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Das fliegende Auge - 1x03: Der Waffenschieber Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: Arms Race
Episodennummer: 1x03
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 20. Januar 1984
Erstausstrahlung D: 19. Mai 1996
Drehbuch: Dan O'Bannon, Don Jakoby & Craig Buck
Regie: Gilbert M. Shilton
Besetzung: James Farentino als Frank Chaney, Dana Carvey als Clinton 'JAFO' Wonderlove, Sandy McPeak als Captain Braddock, Dick Butkus als Richard 'Ski' Butowski, Bubba Smith als Lyman 'Bubba' Kelsey, Ted Hamilton als Harold Longstreet, Darleen Carr als Aggie Mills, Edward Grover als Ken Rawls, Sam Anderson als Benjamin Kelty, Ann Cooper als J.J. Douglas, M.C. Gainey als Saver, Arnold F. Turner als Sheriff, Tom Nibley als Bill Bollinger u.a.

Kurzinhalt: Aggie Mills, eine frühere Flamme von Frank Chaney, ist in Schwierigkeiten: Sie wurde bei der Einreise in die USA mit einem Koffer voller Geld erwischt. Sie behauptet, den Aktenkoffer für einen anderen Passagier mitgenommen und nicht gewusst zu haben, was sich darin befindet. Zusammen mit ihr stellt man ihrem Kontaktmann, mit dem sie sich treffen sollte, eine Falle. Zwar kann man die Waffenlieferung abfangen, zu deren Kauf das Geld gedacht war, doch Aggies Kontaktmann gelingt es, zusammen mit dem Geld zu entkommen. Wie sich herausstellt, ist Aggie nicht so unschuldig, wie sie sich gibt, sondern arbeitet vielmehr mit dem Waffenschieber Harold Longstreet zusammen. Als Belohnung winkt ihr eine Million Dollar. Dafür muss sie jedoch Frank, seinen Partner Clinton Wonderlove, und vor allem auch ihr Wunderspielzeug, den hochmodernen Hubschrauber Blue Thunder, in eine Falle locken…


Review: Episodenbild (c) ABC Dan O'Bannon, in Genre-Kreisen natürlich in erster Linie als Drehbuchautor von "Alien" bekannt, war nicht nur Ko-Autor der Filmvorlage "Das fliegende Auge", sondern vereinzelt auch an der Serie beteiligt. So steuerte für die Pilotfolge "Die Luftschlacht" die Story bei; hier nun schrieb er darüber hinaus zusammen mit Don Jakoby und Craig Buck das Drehbuch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, und ist für mich die bisher beste Folge der Serie. Was jetzt bitte schön nicht heißt, dass sie sensationell und/oder ein absolutes Highlight der 80er-Jahre-TV-Unterhaltung wäre. Aber so nah an der Qualität der Filmvorlage war man bislang bei der Serie noch nie dran. Einer der Hauptgründe liegt für mich in der pfiffigen Idee rund um die mit Bomben ausgerüsteten, ferngesteuerten Flugzeuge – mit der man die moderne Drohnenkriegsführung quasi vorwegnahm. Damit bekommt es Blue Thunder hier mal mit einer anderen, interessanten Bedrohung zu tun. Darüber hinaus besticht das Setup des Showdowns, in dem Bubba in der "Drohne" sitzt – weshalb sie diese nicht einfach aus dem Himmel schließen können. Dies sorgt dann auch für einen echt spektakulären Stunt, der ebenfalls hervorstach.

Aber auch die Story an sich weiß durchaus zu gefallen. Das mit Frank Chaneys früherer Geliebten, die mittlerweile auf der (aus seiner Sicht) falschen Seite des Gesetzes gelandet ist, sorgt für eine spannende Ausgangssituation, welche die Episode – auch wenn man aus ihr letztendlich nicht das Optimum herausholt (gerade auch aus dem Moment, wo Chaney erkennt, dass sie mit Longstreet zusammenarbeitet, hätte man doch mehr machen können) – zweifellos aufwertet. Neben Frank, Clinton und ihrem Superhelikopter können hier aber insbesondere Bubba und Ski glänzen; so viel wir hier haben sie in den ersten beiden Folgen nicht einmal zusammengenommen zu tun gehabt. Auch das fand ich nett – vor allem auch, da Dick Butkus und Bubba Smith echt super miteinander harmonieren. Und ja, zugegeben: Die Szenen, wo die beiden im Laster eingesperrt sind, wirkten mitten in der Hitzewelle der letzten Woche gleich doppelt so stark (auch wenn dies natürlich nur ein glücklicher Zufall war). Und dann ist da noch die coole Gastbesetzung, die mit so bekannten Gesichtern wie Darleen Carr (u.a. Stone's Tochter aus "Die Straßen von San Francisco" – welche ich mir kurioserweise gerade parallel ansehe), M.C. Gainey (u.a. Tom Friendly aus "Lost") und Sam Anderson (der einem in den letzten Jahrzehnten im Fernsehen immer wieder mal untergekommen ist, und ebenfalls bei "Lost" eine größere Rolle hatte) aufwartet. Mir weniger bekannt ist der den Bösewicht gebende Haupt-Gaststar Ted Hamilton, der seine Sache aber ebenfalls ordentlich macht. Zugegeben, abseits des zuvor hervorgehobenen Stunts, der wirklich spektakulär war, sind die Duelle in der Luft wieder eher mäßig inszeniert; zumal man hier auch die Einlage mit der hitzesuchenden Rakete recycelt, obwohl dies nur bedingt in die anderen Aufnahmen passt (so wundert man sich z.B., wo das andere Flugzeug auf einmal hinverschwunden ist). Und vor allem beim Showdown wundert man sich dann darüber, dass die feindliche "Drohne" gar so passiv agiert, und Longstreet nicht direkter daran arbeitet, Blue Thunder zu rammen und so auszuschalten. Schafft man es, im Hinblick auf diese Kritikpunkte – die natürlich auch den damaligen inszenatorischen und budgetären Möglichkeiten einer TV-Serie geschuldet sind –ein Auge zuzudrücken, macht "Der Waffenschieber" aber definitiv Laune.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Zum letzten Mal legte der Co-Autor der Filmvorlage, Dan O'Bannon, hier selbst Hand an; diesmal nicht nur in Form der Story, sondern auch unmittelbar am Drehbuch. Ich finde, das hat sich durchaus ausgezahlt. Sowohl das Setup rund um Chaneys frühere Geliebte, die nun für den "Bösen" arbeitet, als auch die pfiffige (und aus heutige Sicht überraschend vorausschauende) Idee rund um die ferngesteuerten Kamikaze-Flugzeuge (aka Drohnen) stechen hervor. Aber auch die größere Rolle, die Bubba und Ski im Geschehen spielen, fand ich (dank des netten Zusammenspiels zwischen ihnen) positiv. Und mit der Einlage rund um den aus dem Flugzeug steigenden und zum Helikopter kletternden Bubba gibt es einen wirklich coolen, spektakulären Stunt zu bestaunen. Da verzeiht man es auch, dass die Action davon abgesehen wenig dynamisch ist, und vereinzelt auch wieder frühere Aufnahmen – die sich noch dazu teilweise eher schlecht als recht einfügen – wiederverwertet werden. Aber auch aus dem Moment, wo Chaney bewusst wird, dass Aggie die Seiten gewechselt hat (und ihn darüber hinaus in die Falle lockte), hätte man ein bisschen mehr machen können. Davon abgesehen war "Der Waffenschieber" aber schon ziemlich cool.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS)







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