Originaltitel: Payload Episodennummer: 1x08 Bewertung: Erstausstrahlung US: 09. März 1984 Erstausstrahlung D: 21. Juli 1996 Drehbuch: Daniel Freudenberger Regie: Bernard L. Kowalski Besetzung:
James Farentino als Frank Chaney,
Dana Carvey als Clinton 'JAFO' Wonderlove,
Sandy McPeak als Captain Braddock,
Dick Butkus als Richard 'Ski' Butowski,
Bubba Smith als Lyman 'Bubba' Kelsey,
George Gaynes als Dr. Willi Von Hartigy,
Belinda J. Montgomery als Dr. Nell Lindsayy,
Peter Vogt als Dr. Sanford Hilly,
Thomas Callaway als Lou Sacklery,
Ray Wise als J.D. Krafty,
Ann Cooper als J.J. Douglasy,
Lance Rosen als Harris Lubiny,
Barbara Beckley als Trishy,
Terry Burns als Astronaut Jack Sloany,
Frank Pesce als Guard/Gunnery,
Bill Shick als Many,
Mark Burke als Techniciany u.a.
Kurzinhalt:
Das Unternehmen American Space Industries schickt das erste privat finanzierte Space Shuttle ins All. Sobald die Argo in der Umlaufbahn der Erde angekommen ist, beginnen sie ihre Gen-Experimente. Dabei gelingt es, ein Heilmittel für jegliche Form von bakterieller Kriegsführung zu erschaffen. Eben dies schmeckt jenen, die an den entsprechenden Waffen bestens verdienen, überhaupt nicht. Die Tatsache, dass die Resultate der Experimente binnen zwanzig Minuten nach der Landung ins Labor gebracht werden müssen, bietet ihnen die Gelegenheit zu einem Angriff. Dafür gilt es, Blue Thunder auszuschalten, da APEX mit dem zeitkritischen Transport beauftragt wurde. Um das frisch installierte System für elektronische Gegenmaßnahmen auszuschalten, entführt man den Erbauer von Blue Thunder, Dr. Willi Von Hartig, und unterzieht ihm einer Gehirnwäsche. Daraufhin ist Blue Thunder einem Angriff durch Laserstrahlen, welche die Elektronik des Helikopters durcheinanderbringen, schutzlos ausgeliefert…
Review:
Vorab: Wenn man die nicht uncoole Action in "Brisante Forschung" genießen will, muss man leider inhaltlich doch einiges an ziemlich hanebüchenen Plot-Konstrukten schlucken. Das beginnt schon bei der Grundidee einer privat finanzierten Weltraummission, deren übergeordnetes Ziel es ist, dass im Space Shuttle im Orbit der Erde Genspleißen betrieben wird, mit dem es dann gelingt, ein Allheilmittel für alle biologischen Waffen zu entwickeln. Dass ein solches überhaupt möglich sein soll, muss man ebenso akzeptieren können, wie die dahingerotzte Erklärung, warum das ganze nur in der Schwerelosigkeit möglich sein soll. Dann ist da die strenge Deadline von zwanzig Minuten, in der die Forschungsergebnisse ins abgeriegelte Labor auf der Erde geschafft werden müssen. Auch hier: All dies wird behauptet, ohne dass es wirklich plausibel wäre. Und dann ist da noch alles rund um die Gehirnwäsche bei Dr. Von Hartig (anstatt die Karte einfach zu stehlen, ihn zu erpressen, oder ähnliches). Was haarsträubende Plot-Konstrukte betrifft, hat sich Daniel Freidenberger beim Drehbuch zu "Brisante Forschung" jedenfalls ordentlich ausgetobt.
Immerhin: Im vorliegenden Fall lohnt es sich aber zumindest, sich auf all diese abwegigen Dinge einzulassen. Denn auch wenn Freidenberger hier auf ein paar wirklich fürchterlich konstruiert wirkende Entwicklungen zurückgreift, so ergeben diese insgesamt doch zumindest ein unterhaltsames Gesamtbild. Dabei macht sich nicht zuletzt positiv bemerkbar, dass man hier wohl wieder ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen hat als bei so mancher Folge davor. Dementsprechend gibt es hier deutlich weniger Recycling früherer Szenen (abseits der Space Shuttle-Szenen, wo man natürlich auf Archivmaterial zurückgreift – was der Serie nun aber echt nicht anzulasten ist) , und viele neue, teils coole Aufnahme des Hubschraubers zu betrachten, wobei es mir vor allem die anfängliche Szene mit den Stromblitzen angetan hatte. Aber auch der Showdown zwischen Blue Thunder und nun tatsächlich (endlich, und zum ersten Mal) einem anderen Helikopter, der mit einem Laser ausgestattet ist, war gut gemacht – und übernahm zudem nun auch endlich (nach einigen Anspielungen zuvor, u.a. auch in dieser Folge) die Looping-Szene aus dem Kinofilm. Interessant war es zweifellos auch, hier den Erbauer von Blue Thunder kennenzulernen (nur das mit der Gehirnwäsche hätten sie sich in meinen Augen halt sparen sollen). Und aufgrund des ausgefallenen ECMs konnte sich am Ende, neben Pilot Frank, auch Computer-Wunderwuzzi Clinton wieder auszeichnen. Zuletzt sorgt auch die Nebenhandlung rund um Skis Kontaktanzeige für einige amüsante Momente – insbesondere natürlich dann am Ende, wenn sich herausstellt, dass er ihren Streich von Anfang an durchschaut hat. Der letzte wesentliche Pluspunkt waren dann die bekannten Gesichter, die sich unter die Gaststars mischten, angefangen bei Belinda J. Montgomery ("Der Mann aus Atlantis"), über George Gaynes ("Police Academy"), bis hin zu Ray Wise (hier noch am Anfang seiner Karriere, und dementsprechend in einer überraschend kleinen Nebenrolle). Insgesamt macht dies eine weitere solide Episode der Serie – vorausgesetzt eben, dass kann sich auf die Story einlassen kann.
Fazit:
Daniel Freudenberger fragt unserer willigen Aussetzung der Ungläubigkeit mit seinem Drehbuch zu "Brisante Forschung" doch einiges ab – und ich verstehe jedem, dem es nicht gelingt, sich auf die absurde Prämisse und/oder sehr beliebig wirkende Elemente wie das mit der (Instant-)Gehirnwäsche einzulassen. Allerdings gab es an der Episode einige positive Aspekte, die es mir leichter machten, über die hanebüchene Story hinwegzusehen. Angefangen bei den hochkarätigen Gaststars, über die amüsante Nebenstory rund um Skis Kontaktanzeige, bis hin zu den netten Actioneinlagen, für die auch größtenteils neue Aufnahmen von Blue Thunder zur Anwendung kamen (statt – so wie bei dem Space Shuttle-Szenen – auf Archivmaterial zurückzugreifen). Und auch der Showdown war durchaus gefällig inszeniert. Wie gesagt: Zu viel Nachdenken darf man hier nicht. Da mein Hirn aber aufgrund der Hitze eh gerade im Energiesparmodus ist, hat "Brisante Forschung" letztendlich gut gepasst.