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Star Trek: Strange New Worlds - 4x04: Ein Fall von Chiaroscuro Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Paramount+

Originaltitel: A Case of Chiaroscuro
Episodennummer: 4x04
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 13. August 2026 (Paramount+)
Drehbuch: Robbie Thompson
Regie: Axelle Carolyn
Stammbesetzung: Anson Mount als Captain Christopher Pike, Ethan Peck als Lieutenant Spock, Jess Bush als Nurse Christine Chapel, Christina Chong als Lieutenant La'an Noonien-Singh, Celia Rose Gooding als Ensign Nyota Uhura, Melissa Navia als Lt. Erica Ortegas, Babs Olusanmokun als Dr. Joseph M'Benga, Martin Quinn als Lieutenant Montgomery Scott, Rebecca Romijn als Commander Una Chin-Riley.
Gaststars: Demore Barnes als Kor, Albert Chung als Ja'Lem, Andy McQueen als Roman, Alex Kapp als USS Enterprise Computer u.a.

Kurzinhalt: Die Enterprise fliegt in ein System, in dem aufgrund der Infrarotstrahlung der Sonne alles schwarz/weiß aussieht. Commander Una-Chin Rley, Doktor Joseph M'Benga und Fähnrich Nyota Uhura fliegen mit einem Shuttle los, um den von Klingonen besetzten Planeten Mat'aar XII einen Besuch abzustatten. Kurz nach ihrer Landung werden sie von einer Gruppe angesprochen, die dem örtlichen Widerstand angehört. Diese staunen, als sie Una erblicken, die sie für ihre Anführerin halten – von der sie bisher dachten, sie sei tot. Um nicht mit den örtlichen Behörden in Konflikt zu geraten, macht Una gute Miene zum bösen Spiel, und schlüpft in die Rolle ihrer Doppelgängerin. Als dann jedoch Uhura bei einer Routinekontrolle von den klingonischen Sicherheitskräften festgenommen wird, wandelt sich die Erkundungs- in eine Rettungsmission – und bleibt Commander Riley gar keine andere Wahl mehr, als sich in die internen Angelegenheiten auf Mat'aar XII einzumischen, und in die Fußstapfen ihrer Doppelgängerin zu schlüpfen…

Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) Paramount+ Ich habe es in meinem Review zu "Menschlicher bester Freund" letzte Woche angekündigt. Bevor ich mich auf "Ein Fall von Chiaroscuro" an sich stürze, muss ich auf die Tendenz der Macher zu irgendwelchen Gimmick-Folgen eingehen, die sich bereits in der Season davor gezeigt hat, in dieser Staffel aber nun endgültig außer Kontrolle geraten ist. Dazu sei vorab gleich gesagt: Klar gab es bei "Star Trek" immer wieder mal Ausreißer, und dürfen solche auch gerne mal sein, um für Abwechslung zu sorgen. Mit "Der Griffin-Vorfall", "Menschlicher bester Freund", "Ein Fall von Chiaroscuro", der nächsten Folge "Stufe-5 Transporterunfall", sowie noch mindestens zwei weiteren Episoden (die in einer Seifenoper bzw. einer Fantasy-Welt angesiedelt sind) sind diese mittlerweile zur Regel, und ist klassische(re) "Star Trek"-Unterhaltung zur Ausnahme geworden. Und da drängt sich mir halt folgender Schluss auf: Noch nie haben sich "Star Trek"-Macher so sehr geschämt, für "Star Trek" zu arbeiten, wie bei "Strange New Worlds". Dessen ungeachtet muss ich zugeben, dass a) die Schwarz/Weiß-Optik (wenn mir die Grundidee auch von "Dune: Part Two" inspiriert zu sein schien), und b) das Cyberpunk-Setting (wenn dieses auch leider viel zu selten zur Geltung kam) schon einen gewissen Reiz hatten. Davon abgesehen konnte ich mit "Ein Fall von Chiaroscuro" aber leider nichts anfangen.

