Originaltitel: In Harm's Way Episodennummer: 1x01 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 08. Oktober 2004 Drehbuch: Erik Korngold & Max Rem Regie: Jack Marshall Besetzung:
James Cawley als Kirk,
James Cawley als James T. Kirk,
Jeffery Quinn als Spock,
John Kelly als Leonard McCoy,
Charles Root als Montgomery Scott,
Julienne Irons als Nyota Uhura,
Meghan King Johnson als Janice Rand,
Ron Boyd als Vincent DeSalle,
Shanon Quinian als Christine Chapel,
Jay Storey als Kyle,
William Windom als Matthew Decker,
Barbara Luna als Veronica,
Malachi Throne als Korogh,
Becky Bonar als MacGregor,
John Carrigan als Kargh,
Simon Judas Raye als Guardian of Forever,
Kurt Carley als Christopher Pike,
Shannon Quinian als Number One,
James Larson als José Tyler,
Charles Holloway als Doctor Boyce u.a.
Kurzinhalt:
Im Jahr 2254 wird die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain Christopher Pike beim Zusammenstoß mit einem Planetenkiller zerstört. Als noch weitere dieser mächtigen Schiffe über den Alpha-Quadranten herfallen, beginnt ein verheerender Krieg, der unzähligen Lebewesen das Leben kostet. Zwölf Jahre später wird die U.S.S. Farragut unter dem Kommando von Captain James T. Kirk zum Planeten Gateway gerufen, wo die Sternenflotte nach dem Fund des Wächters der Ewigkeit eine Forschungsstation eingerichtet, und das Projekt Timekeeper ins Leben gerufen hat, dem u.a. auch Spock angehört. So findet man heraus, dass es den Planetenkiller-Krieg eigentlich nie hätte geben sollen. Um die alte Zeitlinie wiederherzustellen, reist man zuerst ins Jahr 2006, um den dort gestrandeten Matt Decker zu befragen. Danach fliegt die Farragut durch eine größere Version des Wächters der Ewigkeit, um die U.S.S. Enterprise im Jahr 2554 im Kampf gegen den Planetenkiller zu unterstützen…
Review:
In meinem Review zur Pilotfolge "In Harm's Way habe ich verabsäumt, es zu erwähnen, weshalb es hier nun nachgeholt sei: "New Voyages" ist für mich eine Erstsichtung. Demgegenüber hatte ich mir "Continues" vor ein paar Jahren bereits vorgeknöpft. Ich erwähne dies hier nun vor allem deshalb, als ich den Eindruck habe, dass letztere Serie im Hinblick auf "New Voyages" eine falsche Erwartungshaltung geweckt hat. Dort verlegte man sich nämlich in erster Linie auf überwiegend interessante Geschichten, die oftmals auch als Fortsetzungen zu Episoden der Originalserie angelegt waren. Jedenfalls standen, meinem Empfinden nach, aber die Geschichten und die Figuren im Mittelpunkt. Dass bei "In Harm's Way" noch das genaue Gegenteil der Fall war, und man sich vielmehr auf Fanservice und Effekte verlegte, hielt ich für ein Ergebnis eben des "proof of concept"-Piloten. Nach "Come What May" muss ich eben diese Annahme meinerseits ernstlich in Zweifel ziehen, denn – in meinen Augen leider – blieb man auch bei der ersten regulären Folge diesem Konzept treu. Die Story ist hier eigentlich nur Mittel zum Zweck, um ordentlich Fan-Service unterzubringen.
