House of the Dragon - 3x01: Salz und See, Feuer und Blut
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Originaltitel: Salt and Sea, Fire and Blood Episodennummer: 3x01 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 21. Juni 2026 (HBO) Erstausstrahlung D: 22. Juni 2026 (Sky/HBO Max) Drehbuch: Ryan J. Condal Regie: Loni Peristere Besetzung:
Emma D'Arcy als Queen Rhaenyra Targaryen,
Olivia Cooke als Queen Alicent Hightower,
Matt Smith als Prince Daemon Targaryen,
James Norton als Lord Ormund Hightower,
Steve Toussaint als Lord Corlys 'The Sea Snake' Velaryon,
Fabien Frankel als Ser Criston Cole,
Matthew Needham als Lord Larys 'The Clubfoot' Strong,
Sonoya Mizuno als Mysaria 'The White Worm',
Tom Glynn-Carney als King Aegon II Targaryen,
Ewan Mitchell als Prince Aemond Targaryen,
Harry Collett als Prince Jacaerys 'Jace' Velaryon,
Phia Saban als Queen Helaena Targaryen,
Bethany Antonia als Lady Baela Targaryen,
Jefferson Hall als Ser Tyland Lannister,
Abubakar Salim als Alyn of Hull,
Clinton Liberty als Addam of Hull,
Phoebe Campbell als Lady Rhaena Targaryen,
Kurt Egyiawan als Grand Maester Orwyle,
Freddie Fox als Ser Gwayne Hightower,
Gayle Rankin als Alys Rivers,
Kieran Bew als Hugh,
Tom Bennett als Ulf,
Joplin Sibtain als Ser 'Bold' Jon Roxton,
Paul Kennedy als Lord Jasper 'Ironrod' Wylde,
Max Wrottesley als Ser Lorent Marbrand,
Phil Daniels als Maester Gerardys,
Nicholas Jones als Lord Bartimos Celtigar,
Tommy Flanagan als Ser Roderick Dustin,
Abigail Thorn als Sharako Lohar,
Archie Barnes als Ser Oscar Tully,
Ben Dilloway als Ser Soren,
Vincent Regan als Ser Rickard Thorne,
Lucas Aurelio als Ser Willis Fell,
Annie Shapero als Alysanne Blackwood u.a.
Kurzinhalt:
Alicent kehrt nach ihrem geheimen Treffen mit Rhaenyra nach Königsmund zurück, wo sie Prinz Aemond auf dem Eisernen Thron sitzend vorfindet. Von diesem erfährt sie, dass Aegon aus der Stadt geflohen ist – was die Abmachung, die sie mit Rhaenyra getroffen hat, um den Krieg zu beenden, gefährdet. Rhaena ist im Grünen Tal gestrandet. Ihre einzige Hoffnung, wieder nach Hause zurückzukehren, ruhen auf einem wilden Drachen, den sie Schafsdieb tauft. Doch dafür muss es ihr gelingen, diesen zu zähmen. Die Triarchie-Flotte ist unterwegs nach Driftmark, um die Festung Hohenflut zu zerstören, und so Rache an der Seeschlange, Lord Corlys Velaryon, zu üben. Als man in Drachenstein von der herannahenden Flotte erfährt, fliegen Jacaerys – zum Missfallen seiner Mutter – auf Verax und Baela auf Mondtänzer los, um die eigenen Schiffe in der Seeschlacht zu unterstützen. Die Ankunft von Rhaena auf Schafsdieb wendet dann schließlich das Blatt – wenn auch nicht so wie von ihr beabsichtigt…
Review:
Diese Woche wurde eine Studie von "Luminate Intelligence" veröffentlicht, die bestätigt, was alle bereits vermutet haben: Eine lange Wartezeit zwischen den Staffeln schadet den "Quoten". Ich werde darauf in meinem Jahresrückblick noch ausführlicher zu sprechen kommen, aber zumindest was mich und "House of the Dragon" betrifft kann ich das insofern nicht bestätigen, als ich denke, dass die lange Abstinenz ihr in meinem Fall wohl insofern eher geholfen hat, als ich in der Zwischenzeit vergessen habe, warum ich von dem ersten "Game of Thrones"-Ableger denn eigentlich nicht so begeistert war. Leider hat die erste Folge von Staffel drei (die eigentlich zusammen mit "Königinsmund" das Ende der zweiten Season hätte bilden sollen, ehe der Autorenstreik dazwischenkam) gereicht, um mich wieder daran zu erinnern. Nicht, dass sie grundsätzlich schlecht gewesen wäre. So sehr die zweite Staffel bei vielen (ich fand es ja eigentlich gar nicht so dramatisch) unter dem wenig spektakulären Finale, welches die Story an eher beliebiger Stelle abbrach, gelitten haben mag, so führte dies hier nun dazu, dass Season Drei mit einer großen Seeschlacht – und damit durchaus spektakulär – startet.
