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Twin Peaks - 2x20: Der Weg zur schwarzen Hütte Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: The Path to the Black Lodge
Episodennummer: 2x20
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 18. April 1991
Erstausstrahlung D: 08. Februar 1992
Drehbuch: Harley Peyton & Robert Engels
Regie: Stephen Gyllenhaal
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Catherine Martell, Eric DaRe als Leo Johnson, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Kenneth Welsh als Windom Earle, Billy Zane als John Justice Wheeler, Heather Graham als Annie Blackburn, Robyn Lively als Lana Budding Milford, Don S. Davis als Maj. Garland Briggs, Mary Jo Deschanel als Eileen Hayward, Dan O'Herlihy als Andrew Packard, Willie Garson als Heavy Metal Roadie, John Boylan als Mayor Dwayne Milford, Carel Struycken als The Giant, Ron Blair als Randy St. Croix, Ron Kirk als Cappy, Ted Raimi als Heavy Metal Youth, Frank Silva als Bob u.a.

Kurzinhalt: Major Briggs zeigt Agent Cooper und Sheriff Truman ein altes Band, aus der Zeit, in der Windom Earle für das Projekt Blue Book gearbeitet hat. Dabei zeigt sich, dass Earle schon damals von der schwarzen Hütte fasziniert, um nicht zu sagen besessen, war. Eben dies macht deutlich, dass er nicht nur nach Twin Peaks gekommen ist, um an Dale Rache zu üben. Er möchte vor allem auch die schwarze Hütte finden. Um eben dieses Ziel zu erreichen, entführt er kurz darauf Major Briggs, und zwingt ihn mit der Anwendung eines Wahrheitsserums dazu, ihm alles über die schwarze Hütte zu sagen, was er weiß. Da er zudem den Besprechungsraum der Polizeistation abhört, gelingt es ihm schließlich, herauszufinden, wann und wo die schwarze Hütte das nächste Mal erscheinen wird. Parallel dazu gehen die Vorbereitungen zur Wahl der Miss Twin Peaks weiter. Dale warnt Shelley, Audrey und Donna davor, dass es Windom Earle auf sie abgesehen haben könnte. Und als Audrey erfährt, dass John Justice Wheeler dabei ist, Twin Peaks zu verlassen, versucht sie ihn am Flughafen abzufangen…


Review: Episodenbild (c) ABC Ich habe es im Review zur letzten Folge schon erwähnt: Je näher der Schönheitswettbewerb rückt, desto mehr dreht "Twin Peaks" auf (und, so viel sei schon verraten: Mit dieser Episode beginnt nun ein Aufwärtstrend, der sich bis zum Staffelfinale kontinuierlich fortsetzen wird). Alles beginnt sich langsam zu verdichten, die Spannung steigt, vor allem aber gibt es nun endlich wieder ein klares Ziel, auf das wir hinsteuern. Parallel dazu rücken auch die Mystery-Elemente nun wieder zunehmend stärker in den Fokus, insbesondere im Hinblick auf die schwarze Hütte. Mit dem Video von Windom Earles früherer Arbeit am Blue Book-Projekt bietet man uns hier auch wieder ein paar spannende neue Informationen. Auch, dass er dank der Entführung von Major Briggs nun alle Informationen hat, die er benötigt, um die Pforte zur schwarzen Hütte aufzustoßen, erhöht die Spannung. Was letzteres betrifft, war aber keine andere Szene/Entwicklung so effektiv, wie das (neuerliche) Erscheinen des Riesen am Ende auf der Bühne vom Roadhouse, und wie er warnend ein "Nein" mit seinen Lippen formuliert und mit den Händen fuchtelt – nachdem Annie gerade angekündigt hat, nun doch am Schönheitswettbewerb teilnehmen zu wollen. Da läuft es mir jedes Mal eiskalt den Rücken herunter.

Dies eben auch deshalb, weil die Romanze zwischen Dale und Annie, wie eh auch in den letzten Reviews schon festgehalten, für mich wunderbar funktioniert. Egal ob ihr Gespräch im Diner, wo sich mit der langen Kamerafahrt weg von ihnen in Verbindung mit der ominösen Musik bereits ein beunruhigendes Gefühl breitmacht, oder dann eben ihr Tanz im Roadhouse, ich finde sie als Paar wundervoll, und bin dementsprechend in diese Romanze emotional involviert – was eben dann auch hauptverantwortlich für die Spannung ist, die sich im Hinblick auf die Bedrohung durch Windom Earle ergibt. Ich will Dale förmlich anschreien, dass er Annie wieder ausreden soll, am Wettbewerb teilzunehmen – oder sie zumindest, so wie Audrey, Shelley und Donna, im Hinblick auf Windom Earle zu warnen. Demgegenüber muss ich leider sagen, dass die in etwa gleich lang (oder kurz) laufende Romanze zwischen Audrey und Jack nicht einmal ansatzweise eine ähnliche Wirkung bei mir entfalten konnte. Sie ist ok, aber als sonderlich groß empfinde ich die Chemie zwischen Sherilyn Fenn und Billy Zane (auch wenn sich beide grundsätzlich redlich bemühen) leider nicht. Auch alles rund um die Trickkiste von Mr. Eckhardt interessiert mich nach wie vor nur sehr bedingt. Und das mit Donna und der Andeutung, dass Benjamin Horne ihr echter (biologischer) Vater sein könnte, fand ich irgendwie auch eher aufgesetzt. Dafür sorgten, auch neben der Suche nach der schwarzen Hütte, mysteriöse Ereignisse wie das Zittern der Hände mancher Bewohner von Twin Peaks für Spannung. Und die letzte Einstellung, wo sich der rote Vorhang in der Lache im Wald spiegelt, war meisterhaft.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Es geht (weiter) aufwärts. Je näher das Staffelfinale rückt, desto stärker rücken endlich wieder die Mystery-Elemente und die (für mich) interessanten offenen Fragen in den Mittelpunkt. Zudem gibt es nun mit der Wahl zur Miss Twin Peaks endlich ein klares Ziel, auf dass man zusteuert. Die wunderbare Romanze zwischen Dale und Annie in Verbindung mit ihrer Entscheidung, nun doch antreten zu wollen, steigert die Spannung – nicht zuletzt aufgrund der unheilverkündenden Warnung des Riesen – nochmal zusätzlich. Wie auch Major Briggs Entführung durch Windom Earle, durch die er seinem Ziel, die schwarze Hütte zu erreichen, einen weiteren entscheidenden Schritt näherkommt. Die anderen Handlungsstränge konnten daran zwar allesamt nicht ganz anknüpfen, waren aber im Schnitt jedenfalls besser als die diesbezüglichen Reinfälle der Staffel (wie das mit James und Evelyn). Auch das hat seinen Anteil daran, dass mir "Der Weg zur schwarzen Hütte" wieder besser gefallen konnte als alles, was es seit "Maskenball" bei "Twin Peaks" zu sehen gab.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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