Originaltitel: The Morrow Episodennummer: 1x06 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 22. Februar 2026 (HBO) Erstausstrahlung D: 23. Februar 2026 (Sky/HBO Max) Drehbuch: Ti Mikkel & Ira Parker Regie: Sarah Adina Smith Besetzung:
Peter Claffey alsSer Duncan 'Dunk' the Tall,
Dexter Sol Ansell alsEgg,
Daniel Ings alsSer Lyonel Baratheon,
Shaun Thomas alsSer Raymun Fossoway,
Sam Spruell alsPrince Maekar Targaryen,
Danny Webb alsSer Arlan of Pennytree,
Henry Ashton alsPrince Daeron Targaryen,
Finn Bennett alsPrince Aerion Targaryen,
Paul Murphy alsBaratheon Maester,
LJ Bennion alsAshford Septon,
Oscar Morgan alsPrince Valarr Targaryen,
Daniel Monks alsSer Manfred Dondarrion,
Wade Briggs alsSer Roland Crakehall,
Bill Ward alsSer Donnel of Duskendale,
Rowan Robinson alsRed,
Patrick O'Brien alsTargaryen Guardsman,
Cara Harris alsLady Gwin u.a.
Kurzinhalt:
In Aschfurt findet die Trauerfeier für Baelor Targaryen statt. Kurz darauf wird Ser Duncan zu dessen Bruder Maekar gerufen. Dieser macht Dunk ihm das Angebot, ihn als Ritter in sein Haus aufzunehmen. Er soll mit ihm nach Summerhall kommen, wo er einerseits von den besten Schwertmeistern der sieben Königreiche ausgebildet werden wird, und andererseits Aegon als seinen Knappen ausbilden soll. Zuerst lehnt Ser Duncan ab, sehr zur Enttäuschung von Egg. Dann jedoch macht er Maekar ein Gegenangebot: Aegon als seinen Knappen zu nehmen, jedoch weiterhin als Heckenritter über die Straßen der sieben Königreiche zu wandern, um diese zu erkunden…
Review:
Eigentlich war es ja von der ersten Folge an klar, "Der Morgen" macht es mit der Rückblende zum Tod von Ser Arlan aber noch einmal explizit: Dunk wurde von diesem nie zum Ritter ernannt. Ich halte es insofern für wichtig, richtig und gut, dass uns "A Knight of the Seven Kingdoms" hier Gewissheit gab, als es den Ansatz eines Schattens auf Dunk wirft – der bislang in der Serie ja einen absolut makellosen, aufrichtigen und ehrenhaften Eindruck gemacht hat. Und eben so sieht er sich ja auch; oder zumindest ist es eindeutig das Ideal, nach dem er strebt. Insofern ist es wichtig, uns vor Augen zu halten, dass er mit seiner Lüge im Hinblick darauf, zum Ritter ernannt zu werden, dem Bild dass er nach außen hin transportiert, aber wohl auch, dass er von sich selbst hat, nicht gerecht wird. Was nicht heißt, dass er nicht (trotzdem) ein besserer und ehrenhafterer Ritter ist als viele andere, die wir im Verlauf der Staffel kennengelernt haben. Und doch basiert all dies letztendlich auf einer Lüge. Diesen Widerspruch finde ich schon spannend.
Von dieser eindeutigen Klarstellung abgesehen ist "Der Morgen" aber ein relativ unaufregender Epilog zur ersten Staffel. Am Interessantesten fand ich noch Dunks offensichtliche Schuldgefühle ob des Todes von Baelor, der in der Arena für ihn sein Leben gegeben hat. Auch der Abschied von Raymon war durchaus nett. Und das Gespräch zwischen Dunk und Egg nachdem ersterer das Angebot von Maekar ablehnt hat, hatte auch durchaus seinen Reiz. Insgesamt tat sich hier aber halt nicht mehr wirklich viel, weshalb ich nur wieder zum Punkt zurückkommen kann, dass ich mit der Entscheidung, eine Novelle auf eine Staffel mit sechs rund halbstündige Episoden aufzuteilen, doch hadere. Aus meiner Sicht hätten sowohl die ersten als auch die zweiten drei Folgen jeweils eine großartige Episode ergeben. Aber möglichst viel Content fürs Streaming zu generieren, diesen auf mehrere Wochen aufzuteilen, und so die Abonnenten zu halten, ist in der aktuellen Serienwelt halt wichtiger, als künstlerische Überlegungen. Dessen ungeachtet hat mir die erste Season von "A Knight of the Seven Kingdoms" durchaus gefallen; in erster Linie natürlich aufgrund des im Mittelpunkt stehenden Duos, welches von den Autor:innen, sowie ihren Darstellern Peter Claffey und Dexter Sol Ansell perfekt vom Papier auf den Fernseher übertragen wurde. Und so freue ich mich am Ende – nach dem coolen Abschlussgag um die neun Königreiche auf der einen, dann jedoch der überflüssigen Post-Credits-Sequenz (weil dass sich Aegon davongeschlichen hat, war auch so völlig klar) auf der anderen Seite – durchaus auf das nächste Abenteuer der beiden; hege dabei allerdings die Hoffnung, dass es ihnen gelingen wird, aus der zweiten Novelle inhaltlich mehr herauszuholen, und damit die voraussichtlich wieder drei bis vier Stunden Laufzeit besser zu füllen.
Fazit:
Der Morgen" war ein gefälliger Abschluss für eine durchaus nette erste Staffel. Zwar eher ein – doch eine Spur zu langer – Epilog als eine vollwerte Episode, schließt man auf der einen Seite die Geschichte der Season ab, und ebnet andererseits weiteren Abenteuern von Dunk und Egg den Weg. Die beiden sind und bleiben auch die größte Stärke der Serie. Darüber hinaus hatte es mir insbesondere die Bestätigung unser aller Verdachts, dass Dunk von seinem Herrn nie zum Ritter geschlagen wurde, angetan, da es den sonst so makellos erscheinenden Heckenritter in einem nicht mehr ganz so hell strahlenden Licht erscheinen lässt, und der Figur eine gewisse Widersprüchlichkeit gibt, die ich sehr spannend finde. Davon abgesehen tat sich hier aber nicht wirklich viel, weshalb ich dabei bleibe, dass zumindest mal der ersten Novelle entweder als Event-Film oder einer Umsetzung als zwei einstündige Folgen besser gedient gewesen wäre.