Originaltitel: Slaves and Masters Episodennummer: 2x15 Bewertung: Erstausstrahlung US: 02. Februar 1991 Erstausstrahlung D: 18. Januar 1992 Drehbuch: Harley Peyton & Robert Engels Regie: Diane Keaton Besetzung:
Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper,
Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman,
Madchen Amick als Shelly Johnson,
Dana Ashbrook als Bobby Briggs,
Richard Beymer als Benjamin Horne,
Sherilyn Fenn als Audrey Horne,
Lara Flynn Boyle als Donna Hayward,
Warren Frost als Dr. Will Hayward,
Peggy Lipton als Norma Jennings,
James Marshall als James Hurley,
Everett McGill als Big Ed Hurley,
Jack Nance als Pete Martell,
Kimmy Robertson als Lucy Moran,
Joan Chen als Jocelyn Packard,
Piper Laurie als Catherine Martell,
Eric DaRe als Leo Johnson,
Kenneth Welsh als Windom Earle,
Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby,
David Patrick Kelly als Jerry Horne,
Miguel Ferrer als FBI Agent Albert Rosenfield,
Wendy Robie als Nadine Hurley,
Annette McCarthy als Evelyn Marsh,
Nicholas Love als Malcolm Sloan,
David Warner als Thomas Eckhardt,
Brenda Strong als Jones,
Robert Bauer als Johnny Horne,
Matt Battaglia als Cop,
Gerald L'Ecuyer als Bartender u.a.
Kurzinhalt:
Nach dem – vermeintlichen – Unfalltod ihres Mannes gibt Evelyn Marsh im Gespräch mit der Polizei die trauernde Witwe. Sie erzählt ihnen auch von James, den sie angeheuert hat, um das Auto zu reparieren – bei dem die Bremsen manipuliert wurden. Doch nachdem Donna sie in der Bar zur Rede stellt, kommen der Schwarzen Witwe Zweifel am Komplott, dass sie zusammen mit ihrem Liebhaber geschmiedet hat. Dr. Jacobi schlägt indes im Hinblick auf Benjamin Hornes Nervenzusammenbruch eine unorthodoxe Behandlungsmethode vor: Man solle ihn den amerikanischen Bürgerkrieg quasi durchspielen lassen, und zwar so, dass "seine" Seite – also der Süden – gewinnt. So hofft man ihn von seinem Wahn befreien zu können. Leo Johnson ist indes, nachdem er das Bewusstsein wieder erlangt hat, vom Regen in die Traufe geraten – steht er doch nun unter der Kontrolle von Windom Earle, der ihm ein Elektroschock-Halsband umlegt. Nadine erwischt Big Ed und Norma zusammen im Bett, gibt sich jedoch entspannt – auch, weil sie weiterhin ein Auge auf Mike geworfen hat. Und Catherine begrüßt Thomas Eckhardt bei sich zum Abendessen – mit Jocelyn als Dienstmädchen…
Review:
Nach den letzten zwei Folgen hatte ich die Hoffnung, dass ich im Hinblick auf den Durchhänger zur Mitte der zweiten Staffel das Schlimmste überstanden hätte. "Sklaven und Meister" belehrte mich diesbezüglich leider eines Besseren. Dabei kann ich neuerlich nicht guten Gewissens behaupten, dass sich hier nichts getan hätte. Tatsächlich würde ich sogar sagen: Eher im Gegenteil. Während einige Handlungsstränge mehrere Szenen erhalten und dementsprechend zur Geltung kommen, geht anderes doch eher unter. Was zugegebenermaßen nicht immer etwas Schlechtes sein muss; diesbezüglich denke ich an die Sache mit Nadine, die ja wie ihr wisst zu meinen unliebsten Handlungssträngen der zweiten "Twin Peaks"-Staffel gehört. Tatsächlich fand ich die Szene, wo sie Norma und Big Ed hier im Bett erwischt und keine große Sache draus macht, für diese Storyline gar nicht mal so übel. Demgegenüber steht das Dinner zwischen Catherine und Thomas – mit Jocy als Butlerin – welche grundsätzlich einiges an Potential gehabt hätte, hier aber derart für sich steht, dass sie trotz der größeren Rolle für Gaststar David Warner kaum einen Eindruck hinterlässt.
