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Taken - 1x04: Härtetests Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Syfy

Originaltitel: Acid Tests
Episodennummer: 1x04
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 05. Dezember 2002
Erstausstrahlung D: 27. November 2003
Drehbuch: Leslie Bohem
Regie: Bryan Spicer
Besetzung: Julie Benz als Kate Keys, Julie Ann Emery als Nurse Amelia Henderson, Dakota Fanning als Allie Keys, Joel Gretsch als Colonel Owen Crawford, Desmond Harrington als Jesse Keys - Adult, John Hawkes als Marty Erickson, Ryan Merriman als Sam Crawford - Adult, Andy Powers als Eric Crawford - Adult, Frederick Koehler als Lester, Terry Chen als Dr. Powell, Sara-Jane Redmond als Louise Rankin, Brent Stait als Sheriff Kerby, Ken Pogue als Leo, Jay Brazeau als Dr. Shilling, Emily Holmes als Julie Crawford, Matthew Currie Holmes als Daryl, Erin Karpluk als Sarah, David Paetkau als Buzz, Matt Hill als Willie u.a.

Kurzinhalt: Colonel Crawford wird zu einem Maisfeld in Eastern Indiana gerufen, in dem Kornkreise zu finden sind. Er verständigt sofort den Präsidenten, der daraufhin zwei Vertreter schickt, um sich selbst ein Bild zu machen. Crawford hofft, damit nun endlich die nötige Unterstützung für sein Projekt zu erhalten. Stattdessen blamiert er sich jedoch, als sich die Kornkreise als von Menschen gemacht herausstellen. Er wird daraufhin gefeuert, und Marty Erickson als sein Nachfolger eingesetzt. Als er seinen beiden Söhnen Eric – der in Kürze selbst sein erstes Kind erwartet – und Sam sein Leid klagt, stößt letzterer auf Berichte einer Expedition in Alaska, die nach Beweisen für außerirdische Besuche auf der Erde sucht, und schließt sich dieser als freier Journalist an. Der mittlerweile erwachsene Jesse Keys leidet indes nach wie vor unter den regelmäßigen Alien-Entführungen, und hat darüber hinaus ein Trauma vom Vietnamkrieg davongetragen. Beides zusammen hat ihn in die Drogensucht getrieben. Als er in einem Veteranenspital zusammenbricht, lernt er die Krankenschwester Amelia Henderson kennen – und lieben…


Review: Episodenbild (c) Syfy Beginnen wir mit den stärksten Szenen, die am Ende angesiedelt sind. Einerseits haben wir da den Tod von Owen Crawford. Seine anfängliche Blamage und dass er daraufhin gefeuert wurde taten zwar nichts, um ihn mir sympathisch zu machen, dennoch fand ich seinen Tod am Ende hart – in erster Linie, weil sich Eric was die Skrupellosigkeit betrifft definitiv als sein Sohn entpuppt. Die Art und Weise, wie er seinen Vater hier über den Tod seines Bruders Sam (dazu gleich) informiert, wäre ja schon schlimm genug gewesen, aber er scheint es förmlich zu genießen, seinen Vater damit in den Tod zu treiben, und traktiert ihn im Hinblick darauf, dass ihm Jacob einst seinen eigenen Tod gezeigt hat – und er dabei eben just Erics Gesicht sah. Wie erwähnt: Zu behaupten, ich hätte mit Owen Mitleid empfunden, wäre zu viel gesagt. Aber zu sehen, wie Eric just die grauslichsten Charaktereigenschaften seines Vaters geerbt hat, war schon erschütternd. Das mit der Vision des eigenen Todes machte für mich aber zugleich Sams Ableben nochmal tragischer und erschreckender – weil dies erahnen lässt, dass er letztendlich in diesem Moment genau diesen Moment gesehen hat (wenn ihr versteht, was ich meine). Das stelle ich mir doch ziemlich arg vor.

