Originaltitel: Plow Deep Episodennummer: 1x07 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 03. Juli 2026 (Apple TV+) Drehbuch: K.C. Scott Regie: Jamie Payne Besetzung:
Rhys Ifans als The Chief Designer,
Anna Maxwell Martin als Lyudmilla Raskova,
Agnes O'Casey als Irina Morozova,
Alice Englert als Anastasia Belikova,
Josef Davies als Sergei Nikulov,
David Dencik als Maxim Tarasov,
Sean Gilder als Vladimir Belikov,
Ellie Piercy als Galina,
Felix Scott als Radimir Petrovsky,
Christopher Sherwood als Controller,
Gyuri Sarossy als Director of Operations,
Joe Layton als Anatoly Frolov,
Adam Long als Valery Kamalov,
Sam Troughton als Andrei Stepanov,
Adrian Rawlins als Lev Burkov,
Deividas Breive als Engineer #2,
Maksim Tuchvatulin als Engineer Aide,
Jamie de Courcey als Stanislav Kalinsky,
Jon Monie als Supervisor Denys,
Dominic Applewhite als Kirill,
Elvinas Juodkazis als State Reporter,
Mark Arends als Kolya,
Varvara Simonova als Polina,
Edgar Nazarov als Ground Control Guard,
Eadie Johnson als Zoya Morozova u.a.
Kurzinhalt:
Seit dem verheerenden Ende der – nicht autorisierten – Venus-Mission sind neun Monate vergangen. In diesen hat sich in Star City einiges getan. So wurde nicht zuletzt ein neuer Chief Designer eingesetzt. Colonel Raskova hat zudem die Ereignisse dazu benutzt, ihre Machtposition auszuweiten – sehr zum Missfallen des neuen Chief Designers. Dieser möchte sie loswerden, und setzt Irina Morozova darauf an, ihre Chefin auszuspionieren. Für Anastasia geht indes – nach dem tragischen Verlust ihres letztendlich ja doch noch geliebten Mannes – ein Traum in Erfüllung, als sie doch wieder ins All zurückkehren darf. Sie wird als Kommandantin der Besatzung der neuen russischen Raumstation Salyut 1 eingesetzt. Damit will man den – natürlich völlig richtigen – Verdacht der westlichen Länder, dass es sich bei der Station um einen ausgereiften Spionagesatelliten handelt, zerstreuen. Nur kurz nach ihrer Ankunft empfängt Anastasia dann schließlich ein unerwartetes Signal…
Review:
Zeitsprünge gehören seit jeder zur Grund-DNS des "For All Mankind"-Konzepts. Dort überwiegend ja zwischen den Staffeln, wo im Schnitt eine Dekade in die Zukunft gesprungen wird. Da zugleich – natürlich – üblicherweise gerade auch im Finale einer Season sich hochdramatische Dinge zutragen, bedeutete dies oftmals, dass wir die unmittelbaren Auswirkungen eben davon nicht direkt miterlebten. Was von mir in der Vergangenheit (wie ich finde zu recht) auch immer wieder kritisiert wurde (und dann teilweise, weil man es natürlich nachträglich doch noch irgendwie thematisieren wollte, so seltsame Blüten trug, wie wenn Eds Trauma ob dem Verlust seines Sohnes auf einmal dann wieder hervorplatzt, als sich Kelly für die Militärschule einschreiben will). Ihr könnt euch also meine Begeisterung vorstellen, als wir nun zu Beginn von "Unter der Oberfläche" neun Monate in die Zukunft springen, statt die Reaktionen aller Beteiligten – insbesondere natürlich Anastasia, Lakshmis Ehemann, sowie dem Grand Designer (dessen großer Traum es war) – auf den tragischen Ausgang der Mission mitzuerleben.
Nachdem ich meine entsprechende Enttäuschung so halbwegs überwunden hatte, wusste "Unter der Oberfläche" dank einiger interessanter Entwicklungen aber auch wieder halbwegs zu gefallen. Zuerst einmal gefiel mir, dass sich zwar einerseits nach den Ereignissen in "Eine Nadel im Heuhaufen" in Star City – nicht zuletzt mit dem neuen Chief Designer – eine andere Machtdynamik ergeben kann, andererseits es Colonel Raskova aber auch beim neuen Chief Designer wieder schafft, anzuecken. Dieser versucht daraufhin, Irina Morozova auf seine Seite zu ziehen – und ihre Entscheidung, nämlich loyal zu ihrer Vorgesetzten Colonel Raskova zu bleiben, war für mich eine der spannendsten Entwicklungen in "Unter der Oberfläche". Aber auch die Szenen rund um Lyudmilla (immer noch hervorragend gespielt von Anna Maxwell Martin) hatten es mir angetan. Wie auch unser kurzer Blick auf das Exil des früheren Chief Designers, der es jedoch besser erwischt hat, als ich das am Ende von "Eine Nadel im Heuhaufen" erwartet hätte. Trotz seiner nicht genehmigten Venus-Mission dürften ihm seine früheren Erfolge für Russland dann doch eine gewisse Dankbarkeit eingebracht haben, so dass er trotz allem nicht in einem Gulag gelandet ist (und/oder überhaupt gleich ausgeschaltet wurde), sondern zusammen mit seiner Frau in einer abgelegenen Hütte am Land einem friedlichen, geruhsamen Leben nachgehen kann. Ganz am Ende gab es dann aber nochmal eine Entwicklung, die mir weniger geschmeckt hat. Dort stellt sich nämlich heraus, dass die Verena doch nicht vernichtet wurde, sondern vielmehr ihren Flug rund um die Venus erfolgreich absolvierte. Je nachdem, was man daraus macht, könnte dies für mich die bislang stärkste und beste Szene der ersten "Star City"-Staffel nachträglich ruinieren – was ich dann doch ziemlich schade fände. Das kommt aber darauf an, wer (bzw. ob überhaupt jemand) an Bord überlebt hat.
Fazit:
Der Zeitsprung zu Beginn der Episode, durch den wir die unmittelbaren Auswirkungen des katastrophalen Ausgangs der Venus-Mission nicht miterlebten, hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Gleiches gilt für die Offenbarung am Ende, dass es sich dabei um eine Fehlinterpretation (bzw. genauer gesagt: Eine bewusste Täuschung der "Star City"-Macher) gehandelt haben könnte. Dies wird aber erst in der nächsten Folge zu beurteilen sein (und hat dementsprechend auf meine Wertung zu dieser Episode keine Auswirkung). Dazwischen fand ich "Unter der Oberfläche" soweit ok, wobei es mir insbesondere Irinas Entscheidung angetan hatte; auch, weil mich diese durchaus überraschte (wenn man bedenkt, dass ihre Zusammenarbeit in "Zwischen zwei Welten" mit der kaltblütigen Ermordung von Yana Akhmatova alles andere als reibungslos begonnen hat). Aber auch der Machtkampf zwischen Colonel Raskova und dem neuen Chief Designer hatte seinen Reiz. Und vom Schicksal das alten Chief Designers war ich durchaus positiv überrascht, da ich befürchtet hätte, dass ihm für die nicht genehmigte Venus-Mission schlimmeres droht.