Das beginnt schon damit, dass man hier nicht einfach nur die fadenscheinige Erklärung dafür, warum hier alles schwarz/weiß aussieht (und das selbst in abgeschlossenen Räumen bzw. wenn die Fenster des Shuttles abgedeckt sind), zu schlucken bekommt (was ich vielleicht ja noch geschafft hätte), sondern man uns darüber hinaus Una-Chin Riley als Doppelgängerin der Anführerin des Widerstands auf Mat'aar XII präsentiert – und sich nicht darum bemüht, über einen kosmischen Zufall und einen metaphysischen "jeder von uns hat irgendwo in der Galaxis einen Zwilling"-Quatsch auch nur irgendeine Erklärung dafür zu präsentieren. Zumindest für mich wurde hier deutlich zu viel willige Aussetzung der Ungläubigkeit vorausgesetzt, als ich zu investieren bereit war. Unschlüssig bin ich auch, ob ich die direkte Referenz (nämlich die Gesangsszene) auf die zentrale Inspirationsquelle für die Episode, "Casablanca" (nur halt ohne die dortige Liebesgeschichte – die aber halt wiederum ein essentieller Erfolgsfaktor des Films war, auf den man hier somit unweigerlich verzichtet, und sich damit in meinen Augen seiner größten Stärke beraubt), gut finden oder doch als aufgesetzt verdammen soll. Viel schwerer als das wiegt aber ohnehin die Tatsache, dass ich die Story hier weder interessant noch spannend fand, und mich dementsprechend – abseits der wie gesagt durchaus gefälligen Optik – mit "Ein Fall von Chiaroscuro" sehr früh sehr zu langweilen begann. Der letzte Nagel im Sarg war für mich dann die Sache mit Kor. Wie ihr wisst, bin ich jemand, der auf Kanon-Treue viel wert legt. Ihr könnt das gerne kleinlich/engstirnig finden, aber für mich geht es hier weniger ums Prinzip an sich, vielmehr ist es eine Sache des Respekts. Alle, die aktuell in der "Star Trek"-Wiese spielen – und das für gutes Geld – haben dies jenen zu verdanken, die den Weg geebnet haben. Das Mindeste was man aus Dank tun kann, ist, respektvoll mit diesem Erbe umzugehen.

Episodenbild (c) Paramount+ Was mich wieder zurück zu Kor bringt: Die "Next Generation"-Ära hat die "Klingonen-Problematik" ja lange Zeit ignoriert, bzw. mit einem Gag abgetan (da jedoch die entsprechende Folge, "Immer die Last mit den Tribbles", in erster Linie als witzige Hommage gedacht war – und durchaus zu den zuvor erwähnten Ausreißern zu zählen ist – hat es dort gepasst). In "Enterprise" hat man sich dann aber doch die Mühe gemacht, eine (durchaus überzeugende) Erklärung dafür zu finden – nur damit diese hier nun von den "New Trek"-Machern ignoriert wird, da sich das wechselnde Aussehen von Kor mit dieser nicht in Einklang bringen lässt (weil dass er irgendwann zwischen "Kampf um Organia" und "Der Blutschwur" sein klassisches klingonisches Aussehen zurückgewonnen hat, lässt sich erklären, nicht aber der Wechsel von Stirnhöckern zu glatter Stirn zurück zu Stirnhöckern). Ärgerlich ist dies nicht zuletzt auch deshalb, als es keine Notwendigkeit gab, dass der Klingone hier unbedingt Kor sein musste; seine Anwesenheit hier trägt nichts dazu bei, seinen Auftritt in der klassischen Serie irgendwie aufzuwerten. Es ist eine dieser typischen Wegwerf-Anspielungen, auf die sich die jetzigen "Star Trek"-Macher für ihre Kanon-Kenntnis auf die Schultern klopfen können – ohne zu bemerken, dass sie in Wahrheit das genaue Gegenteil von dem erreichen, was sie erreichen wollten. Was allerdings zugegebenermaßen sehr gut zum allgemeinen Eindruck des überwiegenden Teils von "New Trek" passt.

Fazit: "Event Horizon". "Hangover". "Casablanca". Und nächste Woche dann "Muppets im Weltall". Eh alles nett. Aber irgendwie tät ich wenn ich bei "Star Trek" einschalte schon ganz gern "Star Trek" sehen. Doch auch unabhängig vom überbordenden Trend dieser Gimmick-Episoden in der aktuellen "Strange New Worlds"-Season konnte ich "Ein Fall von Chiaroscuro" abseits der netten Optik und des coolen (wenn auch de facto nicht genutzten) Cyberpunk-Settings nichts abgewinnen. Angefangen bei der hanebüchenen Idee rund um Nummer Eins als Doppelgängerin der Anführerin des Widerstands auf dem von Klingonen besetzten Planeten, über die zu starke Orientierung am Vorbild "Casablanca" (wobei man deren größte Stärke – die tragisch-wehmütige Liebesgeschichte – ausspart), der uninteressanten Handlung und dem gänzlichen Fehlen an Spannung (ja selbst bei Uhuras Verhörszene), bis hin zum unnötigen Auftritt von Kor, der nur erreicht, dass hier wieder einmal auf den etablierten Kanon (genauer gesagt, die Erklärung für das unterschiedliche Aussehen der Klingonen bei TOS und dem Rest von "Star Trek") gepfiffen wird. Bereits zum Ende der dritten Staffel sah ich der Absetzung von "Strange New World" sehr gleichgültig gegenüber. Wenn das so weitergeht, werde ich das Ende der Serie aber spätestens zum Ende der Staffel richtiggehend herbeisehnen.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Paramount+)







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