Originaltitel: Revenge in the Sky Episodennummer: 1x04 Bewertung: Erstausstrahlung US: 27. Januar 1984 Erstausstrahlung D: 02. Juni 1996 Drehbuch: Kenneth Peters Regie: Bernard McEveety Besetzung:
James Farentino als Frank Chaney,
Dana Carvey als Clinton 'JAFO' Wonderlove,
Sandy McPeak als Captain Braddock,
Dick Butkus als Richard 'Ski' Butowski,
Bubba Smith als Lyman 'Bubba' Kelsey,
David Spielberg als Bruce Walsh,
Katherine Justice als Kate Cunningham,
Kai Wulff als Allan Swenson,
Robert Donner als Neil Gerrard,
Matthew Faison als Ralph Gately,
Kurtwood Smith als Bill Spradley,
Ann Cooper als J.J. Douglas,
Jesse D. Goins als Paramedic u.a.
Kurzinhalt:
Einer unbekannten Gruppe gelingt es, von einem Privatfluglatz einen frisch restaurierten Kampfflieger aus dem Zweiten Weltkrieg – genauer gesagt eine F-86 – zu stehlen. Daraufhin erhält die von Captain Braddock befehligte APEX-Einheit Besuch vom FBI, in Form der beiden Agenten Bruce Walsh und Kate Cunningham. Die beiden wollen für ihre Mission das Flugteam Frank Chaney und Clinton Wonderlove, vor allem aber natürlich ihren Wunder-Helikopter Blue Thunder, rekrutieren. Ihnen soll es gelingen, den Kampfflieger aufzuspüren, bevor die Verbrecher ihren unbekannten Plan in die Tat umsetzen können. Im Zuge der Ermittlungen kommen sich Frank und Kate erkennbar näher. Nach einem Abendessen, dem eine gemeinsame Nacht folgt, steht Kate am nächsten Tag dann plötzlich mit einer Schusswunde im Bauch vor Franks Tür, und stirbt – mit den Worten "KGB" auf ihren Lippen – in seinen Armen. Nun gilt es, zu verhindern, dass – mitten im Kalten Krieg – mit Hilfe der F-86 ein russisches Passagierflugzeug abgeschossen wird, und der Konflikt zwischen den beiden Großmächten daraufhin eskaliert…
Review:
In der vierten Folge stellt man Hauptdarsteller James Farentino mit Katherine Justice den dritten "romantic love interest" zur Seite (während sich Dana Carvey als "JAFO" weiterhin erfolglos um Ann Coopers J.J. bemühen darf – ob hier wohl noch die Offenbarung kommt, dass diese lesbisch ist, oder wäre das für die 80er zu fortschrittlich gewesen?). Nachdem man sich bei "Der Untergrundkämpfer" noch die Möglichkeit eines Happy Ends mit Sarah O'Connell offen hielt, und sich seine alte Geliebte in "Der Waffenschieber" als Halunkin entpuppte, nimmt die angedeutete Romanze hier gleich einen ganz besonders tragischen Verlauf. Denn während man gerade noch dabei ist, sich näher kennen zu lernen, und nach einem ersten gemeinsamen Abendessen (gefolgt von einer gemeinsamen Nacht) stirbt Kate Cunningham mit einer Schusswunde im Bauch in seinen Armen. Eine dramatische Wendung, der jedoch der bittere Beigeschmack anheim haftet, dass ihr Tod in erster Linie dafür da ist, um Franks Motivation die Bösen zu stellen zu verstärken. Heutzutage nennt man das "fridging". Dessen ungeachtet: Gänzlich ineffektiv ist dieser dramaturgische Twist zweifellos nicht.
Von diesem Punkt abgesehen ist es in erster Linie noch der actionreiche Auftakt, der an "Die Verschwörung" hervorsticht. Die ersten paar Minuten, in denen die Terroristen den Kampfflieger klauen, und über den Flugplatz verfolgt werden, machten nämlich durchaus Laune, und sorgten so für einen vielversprechenden Auftakt. Umso bedauerlicher, dass alles was danach kam an diesen netten Einstieg nicht mehr wirklich anknüpfen konnte. Vor allem die Action – im Finale von "Der Waffenschieber" noch so spektakulär – enttäuschte. Nicht falsch verstehen: Ich weiß schon, dass das Geld hier nicht allzu locker saß, solche Aufnahmen natürlich Geld kosten, und man dementsprechend nicht in jeder Folge einen packenden Luftkampf inszenieren konnte. Aber das, was man hier aus dem Duell zwischen Blue Thunder und der F-68 herausholt, muss leider – zumindest abseits des netten Tricks, dem sich Frank bedient, um den Gegner zu vernichten (in dem er die größere Manövrierfähigkeit seines Hubschraubers nutzt) – als enttäuschend beschrieben werden. Damit löst "Die Verschwörung" eines der zentralen Versprechen der 80er-Jahre-Actionserien leider nicht ein. Darüber hinaus lässt es die Episode leider auch an Spannung vermissen. Gerettet wird sie in erster Linie vom wieder netten Zusammenspiel der Stammbesetzung, wobei man vor allem auch aus den Szenen rund um Bubba Smith einiges an Humor bezieht. Auffällig zudem der – wenn auch kleine und seiner fast nicht würdigen (andererseits stand er hier eben erst am Beginn seiner Karriere) Auftritt von Kurtwood Smith. Und immerhin fand ich "Die Verschwörung" zumindest auch nie langweilig. Falls diese Folge aber dem Durchschnitt dessen entsprechen sollte, was "Blue Thunder" zu bieten hatte, wäre ihre Kurzlebigkeit (bzw. die frühe Absetzung) keine große Überraschung.
Fazit:
Angesichts des eigentlich ja coolen Setups und dem durchaus würdigen Gegner für Blue Thunder in Form einer F-86 hatte ich mir von "Die Verschwörung" doch ein bisschen mehr erwartet. Ja, wie Chaney den Feind letztendlich austrickst, war schon durchaus ganz nett, davon abgesehen war der Luftkampf aber sehr unspektakulär, und blieb auch hinter dem in den letzten Episoden gezeigten zurück. Da wir kaum Gelegenheit hatten, Kate kennenzulernen, ehe sie aus der Serie wieder rausgeschrieben wird, bleibt die Episode auch was das betrifft hinter dem dramaturgischen Potential zurück. Immerhin ist wieder für ein bisschen auflockernden Humor gesorgt, und kommt "Die Verschwörung" wenn schon sonst nichts so doch zumindest überwiegend recht kurzweilig daher. Insgesamt war die Folge aber doch etwas zu belanglos und unspektakulär, um mich so richtig mitzureißen, geschweige denn begeistern, zu können.