Eben diese machte mir aber mein Hauptproblem mit "House of the Dragon" deutlich. Im Gegensatz zu "Game of Thrones" mit der Fülle an Figuren und Fraktionen (wo die Wahrscheinlichkeit, dass man zumindest irgendjemand findet, mit dem man mitfiebern kann, dementsprechend hoch war), sowie "A Knight of the Seven Kingdoms" mit seinem höchst sympathischen zentralen Zweiergespann, gibt es hier niemanden, zu dem ich halten würde. Ich stehe in diesem Konflikt zwischen Rhaenyra und Alicent letztendlich auf keiner der beiden Seiten – und bin dementsprechend emotional nicht ins Geschehen involviert (ein bisschen so, als wenn man sich ein Spiel von zwei Fußballmannschaften ansieht, die einem beide wurscht sind). Bei "Alien vs. Predator" gab es damals ja den coolen Werbespruch (der deutlich besser als der Film war – und diesem eine durchaus unfreiwillige, ironische Note gab): "Wer auch immer gewinnt, wir verlieren". Das ist für mich irgendwie zum Motto von "House of the Dragon" geworden – weil ich eigentlich will, dass keine der beiden Seiten gewinnt. Eben dies lässt das hier gebotene Spektakel auf mich irgendwie leer wirken. Ich kann in produktionstechnischer Hinsicht anerkennen, wie großartig das umgesetzt war. Aber es riss mich halt nie wirklich mit. Das beste Beispiel ist für mich der Tod von Jacaerys am Ende. Mir ist der Kerl mit seiner "Ich weiß alles besser"-Überheblichkeit – und wie er seine Mutter letztendlich einsperren lässt – derart auf den Wecker gegangen, dass ich seinen Tod richtiggehend herbeisehnte, und dementsprechend am Ende sehr gelacht habe. Was, so behaupte ich, jetzt nicht unbedingt der Intention der Macher entsprach (wobei meine entsprechende Erheiterung immerhin noch besser war, als Apathie). Wie – und ob – das "House of the Dragon" das in den Griff bekommen kann, weiß ich selbst nicht. Vielleicht spielt da ja doch auch die lange Wartezeit eine (negative) Rolle, und werde ich im Verlauf der Staffel wieder besser in die Story reinfinden. So hingegen wirkte "Salz und See, Feuer und Blut" auf mich leider wie ein müder Abklatsch von "Schwarzwasser", die für mich nach wie vor zu den besten "Game of Thrones"-Folgen überhaupt zählt.
Fazit:
Ich kann selbst nicht sagen, ob die lange Wartezeit zwischen den Staffeln "House of the Dragon" in meinem Fall eher geholfen (weil ich in der Zwischenzeit überwiegend vergessen habe, was mir an der Serie eigentlich nicht gefallen hat) oder doch geschadet hat (weil ich mich irgendwie ins Geschehen nicht involviert fühle – wobei ich eben nicht sagen kann, ob die lange Pause damit etwas zu tun hat, oder einfach nur an der Konstellation an Figuren und Fraktionen allgemein liegt). Grundsätzlich denke ich aber schon, dass "Salz und See, Feuer und Blut" als Fortsetzung der zweiten Staffel etwas besser funktioniert hätte, denn als Auftakt von Season Drei. So oder so: Ich kann in technischer Hinsicht anerkennen, dass hier wieder mal ein beeindruckendes, der großen Leinwand würdiges Spektakel für den kleinen (bis großen) Fernsehschirm geboten wurde. Dass ich weder beim Krieg im Allgemeinen noch der Seeschlacht im Besonderen zu einer der beiden Seiten hielt, machte sie aber zu einer sehr oberflächlichen Angelegenheit, da ich dadurch nicht emotional ins Geschehen involviert war. Auch die vermeintlich tragische Wendung am Ende verfehlte eben diese Wirkung bei mir völlig. Und generell hat mich "Salz und See, Feuer und Blut" nie so recht gepackt – zugleich aber immerhin auch nie wirklich gelangweilt. Mal schauen, ob es der Serie in der dritten Staffel doch noch gelingt, das Ruder in meinem (scheinbar eher die Ausnahme bildenden) Fall noch herumzureißen.