Originaltitel: Double Play Episodennummer: 2x14 Bewertung: Erstausstrahlung US: 02. Februar 1991 Erstausstrahlung D: 18. Januar 1992 Drehbuch: Scott Frost Regie: Uli Edel Besetzung:
Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper,
Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman,
Madchen Amick als Shelly Johnson,
Dana Ashbrook als Bobby Briggs,
Richard Beymer als Benjamin Horne,
Sherilyn Fenn als Audrey Horne,
Lara Flynn Boyle als Donna Hayward,
Warren Frost als Dr. Will Hayward,
Peggy Lipton als Norma Jennings,
James Marshall als James Hurley,
Everett McGill als Big Ed Hurley,
Jack Nance als Pete Martell,
Kimmy Robertson als Lucy Moran,
Joan Chen als Jocelyn Packard,
Piper Laurie als Catherine Martell,
Eric DaRe als Leo Johnson,
Harry Goaz als Deputy Andy Brennan,
Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill,
Kenneth Welsh als Windom Earle,
Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby,
David Patrick Kelly als Jerry Horne,
Ian Buchanan als Dick Tremayne,
Robyn Lively als Lana Budding Milford,
Don S. Davis als Maj. Garland Briggs,
Annette McCarthy als Evelyn Marsh,
David Warner als Thomas Eckhardt,
Dan O'Herlihy als Andrew Packard,
Brenda Strong als Jones,
John Apicella als Jeffrey Marsh,
John Boylan als Mayor Dwayne Milford,
Ron Blair als Randy St. Croix,
Craig MacLachlan als The Dead Man u.a.
Kurzinhalt:
Windom Earle hat seinen ersten Zug gemacht – und seiner Nemesis Agent Cooper in der Polizeistation von Twin Peaks eine Leiche hinterlassen, die ihm ähnlich sieht. Nachdem man diese untersucht hat, weiht Dale Sheriff Truman in die Vorgeschichte der beiden ein – und damit auch, warum es Windom Earle auf ihn abgesehen hat. Parallel dazu hat Leo das Bewusstsein wiedererlangt, und bedroht Shelley. Bobby kommt gerade rechtzeitig, um sie zu retten, woraufhin Leo die Flucht in den Wald antritt. Catherine offenbart ihrem Mann Pete, dass ihr Bruder Arthur – der mit Jocy verheiratet war und vermeintlich von Hank ermordet wurde – noch am Leben ist. Die beiden haben es auf Mr. Eckhart abgesehen – und nutzen Jocy als Beute. Donna macht sich auf die Suche nach James, und trifft in derselben Kneipe wie zuvor dieser auf Evelyn. Diese hat indes echte Gefühle für James entwickelt, woraufhin ihr an dem Plan, den sie zusammen mit ihrem Liebhaber geschmiedet hat, ernste Zweifel kommen…
Review:
Zum Auftakt der Folge dreht "Twin Peaks" nach längerem wieder mal so richtig auf. Einerseits mit der Untersuchung der von Windom Earle in der Polizeistation hinterlassenen Leiche, mehr noch aber mit der Konfrontation zwischen Leo, Shelley und Bobby. Letztere war wirklich packend umgesetzt, und fantastisch inszeniert. Womit wir auch gleich bei einer der größten Stärken der Folge wären, nämlich der Regie von Uli Edel. Der u.a. für "Christiane F." und "Der Baader Meinhof Complex" bekannte deutsche Regisseur (über "Body of Evidence" hüllen wir freundlicherweise den Mantel des Schweigens) schafft es nämlich besser als ein Großteil der anderen Regisseure der Serie, David Lynchs typischen Stil einzufangen, und gibt der Serie damit dieses ganz eigene, entrückt-nebulöse Gefühl zurück, welches ich zuletzt doch zunehmend vermisst habe. Von diesen beiden Stärken abgesehen sticht dann in erster Linie noch das Finale hervor, wo es Leo in jene Hütte verschlägt, in der sich Windom Earle niedergelassen hat. Gespielt von Kenneth Welsh, verströmt dieser genau die richtige Mischung aus Bedrohlichkeit und Wahnsinn.
Welsh ist allerdings nicht der einzige bemerkenswerte Neuzugang. Zuvor erhaschen wir nämlich bereits unseren ersten Blick auf den ominösen Mr. Eckhart, für den niemand geringerer als David Warner gecastet wurde. Zwar bekommt er hier erstmal nichts weiter zu tun, als kurz mal sein Gesicht in die Kamera zu halten, dennoch veredelt er die Episode alleine mit seiner Anwesenheit. Von diesen positiven Aspekten abgesehen sticht in erster Linie noch die Umkehr der klassischen Geschlechterrollen im Hinblick auf James' Rettung durch Donna hervor. Zwar fand ich es doch eher schade, dass Evelyn nun auf einmal echte Gefühle für James entwickelt, dementsprechend Gewissensbisse bekommt, und ihm zur Flucht verhilft. Dennoch war ich in erster Linie froh darüber, dass sich damit nun endlich ein Ende dieses in meinen Augen unsäglichen Handlungsstrangs abzeichnet. Gleiches gilt für Andys und Dicks Ermittlungen rund um die Vergangenheit von Little Nicky. Dass Lana hier nun nach Dougie auch seinen Bruder Dwayne bezirzt, ließ mich hingegen doch eher mit den Augen rollen. Aber auch mit dem sich gefühlt ewig ziehenden Handlungsstrang rund um Ben und seine Bürgerkriegsschlacht kann ich nach wie vor überhaupt nichts anfangen. Und auch wenn alles rund um Windom Earle besser ist als ein Großteil der anderen aktuellen Storylines, aber als "Ersatz" für die Ermittlungen im Mordfall Laura Palmer taugt er nur bedingt; was nicht zuletzt daran liegt, als wir bei Laura "live" dabei und dementsprechend viel stärker in die Ermittlungen involviert waren – während wir die Vorgeschichte rund um Windom Earle und seine Frau, so tragisch sie auch sein mag, hier nur erzählt bekommen. Und wie die gute alte Weisheit "show, don't tell" besagt: Letzteres ist halt einfach nie so effektiv wie ersteres.
Fazit:
Es zeigt sich ein bisschen das gleiche Bild wie bei den letzten Folgen: Auftakt und Ende wissen durchaus zu gefallen (und teilweise sogar zu faszinieren), aber das, was dazwischen liegt, lässt doch eher zu wünschen übrig. Bei "Doppelspiel" hatte es mir nach dem anfänglichen Fund der Leiche vor allem die spannend umgesetzte Szene rund um Shelley, Leo und Bobby angetan. Wie Uli Edels Inszenierung für mich generell eine der größten Stärken der Folgen war; so nah an das klassische David Lynch-Feeling sind nur wenige (andere) "Twin Peaks"-Regisseure gekommen. Auch die beiden prominenten Neuzugänge David Warner und Kenneth Welsh machen sich positiv bemerkbar. Und die letzten paar Minuten wussten mich dann ebenfalls wieder gut zu unterhalten. Der Mittelteil war aber wieder von Handlungssträngen dominiert, die mich (bislang) wenig bis gar nicht ansprechen, weshalb es insgesamt, trotz aller positiver Aspekte (und einer Bestätigung des leichten Aufwärtstrends) "nur" für eine leicht überdurchschnittliche Wertung reicht.