A Knight of the Seven Kingdoms - 1x05: Im Namen der Mutter
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Originaltitel: In the Name of the Mother Episodennummer: 1x05 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 15. Februar 2026 (HBO) Erstausstrahlung D: 16. Februar 2026 (Sky/HBO Max) Drehbuch: Hiram Martinez, Ti Mikkel & Ira Parker Regie: Owen Harris Besetzung:
Peter Claffey alsSer Duncan 'Dunk' the Tall,
Dexter Sol Ansell alsEgg,
Bertie Carvel alsPrince Baelor Targaryen,
Daniel Ings alsSer Lyonel Baratheon,
Sam Spruell alsPrince Maekar Targaryen,
Shaun Thomas alsSer Raymun Fossoway,
Youssef Kerkour alsSteely Pate,
Danny Webb alsSer Arlan of Pennytree,
Finn Bennett alsPrince Aerion Targaryen,
Shaun Thomas alsSer Raymun Fossoway,
Youssef Kerkour alsSteely Pate,
Henry Ashton alsPrince Daeron Targaryen,
Ross Anderson alsSer Humfrey Hardyng,
Danny Collins alsSer Humfrey Beesbury,
William Houston alsSer Robyn Rhysling,
LJ Bennion alsAshford Septon,
Edward Ashley alsSer Steffon Fossoway,
Bamber Todd alsYoung Dunk,
Ríaín Ó Conchóbaír alsDying Rider,
Chloe Lea alsRafe u.a.
Kurzinhalt:
Dunk ist es gelungen, sechs weitere Ritter zu finden, die im Prozess der Sieben an seiner Seite kämpfen – darunter nicht zuletzt Prinz Baelor, der Bruder seines Anklägers Aerion. Der Ausgang des brutalen Duells wird darüber entscheiden, ob Dunk in den Augen der Sieben schuldig ist, oder nicht. Mit dem Mut der Verzweiflung, und dem Vorteil seiner körperlichen Größe, stürzt sich Dunk in den Kampf. Als er von Aerions Lanze getroffen wird und zu Boden stürzt, erinnert er sich an seine Kindheit zurück – an seine Freundschaft mit Rafe, deren tragisches Schicksal, und wie er schließlich in die Dienste von Ser Arlan gelangte…
Review:
Bitte verzeiht mit die außergewöhnlich kurze Inhaltsangabe, aber es liegt in der Natur der von den Machern gewählten Umsetzung der Serie, dass es rein handlungstechnisch über "Im Namen der Mutter" nicht mehr zu sagen gibt. Die Episode teilt sich in zwei Hälften, einerseits dem Duell der Sieben, und andererseits den Rückblenden zu Dunks Kindheit in den Slums von Kings Landing. Letzteres war durchaus interessant – ich denke aber, dass diesem Teil der Geschichte an anderer Stelle besser gedient gewesen wäre. Denn so wartet man halt tendenziell doch eher darauf, wieder in die Arena zurückzukehren, und den weiteren Verlauf des Kampfes mitverfolgen zu können. Dessen ungeachtet stach dieser Einblick in Dunks Vergangenheit, und dabei insbesondere die Darstellung seiner Freundschaft (und wer weiß, vielleicht wäre in weiterer Folge daraus ja sogar noch mehr geworden) zu Rafe (dargestellt von Chloe Lea, die mir u.a. aus "Foundation" und "Dune: Prophecy" bekannt ist), und deren tragisches Schicksal, durchaus positiv heraus. Auch, weil es sich insofern so sehr wie "Game of Thrones" anfühlte wie keine Episode der Serie davor.
Letzteres weniger wegen des Settings in King's Landing, als da die Serie (wie ja auch die Romanreihe, auf die sie basiert) mit dem Ziel angetreten ist, einen radikalen Gegenentwurf zur romantisierten Darstellung des Mittelalters (wenn auch mit starken Fantasy-Elementen) zu präsentieren. Das ist hier definitiv gegeben. Gleiches gilt übrigens auch für den Kampf in der Gegenwart. Wir sind es gewohnt, bei solchen Duellen an strahlende Ritter zu denken, an Eleganz und Ehrenhaftigkeit. Das, was wir in "Im Namen der Mutter" zu Gesicht bekommen, könnte von diesen Idealen, und dieser Vorstellung, nicht weiter entfernt sein. Der Prozess der Sieben ist dreckig, plump, und absolut brutal. Er ist weniger ein Duell als eine Prügelei. Regisseur Owen Harris bringt dies auf so eindringliche wie schonungslose Art und Weise zur Geltung. Dabei stachen für mich vor allem jene Momente hervor, in denen wir das Geschehen aus Dunks (eingeschränkter) Sicht verfolgen. Einzig die Tatsache, dass wir von vornherein wissen, dass Dunk überleben wird, drückt die Dramatik dieser Szenen. Hier rächt sich der im Vergleich zur Ur-Serie "Game of Thrones" kleinere Rahmen, denn während dort praktisch jeder hätte sterben können (und viele ja auch in der Tat – durchaus unerwartet – gestorben sind), ist es bei "A Knight of the Seven Kingdoms" halt doch eher auszuschließen, dass der Titelheld in der vorletzten Folge der ersten von – im Vorfeld bereits angekündigten – zahlreichen Staffeln das Zeitliche segnen wird. Was jedoch nicht heißt, dass nicht auch "Im Namen der Mutter" mit einer für "Game of Thrones" so typischen erschütternden Wendung aufwarten kann. So dankbar man als Zuschauer Baelor für seinen Einsatz auch sein mag, einfach da wir in den Folgen davor Dunk überaus zu schätzen gelernt haben, aber aus Sicht des Reichs, bzw. des Größeren Ganzen, war das Leben des Kronprinzen – der damit just Aerion Platz macht – zugunsten jenem dieses Heckenritters, ein denkbar schlechter Tausch. Wobei mir im Hinblick auf die genauen Folgen, die der Ausgang dieses Duells hatte, das nötige "historische" Detailwissen in der Welt von Westeros fehlt. Man möge es mir verzeihen.
Fazit:
So großartig ich beide Handlungsstränge für sich genommen auch fand, die Kombination hat für mich nicht 100%ig funktioniert. Dementsprechend hätte ich die Rückblenden zu Dunks Kindheit, so interessant die Offenbarungen grundsätzlich auch waren (insbesondere im Hinblick auf Rafe), an anderer Stelle vorgezogen, statt sie mitten in diesem brutalen Kampf zu platzieren. Dieser war für mich dann auch ganz klar das Highlight von "Im Namen der Mutter". Ganz in der Tradition von "Game of Thrones" räumt man hier mit jeglicher romantischer Verklärung des Mittelalters (auch wenn die Serie nicht in unserer Vergangenheit, sondern einem Fantasieland spielt) auf, und präsentiert das Duell als dreckig, schonungslos und brutal. Und so sehr man natürlich mit Dunk mitfiebert und sich am Ende über das Urteil der Sieben freut, muss man kein Gelehrter der "Geschichte" von Westeros sein, um zu erkennen, dass der Tausch Dunk <–> Baelor für die Zukunft der sieben Königreiche ein ungünstiger war.