A Knight of the Seven Kingdoms - 1x01: Der Heckenritter
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Originaltitel: The Hedge Knight Episodennummer: 1x01 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 18. Januar 2026 (HBO) Erstausstrahlung D: 19. Januar 2026 (Sky/HBO Max) Drehbuch: Ira Parker Regie: Owen Harris Besetzung:
Peter Claffey alsSer Duncan 'Dunk' the Tall,
Dexter Sol Ansell alsEgg,
Daniel Ings alsSer Lyonel 'The Laughing Storm' Baratheon,
Shaun Thomas alsSer Raymun 'The Reluctant' Fossoway,
Tanzyn Crawford alsTanselle,
Danny Webb alsSer Arlan of Pennytree,
Henry Ashton alsPrince Daeron 'the Drunken' Targaryen,
Daniel Monks alsSer Manfred Dondarrion,
Bamber Todd alsYoung Dunk,
Jenna Boyd alsInnkeeper,
Tom Vaughan-Lawlor alsPlummer,
Abigail O'Regan alsDaisy,
Carla Harrison-Hodge alsBeony,
Rowan Robinson alsRed,
Edward Ashley alsSer Steffon Fossoway,
Steven Calvert alsStormland Knight,
Danny Collins alsSer Humfrey Beesbury,
Ross Anderson alsSer Humfrey Hardyng,
Ellie McHale-Roe alsLia the Lovely u.a.
Kurzinhalt:
Nach dem Tod seines Ritters Ser Alran von Hellenbaum tritt der Knappe Dunk seine Nachfolge an. Er reitet nach Aschfurt, um dort am Turnier teilzunehmen. Als er sich eben dazu anmelden will, behauptet er, vor Ser Arlans Tod von diesem zum Ritter geschlagen worden zu sein. Doch ohne Zeugen kann und will der Turniermeister ihn nicht auf die Liste nehmen. Dunk sucht daraufhin nach jemandem, der Ser Arlan gekannt hat und dafür bürgen kann, dass es dessen Absicht war, seinen Knappen einst in den Stand eines Ritters zu erheben. Dabei trifft er unter anderem auf Lord Lyonel Baratheon, der ihn zu seinem Festmahl einlädt, ihm jedoch seinem Ziel, am Turnier teilzunehmen, keinen Schritt näherbringt. Darüber hinaus lernt er den Stalljungen Egg kennen, den er schließlich als seinen Knappen aufnimmt. Doch ohne Bürgen droht der Traum von Dunk – der sich forthin Ser Duncan der Große nennt – am Turnier von Aschfurt teilzunehmen und sich so als Heckenritter einen Namen zu machen, zu platzen…
Review:
Ich muss gestehen, angesichts der überwiegend kritischen Resonanz zur letzten Staffel bin ich überrascht, dass das Konzept von HBO, die Marke "Game of Thrones" weiter auszuquetschen, funktioniert. Auf den ersten Ableger "House of the Dragon" – deren erste zwei Staffeln es leider nicht gelang, den bitteren Nachgeschmack des "Game of Thrones"-Finale bei mir wegzuwaschen – folgte Anfang des Jahres mit "A Knight of the Seven Kingdoms" eine Adaption von George R. R. Martins gleichnamiger Kurzgeschichtensammlung, wobei jede der drei Novellen als eine Staffel umgesetzt wird (wobei die Gerüchteküche besagt, dass man es dabei nicht belassen, und weitere Geschichte erzählen will/wird – so als hätte man von "Game of Thrones", das sobald man die Vorlage hinter sich ließ ordentlich zu straucheln begann, nichts gelernt). Sowohl die Staffeln als auch die Episoden sind zwar kürzer als bislang aus dem Serienuniversum gewohnt, dennoch haftet dem ganzen das Geschmäckle des unnötigen Aufblasens – und des Verteilens von zu wenig Inhalt auf zu viel Staffel – an. Dies war dann auch, zusammen mit meinem nach wie vor nicht überwundenen "Staffel sieben"-Trauma, der Hauptgrund, warum ich mir – obwohl ich die Vorlage doch ziemlich mochte – mit "A Knight of the Seven Kingdoms" Zeit gelassen habe.