Dem "Schachduell" zwischen Dale Cooper und Windom Earle ergeht es zwar etwas besser; diesbezüglich gibt es schon ein paar coole Szenen, sei es das Wiedersehen mit Albert, oder wenn man sich auf die Suche nach einem Schachexperten in Twin Peaks macht (der sich just als Pete herausstellt), da Dale das Match so rasch als möglich in einem Patt enden lassen möchte, noch dazu mit einem so geringen Verlust an Spielfiguren wie nur möglich. Deutlich weniger anfangen konnte ich allerdings mit den Szenen zwischen Windom und Leo (ich bleibe dabei: Eric Da Re kann einem einfach nur leid tun). Ebenfalls etwas mehr Laufzeit nehmen zwei Handlungsstränge ein, mit denen ich ja eher weniger anfangen konnte – wobei in beiden Fällen die Ereignisse hier den Eindruck vermitteln, dass wir es jetzt zumindest endlich überstanden haben könnten. Dies betrifft einerseits Bens Nervenzusammenbruch – der mir hier insgesamt deutlich zu viel Laufzeit in Anspruch genommen hat, und somit auch maßgeblich für den unterdurchschnittlichen Eindruck verantwortlich war. Weil sorry, aber mich hat das alles einfach überhaupt nicht angesprochen. Und auf der anderen Seite die unsägliche Evelyn March-Geschichte, die hier nun in einem doch ziemlich überdramatisierten Finale endet, wo ich nicht sagen konnte, ob das wirklich ernst gemeint, oder vielmehr als Parodie auf (schlechte) Seifenopern gedacht war. So oder so: Es hat für mich nicht funktioniert. Besagte Szene war übrigens auch die Einzige, in der sich die Inszenierung durch Gastregisseurin Diane Keaton irgendwie hervortat, mit den Zeitrafferaufnahmen. Ach ja, und die letzte Einstellung mit der Maske in Dales Bett war auch ganz nett. Davon abgesehen fand ich ihre Regie aber sehr unauffällig, und Uli Edels Beitrag in der letzten Folge deutlich unterlegen. Wobei die Probleme von "Sklaven und Meister" definitiv mehr inhaltlicher als inszenatorischer Natur waren.
Fazit:
Dass "Twin Peaks" das Gleichgewicht zwischen Mystery- und Thrillerelementen auf der einen, und Drama- bzw. Soap-Elementen auf der anderen Seite verliert, ist nicht neu. Die erste Staffel hatte allerdings den Vorteil, relativ kurz zu sein, weshalb der entsprechende Durchhänger im Mittelteil in Summe nicht so dramatisch war. Demgegenüber zieht sich dieser in Season Zwei nun schon einige Episoden dahin, und füllt man generell zu viel Laufzeit mit auf mich überflüssig wirkenden Handlungsstränge wie Bens Nervenzusammenbruch, oder James Bekanntschaft mit Evelyn Marsh. So positiv es grundsätzlich auch sein mag, dass mit "Sklaven und Meister" nun ein Ende dieser beiden Handlungsstränge absehbar ist, aber den Weg dorthin fand ich wieder eher mühsam. Anderes wiederum – wie das Treffen von Catherine und Thomas – rückte derart in den Hintergrund, dass es leider keinen nennenswerten Eindruck hinterlassen konnte. Und die Inszenierung von Diane Keaton war, vom mir zu überdramatisiert inszenierten Finale der Marsh-Storyline, auch eher unauffällig. Einzelne gute Momente mögen sich zwar eingeschlichen haben, wobei sich vor allem alles rund um Dale Cooper wieder positiv bemerkbar machte. Dennoch zählt "Sklaven und Meister" für mich insgesamt zu den schwächsten Folgen der Serie.