Originaltitel: Barricades Episodennummer: 2x06 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 13. Dezember 2024 (Apple TV+) Drehbuch: Jeffery Wang Regie: Michael Dinner Besetzung:
Rebecca Ferguson als Juliette Nichols,
Steve Zahn als Solo,
Common als Robert Sims,
Harriet Walter als Martha Walker,
Chinaza Uche als Paul Billings,
Avi Nash als Lukas Kyle,
Shane McRae als Deagan Knox,
Remmie Milner als Shirley Campbell,
Alexandria Riley als Camille Sims,
Clare Perkins als Carla McLain,
Rick Gomez als Patrick Kennedy,
Billy Postlethwaite als Hank Murphy,
Tim Robbins als Bernard Holland,
Iain Glen als Dr. Pete Nichols,
Caitlin Zoz als Kathleen Billings,
Christian Ochoa Lavernia als Rick Amundsen,
Olatunji Ayofe als Teddy,
George Robinson als Mark Chambers,
Akie Kotabe als Diego,
Uche Abuah als Antonia,
Zheng Xi Yong als Felix,
Noelle Adames als Heckler Susan,
Tom Cox als Raider Chad,
Fahad Shaft als Barricade Raider Derek,
Maria Teresa Creasey als Maeve u.a.
Kurzinhalt:
Um die Maschinenabteilung dazu zu bringen, Shirley Campbell, Deagan Knox und Martha Walker herauszugeben, wurde auf dem Level 130 eine Barrikade errichtet. Zudem wurden jegliche Essenslieferungen an die Ebenen darunter eingestellt. Eben dies führt zu Unruhe; nur mit Müh und Not gelingt es den drei Geächteten, den Mob zu beruhigen – zumal ihnen nicht alle glauben, dass Richterin Meadows bereits tot war, als sie auf sie trafen. Knox und Shirley schmieden daraufhin den Plan, die Barrikade um ein paar Ebenen nach oben zu drängen und so das für die Lebensmittelversorgung wichtige Level 122 einzunehmen. Kathleen Billings schafft es indes, Dr. Pete Nichols durch die Barrikade zu schaffen, damit er den von ihrem Mann aufgelesenen Patrick Kennedy medizinisch versorgen kann. Bernard Holland sucht indes verzweifelt nach einem Weg, die ihm zunehmend entgleitende Situation im Silo doch irgendwie wieder unter Kontrolle zu bekommen. Und als sie das Bewusstsein wiedererlangt, wird Juliette von Solo unter Druck gesetzt…
Review:
Zur Erinnerung: Bei meinem ersten Versuch, mir die zweite Staffel von "Silo" anzusehen, bin ich über "Abstieg" nicht hinweggekommen. Nicht, weil die Folgen – wie meine Reviews hoffentlich auch gezeigt haben – grottenschlecht gewesen wären. Aber mir war das Erzähltempo entschieden zu niedrig, ging einfach zu wenig weiter, und wurden wir auch zu lange im Hinblick auf neue Antworten und/oder Erkenntnisse vertröstet. Eben diese Kombination führte bei mir zu Frust, und ließ mich die Serie vorerst ad acta legen. Hätte ich mir damals zumindest noch "Barrikaden" angesehen, hätte sich an meinem Eindruck (und damit auch meiner Entscheidung) damals nichts geändert, geht es hier doch in der gleichen Tonart weiter. Exemplarisch ist einerseits, dass wir auf Juliette hier die längste Zeit verzichten müssen, und sie erst am Ende zu sehen bekommen. Dass Solo (oder wer auch immer er ist) darauf besteht, dass sie den Generator repariert, macht zwar aus seiner (bzw. narrativer) Sicht Sinn, wirkt aber dennoch wie eine weitere Verzögerungstaktik, um Juliettes Rückkehr in ihr eigenes Silo weiter (und künstlich) hinauszuzögern.
Der zweite Knackpunkt ist dann eben, dass man uns nun schon sehr lange auf weitere Antworten und/oder neue Erkenntnisse im Hinblick auf das Silo warten lässt. Vielmehr ist man aktuell damit beschäftigt, Dinge die wir eh schon wissen, zu wiederholen. Hierfür wiederum ist das Gespräch zwischen Billings und Patrick das beste Beispiel. Für uns ist nichts, was dort besprochen wird, neu; und jemandem dabei zuzusehen, wie er etwas erfährt, dass wir schon längst wissen, ist halt nun mal nie so interessant, wie selbst etwas Neues zu erfahren, und/oder es gemeinsam mit den Protagonisten zu entdecken. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass das mit der titelspendenden und im Mittelpunkt stehenden Barrikade für mich insofern nicht wirklich Sinn ergab, als man ein paar Folgen zuvor das abschalten der Maschinen als Druckmittel verwendet hat. Warum sollte man sich also hier mit einem Einstellen der Essenslieferungen erpressen lassen?! Und doch kann ich auch bei "Barrikaden" wieder nicht behaupten, dass die Folge grundsätzlich schlecht gewesen wäre. Besonders gut gefiel mir die Szene zwischen Walker und Pete, wo sie auch darüber sprechen, warum sie Juliette denn überhaupt das bessere Klebeband bringen ließ ("I did it because I knew she wouldn’t want any of us to watch her dying on that hill."). Aber auch Bernards Worte darüber, wie jede Zivilisation nur ein paar fehlende Mahlzeiten davon entfernt ist, ins Chaos zu stürzen, hinterließ bei mir Eindruck. Und auch sein "Gespräch" mit Richterin Meadows hinterließ bei mir Eindruck. Es entschuldigt seine Taten nicht, vermittelte mir aber glaubhaft den Eindruck, dass er nicht aus eigenem Interesse – wie Machterhalt – so agierte wie er das tat, sondern weil er tatsächlich glaubte, damit für das Silo und die darin lebenden Menschen das Richtige zu tun. Und dass sich am Ende die merkliche Spannung zwischen Shirley und Knox endlich in einem Kuss entlädt, war ebenfalls nett. Insofern wäre es auch falsch, zu behaupten, es hätte sich hier (wie eh auch in den Folgen davor) gar nichts getan. Es tat sich halt "nur" zu wenig.
Fazit:
"Barrikaden" hat nichts an meinem enttäuschenden Eindruck mit der zweiten Staffel geändert. Mir geht hier einfach zu wenig weiter, sowohl was die Handlung an sich, als auch das Liefern weiterer Antworten betrifft. Ich habe generell nach wie vor den Eindruck, dass man – wohl da man in der ersten Staffel schon zu viel von der Vorlage adaptiert hatte – dazu gezwungen war, Laufzeit zu schinden, und dementsprechend das Erzähltempo deutlich zu reduzieren. Im Fall von "Barrikaden" fragte ich mich darüber hinaus, warum man nicht einfach wieder die Maschinen als Druckmittel verwendet. Und Szenen wie das Gespräch zwischen Paul und Patrick, wo der Sheriff Dinge erfährt, die wir schon längst wissen, finde ich halt auch nur bedingt interessant. Ein paar starke Momente zwischendurch (Bernard bei Meadows Leiche, Petes Besuch bei Martha) sowie die Tatsache, dass ich mich zumindest auch nicht übermäßig gelangweilt habe, sorgen aber dafür, dass "Barrikaden" zumindest das bislang für mich die Staffel überwiegende durchschnittliche Niveau halten kann.