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Automan - 1x01: Befreiung aus dem Paradies Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) 20th Century Fox

Originaltitel: Automan
Episodennummer: 1x01
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 15. Dezember 1983
Erstausstrahlung D: 27. Dezember 1987
Drehbuch: Glen A. Larson
Regie: Lee H. Katzin
Besetzung: Desi Arnaz Jr. als Walter Nebicher, Chuck Wagner als Automan, Heather McNair als Roxanne Caldwell, Gerald S. O'Loughlin als Capt. E. G. Boyd, Robert Lansing als Lt. Jack Curtis, Patrick Macnee als Lydell Hamilton, Steven Keats als Collins, Robert Hogan als Peterson, Jim Antonio als Cramer, Robert Dunlap als Chuck Wilson, Don Galloway als Martin Wills, Doug McClure als Det. Ted Smithers, Camilla Sparv als Tanya u.a.

Kurzinhalt: Walter Nebicher ist Polizist und zugleich Computer-Nerd. Als solcher wird er von seinem Vorgesetzten, Captain Boyd, nicht unbedingt besonders wertgeschätzt. Diesem ist es vor allem auch lieber, wenn Nebisher seine Zeit vor dem Computer, und nicht auf der Straße, verbringt. Walter sehnt sich aber eben danach, vor Ort zu ermitteln. Ein von ihm geschaffenes, mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattetes Hologramm soll ihm nun eben dafür die Tür öffnen: Automan. Dieses kann sich auch von reiner Energie in feste Materie umwandeln. Zudem steht ihm sein kleiner, kugelförmiger Partner Cursor zur Seite, der alle möglichen Dinge – sei es Kleidung für Automan, oder auch Fahrzeuge – erschaffen kann. In ihrem ersten gemeinsamen Fall stürzen sich Walter und Automan auf eine Serie mysteriöser Entführungsfälle, die größtenteils hoch angesehene Spezialisten und Wissenschaftler betrifft. Bei den Ermittlungen ist jedoch auch der mit Walter befreundete Polizist Lieutenant Jack Curtis verschwunden. Automan gelingt es dann schließlich, Hinweise zu finden, die in die Schweiz – und zum Großindustriellen Lydell Hamilton – führen…


Review: Episodenbild (c) 20th Century Fox In etwa ein Jahr nachdem Glen A. Larson "Knight Rider" ins amerikanische Fernsehen brachte, ließ er mit "Automan" sein nächstes Serienprojekt folgen (wenn auch mit deutlich überschaubarerem Erfolg). Die Serie ist dabei eindeutig von "Tron" inspiriert, insbesondere natürlich optisch, mit den ganzen Neontönen, sowie dem Anzug von Automan selbst, der – abseits des auf seinen Körper projizierten "Sternenfelds" – auch am Grid gut aufgehoben wäre. Cursor ist zudem eine ziemlich eindeutige Kopie von Bit. Und nicht zuletzt wird das dortige Konzept – einen Menschen verschlägt es in eine Computerumgebung – hier nun quasi auf den Kopf gestellt, als vielmehr ein Programm (heutzutage würde man "Künstliche Intelligenz" dazu sagen) in unsere Welt gerät. Ähnlich wie bei "Tron" sind sowohl das Konzept, mehr aber noch die Umsetzung (hier denke ich insbesondere daran, wie Walter mit Automan regelmäßig "verschmilzt") doch ziemlich albern geraten, und erfordern vom geneigten Publikum doch ein erhebliches Maß der vielzitierten "willentlichen Ausschaltung der Ungläubigkeit", um sich darauf einlassen zu können.