Bitte versteht mich nicht falsch: Natürlich war es grundsätzlich cool, hier ein Wiedersehen mit Matt Decker zu bekommen, und dass es den Machern gelang, für dieses auch William Windom nochmal vor die Kamera zu holen (wenn auch in Form einer Nachricht, die er "nur" von sich aus zu Hause aufgezeichnet hat). Gleiches gilt für die Auftritte von Barbara Luna (als Matts Witwe Veronica), oder Malachi Throne als klingonischer Kommandant Korogh. Mir schien es aber halt leider so, als wären diese Gastauftritte nicht einfach nur ein cooles Goodie, welches die Folge aufwerten sollen, sondern vielmehr ihr eigentlicher Sinn und Zweck, und als wäre alles – insbesondere das Drehbuch – nur irgendwie zusammengeschustert, um als Ausrede eben dafür zu dienen. Wobei sich das Fanservice nicht nur auf diese Gastauftritte beschränkt; auch die Idee eines Treffens der Captains Pike und Kirk würde ich dazu zählen. Von einer weiteren, späteren Begegnung, die ich hier nicht vorwegnehmen will, ganz zu schweigen. Damit setzt "New Voyages" Schwerpunkte, die bedauerlicherweise nicht meinen eigenen Präferenzen entsprechen. Vor allem aber: War ich bei "In Harm's Way" von den Effekten her noch ziemlich begeistert, und habe ich den Pilotfilm diesbezüglich gerade auch im Vergleich zum Fan-Film "Of Gods and Men" ausdrücklich gelobt, macht man hier nun aus meiner Sicht genau den selben Fehler wie dort: Man verlegt sich viel zu sehr auf Effekte und Spektakel. Dies ist auf der einen Seite problematisch, als man damit in meinen Augen verkennt, was "Star Trek" eigentlich ausgemacht hat; was eben nie Effekte und Spektakel waren. Vor allem aber hat man als No-Budget-Fanproduktion einfach nicht die notwendigen Mittel, um es überzeugend umzusetzen. Die Sternenflotten-Raumschiffe sehen ja wieder ziemlich gut aus, aber bei der Planetenoberfläche von Gateway hat man sich leider völlig überhoben. Am Schlimmsten sind aber die Planetenkiller, die ich in ihrer Umsetzung hier leider eher lächerlich als bedrohlich fand.
Ärgerlich ist dies vor allem auch deshalb, als man sich aus meiner Sicht – ähnlich wie bei "Of Gods and Men" – völlig ohne Not in diese Situation gebracht hat, weil ich nicht denke, dass sich Trekkies (nicht zuletzt auch von einer solchen Fan-Produktion) ein riesengroßes Spektakel erwarten. Weniger wäre hier bedeutend mehr gewesen; dann hätte man die Zeit (und Rechenleistung) eventuell auch darauf verwenden können, dass die weniger zahlreichen Effektaufnahmen dafür dann auch deutlich besser – und im Idealfall sogar richtig gut – aussehen. Im Hinblick auf meine Kritik am Drehbuch ist mir allerdings wichtig zu betonen, dass sich dies in erster Linie auf die Story an sich bezieht. Die Dialoge sind nicht einfach nur ziemlich gelungen, sondern warten tatsächlich mit dem einen oder anderen wunderschönen Schmankerl auf, wobei ich insbesondere Kirks "You once lost your heart on a world where leaves sing and dreams find life" in Richtung Pike lobend erwähnen will. Zudem sind die Figuren wieder sehr gut getroffen (und werden von den Laienschauspielern auch solide dargestellt). Und die grundsätzliche Idee hinter einer solchen alternativen Zeitlinie und/oder einer Rückkehr zum Wächter der Ewigkeit (dies übrigens eine weitere interessante Parallele zu "Of Gods and Men") war ja eigentlich ebenfalls nett. Die Art und Weise, wie man all dies hier zusammenfügt – aber auch, was man hier alles zusammenfügt – hat mich aber halt leider nur sehr bedingt überzeugt.
Fazit:
Bei "In Harm's Way" hat man sich leider – wie auch beim Fanfilm "Of Gods and Men" – effekttechnisch völlig übernommen. Die CGI-Aufnahmen, insbesondere rund um die Planetenkiller, waren eine ziemliche Enttäuschung, und muteten teilweise richtiggehend unfreiwillig komisch an. Dies ist vor allem auch deshalb schade, als ich nicht fand, dass diese Fülle an Effektszenen notwendig waren; ein stärkerer Fokus auf die Geschichte und die Figuren wäre mir deutlich lieber gewesen. Generell hoffe ich, dass man bei den weiteren Folgen stärkeres Augenmerk auf die Drehbücher gelegt hat. Zwar konnten die Dialoge hier durchaus gefallen, die Story war hier allerdings, wie schon bei der Pilotfolge "Come What May" nur Mittel zum Zweck, um massig Fan-Service – inklusive dem Auftritt des einen oder anderen "Star Trek"-Veteranen – unterzubringen. Das bin ich von der zweiten großen "Star Trek"-Fanserie "Continues" anders – und in meinen Augen eben auch besser – gewohnt.