Vorab: Eine ähnlich epische Serie wie "Game of Thrones" oder auch "House of the Dragon" darf man sich hier nicht erwarten. "A Knight of the Seven Kingdoms" war von GRRM bewusst als deutlich kleinerer Bruder zu seinem Epos "A Song of Ice and Fire" angelegt; was sich natürlich auch in der TV-Adaption widerspiegelt. Ein Schwenk weg von den ganzen Dynastien und der Fülle an Charakteren hin zu einer verhältnismäßig kleinen, ein knappes Jahrhundert vor den Ereignissen aus "Game of Thrones" angesiedelten Geschichte rund um die Abenteuer des Ritters Ser Duncan der Große und seines treuen Knappen Egg. Vor allem den Auftakt rund um den Knappen, der den Platz seine Ritters einnimmt (oder in diesem Fall behauptet, dieser hätte ihn vor seinem Tod zum Ritter geschlagen) hat mich dabei bereits beim Lesen der Kurzgeschichten sehr an "Ritter aus Leidenschaft" erinnert (das in der ersten Geschichte im Mittelpunkt stehende Turnier tat ihr übriges). Das überträgt sich natürlich auch auf die Serien-Adaption. Inhaltlich köchelt "Der Heckenritter" dabei erstmal noch ziemlich auf Sparflamme, was natürlich auch der zuvor angesprochenen Ausdehnung einer Kurzgeschichte auf eine ganze Staffel (im direkten Vergleich mit "Game of Thrones" ist das in etwa mit der Seitenzahl/Laufzeit-Differenz zwischen den Trilogien zu "Der Herr der Ringe" und "Der Hobbit" zu vergleichen) geschuldet ist. Dementsprechend fühlt sich "Der Heckenritter" von Anfang an ein bisschen ausgedehnt an, und schleichen sich dementsprechend immer wieder kleinere Längen ein. Als Fan der beiden früheren Serien vermisst man zudem die unterschiedlichen Gruppierungen und/oder Schauplätze. Und auch wenn sich das Untergraben von Erwartungen bzw. Klischees natürlich in bester GRRM-Tradition befindet, muss ich gestehen, dass der Anfangsgag rund um das Anspielen des bekannten Hauptthemas, nur um dieses zu Unterbrechen und zu einem hinter dem Baum scheißenden Dunk bei mir nicht gezündet hat (ich bin der Fäkalhumor-Phase spätestens in meinen Teenager-Jahren entwachsen).
Was an "Der Heckenritter" jedoch sehr gut funktioniert, ist, uns die beiden Hauptfiguren vorzustellen. Dunk ist einem auf Anhieb sympathisch – und könnte mit seiner Mischung aus Naivität und Gutmütigkeit fast sein Stark sein (wohl da ich mir zuletzt auch wieder "Westworld" angesehen habe, hatte ich zudem die anfängliche Dolores und ihren Spruch "Some people choose to see the ugliness in this world. I choose to see the beauty" im Ohr). Neben der Vorlage bzw. dem Drehbuch liegt dies nicht zuletzt auch am perfekten Casting. Es war sicher nicht leicht, einen Darsteller zu finden, der sowohl die körperliche Größe als auch die Persönlichkeit der Figur perfekt einfängt; Peter Claffley gelingt jedoch beides vom ersten Moment an mit bestechender Leichtigkeit. Dexter Soll Ansell steht ihm dabei jedoch als sein Knappe Egg in nichts nach. Und vor allem die Dynamik zwischen beiden begeistert. Und so überrascht es auch nicht, dass ihre gemeinsamen Szenen für mich die Highlights von "Der Heckenritter" waren – und die Episode auch knapp über den Durchschnitt hoben.
Fazit:
Wenn ihr regelmäßig Reviews lest, dann wisst ihr, dass ich den aktuellen Trend, jede noch so kleine Geschichte gleich auf eine (Streaming-)Staffel auszudehnen, doch eher skeptisch sehe. Auch bei "A Knight of the Seven Kingdoms" sehe ich die Gefahr, dass zu wenig Inhalt auf zu viel Laufzeit verteilt wird. Der Einstieg tat nichts, um mich von diesem Gedanken abzubringen, wenn ich der Episode auch als Pilotfolge, in der es in erster Linie darum geht, Setup, Setting und Figuren zu etablieren, einen Sonderstatus einräumen und dementsprechend vorerst noch die Unschuldsvermutung gelten lassen will. Dessen ungeachtet war mir inhaltlich hier doch erstmal zu wenig los. Was jedoch großartig funktioniert, sind die beiden Hauptfiguren Dunk und Egg, was gleichermaßen der Vorlage und dem Drehbuch sowie ihren Darstellern (und damit zugleich eben auch dem phänomenalen Casting) zu verdanken ist. Neben meiner durchaus positiven Erinnerung an die Vorlage ist es vor allem auch diesem Aspekt zu verdanken, dass ich trotz allem vorsichtig optimistisch auf die Serie blicke.