Interessant fand ich den doch eher untypischen Ansatz, den man bei "Automan" verfolgt. Denn auch wenn die Überlänge der ersten Episode dies andeuten würde, handelt es sich doch insofern nicht um eine klassische Pilotfolge, als die Entstehung von Automan nicht im Mittelpunkt steht, sondern in einer Art Prolog erzählt wird. Und eben diesen gibt es nicht nur hier in der ersten Folge, sondern über die gesamte Serie hinweg zu sehen – fast so, als würde es sich um eine Art zweites (oder erweitertes) Intro handeln. Das ist doch eher untypisch, und ich muss gestehen, dass ich einen klassischeren Pilot-Ansatz wohl vorgezogen hätte. So hingegen handelt "Befreiung aus dem Paradies" die Erschaffung von Automan eben mit dem (regulären) Prolog ziemlich schnell ab, und geht man dementsprechend gleich in medias res. Und so lernen wir, zusammen mit Walter, eben im Zuge der Ermittlungen rund um die Entführungen nicht nur die beiden Hauptfiguren, sondern auch die Fähigkeiten von Automan langsam kennen. Angefangen beim futuristischen und generell ziemlich cool aussehenden Auto, welches nicht nur optisch an die Bikes aus "Tron" angelehnt erscheint, sondern sich auch wie diese bewegt (sprich, mit 90°-Drehungen; den daraus resultierenden Gag, dass es Walter daraufhin gegen die Scheibe der Autotür donnert, droht man hier bereits zu überreizen – was sie nicht daran hindern wird, ihn auch in den nächsten Folgen wieder und wieder zu bringen). Über die Art und Weise, wie er steuern kann, wie "durchlässig" oder "fest" er ist (so kann er einerseits Gegenstände nehmen, andererseits aber auch durch Wände gehen, oder Kugeln durch sich durchfliegen lassen), oder sogar mit Walters Körper quasi zu verschmelzen. Bis hin zu Cursor, der alles mögliche was man für die Verbrechensbekämpfung so brauchen kann (von Automans Kleidung, über das bereits erwähnte Fahrzeug, bis hin zu Hubschraubern, Flugzeugen und so weiter) einfach aus dem Nichts erschafft. Habe ich schon erwähnt, dass "Automan" doch ein erhebliches Maß der vielzitierten "willentlichen Ausschaltung der Ungläubigkeit" benötigt, um sich darauf einlassen zu können?!

Episodenbild (c) 20th Century Fox Jedoch: Schafft man das, erweist sich die erste Folge als durchaus unterhaltsam. Sie lebt dabei nicht zuletzt von den netten schauspielerischen Leistungen von Chuck Wagner als Automan und Desi Arnaz Jr. Als Walter Nebicher, sowie ihrem charmanten Zusammenspiel. Darüber hinaus bietet "Automan" den "Star Trek"-Veteran Robert Lansing (Gary Seven aus "Ein Planet, genannt Erde") in einer wiederkehrenden Rolle, sowie "Befreiung aus dem Paradies" mit Patrick Macnee einen ziemlich coolen Gaststar als Bösewicht auf. Was die Serie auch von Beginn an auszeichnet, ist der Humor. Neben den Dialogen zwischen Automan und Walter möchte ich dabei insbesondere noch die kurze, aber coole Bond-Hommage lobend erwähnen. Der Plot hingegen ist doch recht zweckmäßig. Zwar hat die Idee eines Freizeitressorts für wichtige Arbeitskräfte, die eigentlich ihre Firma verlassen wollten, und dort nun eingesperrt sind, um auch weiteren ihrem Job nachzugehen, durchaus etwas für sich. Die Ermittlungen an sich sind aber wenig interessant. Und auch was die Action betrifft, hält sich "Befreiung aus dem Paradies" eher zurück. Für kurzweilige Unterhaltung ist bei der Pilotfolge aber gesorgt – eben vorausgesetzt, man kann sich auf das Ganze einlassen.

Fazit: "Automan" ist sicherlich weder die kultigste, geschweige denn beste Actionserie, die uns die 80er (in denen besagtes Genre im Fernsehen zweifellos seine absolute Blütezeit erlebte) beschert haben. Sofern man es schafft, sich aufs Grundkonzept, und so manch damit einhergehende Albernheit einzulassen, bekommt man aber zumindest mal in der Pilotfolge kurzweilige und stellenweise auch durchaus charmante TV-Unterhaltung beschert. Etwas seltsam fand ich allerdings, dass die Erschaffung von Automan nicht direkt Teil der Pilotfolge ist, sondern nur als Prolog (der auch in weiterer Folge fester Bestandteil der Episoden ist) aufgerollt wird. Dessen ungeachtet dient "Befreiung aus dem Paradies" natürlich in erster Linie dafür, uns das Konzept und die Figuren vorzustellen – und was das betrifft, ist die Episode durchaus erfolgreich; nicht zuletzt auch, als Wagner und Arnaz von Beginn an in ihren Rollen, und mehr noch ihrem Zusammenspiel, überzeugen können. Die Story selbst wirkt allerdings noch ziemlich zweckmäßig, und lässt für die weiteren Folgen definitiv noch Luft nach oben.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 20th Century Fox)







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