Abseits dieser dramaturgischen Höhepunkte fand ich "Härtetest" allerdings jetzt nicht unbedingt berauschend. Dabei fing es durchaus noch nett und vielversprechend an, mit den effekttechnisch gut gemachten Kornkreisen, und der Offenbarung, dass Owen hier einem Streich auf den Leim gegangen ist. Danach braucht die Episode aber etwas, um wieder Fahrt aufzunehmen. Dabei hilft auch nicht, dass wir noch bevor sich Sam ihnen anschließt auf die Expedition in Alaska treffen. Denn "Taken" ist ja eigentlich als "Dynastie"-Serie angelegt – damit meine ich, dass sie in erster Linie auf bestimmte Familien fokussiert ist, und wir diese über die Jahre und Generationen hinweg begleiten. Insofern stellt der Rest des Ausgrabungsteams einen Bruch von diesem Konzept dar. Auf der einen Seite kann ich den Grund dahinter verstehen, und öffnet es die Serie dahingehend, als man deutlich macht, dass die Keys, Crawfords und Clarkes nicht die einzigen sind, die von den außerirdischen Besuchen betroffen sind. Gleiches gilt natürlich auch dafür, dass wir hier auf Lester treffen, einen anderen Alien-Mensch-Hybriden, der es jedoch deutlich schlechter getroffen hat als Jacob. Letztendlich wiegt für mich aber schwerer, dass Taken hier kurzzeitig den Fokus verliert. Wie sich die Episode generell im Mittelteil doch ein bisschen gezogen hat. Positiv machte sich dafür die Inszenierung bemerkbar, insbesondere der kanadischen Wälder, die ja bereits in den ersten "Akte X"-Staffeln für eine düstere Stimmung gesorgt haben, und auch hier von Bryan Spicer wunderbar eingefangen werden. Inhaltlich wollte mich aber alles rund um die Ausgrabung nicht wirklich mitreißend. Und leider, obwohl es seine Geschichte weitererzählt, erging es dem Jesse-Plot kaum besser. In erster Linie, da wir aufgrund des Zeitsprungs seinen Einsatz im Vietnam-Krieg, der ihn ja offensichtlich schwer traumatisiert hat, nicht miterlebt haben. Auf intellektueller Ebene macht er den Grund dafür zwar in seinen Gesprächen mit Amelia deutlich: Er steht unter dem Schutz der Außerirdischen, und leidet deshalb unter "survivor guilt", da er im Gegensatz zu all seinen Kameraden von ihnen gerettet wurde. Doch es zu sehen, statt einfach nur davon zu hören, wäre deutlich effektiver gewesen.

Fazit: Episodenbild (c) Syfy Näher an "Akte X" als in der in Alaska angesiedelten Handlung dieser Folge, rund um die Ausgrabung und in weiterer Folge die Jagd auf den Alien-Hybrid, war "Taken" bislang nie. Ich rechnete tatsächlich die ganze Zeit damit, dass Mulder und Scully am Ort des Geschehens auftauchen, was neben dem Inhalt auch der sehr x-file-igen Inszenierung von Bryan Spicer lag (wenn ich diese auch grundsätzlich definitiv als Pluspunkt einordnen würde). Doch trotz der Rolle, die Sam Crawford im Geschehen spielt, fühlte sich dieser Plot für mich ein bisschen wie ein Fremdkörper an. Leider konnte mich aber auch die Story rund um den mittlerweile erwachsenen Jesse nur bedingt ansprechen – auch, weil man im Hinblick auf seine Erfahrungen im Vietnam-Krieg den "zeigen, nicht erzählen"-Grundsatz verletzt. Neben dem noch gelungenen Einstieg rund um die Kornkreise im Maisfeld waren es in erster Linie die letzten 15-20 Minuten, die bei "Härtetests" positiv hervorstachen, wobei ich vor allem den Tod von Owen Crawford stark umgesetzt fand. Für mehr als eine durchschnittliche Wertung reicht es insgesamt aber nicht.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Syfy)







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