge kritisiert, und auch hier ist es mir extrem sauer aufgestoßen – egal ob nun Fan-Produktion oder nicht. Eben dies relativierte rückwirkend leider auch meine Freude über D.C. Fontanas Mitwirken erheblich. Sehr schade!
Fazit:
Mehr als fünfzig Minuten lang war ich von "To Serve All My Days" sehr angetan, und hatte es sich aus meiner Sicht definitiv bezahlt gemacht, beim Drehbuch mit D.C. Fontana auf eine alte "Star Trek"-Veteranin zu setzen. Die Erklärung, die man sich dafür einfallen ließ, um es Walter Koenig zu ermöglichen, nochmal in seine ikonische Rolle zu schlüpfen, gefiel mir ebenso, wie der Einblick in Chekovs Persönlichkeit, den uns "To Serve All My Days" eröffnete. Die B-Story konnte da zwar nicht ganz mithalten, gefiel aber zumindest mit der Idee, Captain Kirk mal nicht gegen, sondern an der Seite eines klingonischen Kommandanten kämpfen zu lassen. Unsicher bin ich mir hingegen, ob mir der Wechsel aufs 16:9-Format gefällt, da es halt schon einen optischen Bruch zur klassischen Serie darstellt. Mehr noch als damit haderte ich jedoch mit der (Handheld-)Kameraarbeit. Am Schwersten wiegt aber zweifellos die "Alles nur geträumt"-Auflösung am Ende, die ich nicht nur absolut billig und einfallslos, sondern fast schon als Verrat am Publikum, empfand. Da hätte man sich nun wirklich etwas besseres überlegen können.