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Mondbasis Alpha 1 - 2x23: Zorans Schicksal Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Century 21 Television

Originaltitel: The Immunity Syndrome
Episodennummer: 2x23
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 29. Oktober 1977
Erstausstrahlung D: 15. Oktober 1978
Drehbuch: Johnny Byrne
Regie: Bob Brooks
Besetzung: Martin Landau als Commander John Koenig, Barbara Bain als Dr. Helena Russell, Catherine Schell als Maya, Tony Anholt als Tony Verdeschi, Nick Tate als Alan Carter, Nadim Sawalha als Zoran, Karl Held als Jerry Travis, Sam Dastor als Dr. Ed Spencer, John Hug als Bill Fraser, Hal Galili als Voice, Alibe Parsons als Alibe, Walter McMonagle als Les Johnson, Roy Boyd als Joe Lustig u.a.

Kurzinhalt: Als sich der Mond einem erdähnlichen Planeten nähert, keimt in der Crew der Mondbasis Alpha Eins wieder einmal die Hoffnung auf, eine neue Heimat gefunden und sowohl ihr Nomaden-Dasein als auch die karg-trostlose Existenz auf der Mondoberfläche hinter sich lassen zu können. Erste Sondierungen deuten dann auch auf ein richtiges – und vor allem auch unbewohntes – Paradies hin. Doch die Begeisterung währt nicht lange. So verliert einer der Expeditionsteilnehmer plötzlich den Verstand, und greift Tony an. Nachdem er ihn in Notwehr getötet hat, ist dann auch Tony selbst betroffen. Zwar gelingt es den anderen, ihn kurz darauf zu schnappen, jedoch verliert er kurz darauf das Bewusstsein, und befindet sich in einem kritischen Zustand. Der Versuch, mit ihm zur Mondbasis zurückzukehren, schlägt fehl, und das Eagle-Shuttle stürzt auf den Planeten zurück. Und dann stirbt plötzlich ein Crewmitglied nach dem anderen, als sich der vermeintlich bewohnbare Planet auf einmal als giftig erweist. Die Lösung hinter den mysteriösen Vorkommnissen steckt hinter einer verschlossenen Tür, hinter der Commander Koenig und seine Crew schließlich die Aufzeichnungen von Zoran – einst der letzte Überlebende einer Expedition, die den Planeten erforschte – stößt…


Review: Episodenbild (c) Century 21 Television Der Originaltitel machte mich durchaus neugierig – gab es doch eine ziemlich coole TOS-Folge gleichen Titels (bei uns "Das Loch im Weltraum"). Tatsächlich zog ich angesichts der Tatsache, dass ja Fred Freiberger ausführender Produzent der zweiten "Mondbasis Alpha 1"-Staffel (und der dritten TOS-Staffel) war, kurz in Betracht, dass man hier vielleicht einen früheren Drehbuchentwurf der "Star Trek"-Episode, an dem man irgendwie noch die Rechte hatte, für diese Serie adaptierte, und es somit in eine ähnliche bis deckungsgleiche Richtung gehen könnte (was mich gar nicht mal so sehr gestört hätte). Dem war nicht so. Von meiner Seite war dies aber insofern kein Grund, enttäuscht zu sein, als mir das, was ich stattdessen bekam, fast ebenso gut gefallen konnte, wie die TOS-Episode. Was bei "Zorans Schicksal" aber, ganz unabhängig vom Inhalt, positiv hervorsticht, ist die Produktionsqualität. Nicht nur liebe ich halt einfach diese klassischen, u.a. aus TOS bekannten Studio-Planetenlandschaften (für mich hat das nach wie vor einen enormen Charme), auch effekttechnisch hat man hier – nach einigen diesbezüglich doch eher sparsamen Folgen – nochmal ordentlich auf den Putz gehaut. Neben dem durchaus spektakulären Crash sowie den netten Aufnahmen rund um den (auf einem Eagle montierten) Gleiter möchte ich hier insbesondere die kurze Einstellung aus dem Eagle-Cockpit heraus lobend erwähnen.

Doch nicht nur produktions- und/oder effekttechnisch, sondern auch inhaltlich, war ich von "Zorans Schicksal" durchaus angetan. Zugegebenermaßen kann man diskutieren, ob man es hier mit dem Bedrohungsszenario nicht fast schon übertreibt, und man sich nicht besser auf eines – den vom Obelisk ausgelösten Wahnsinn, oder den auf einmal giftigen Planeten – hätte konzentrieren sollen. Weil so erscheint das fast schon ein bisschen wie Overkill. Zudem zieht sich das erste Drittel, bis es gelungen ist, Tony in Gewahrsam zu nehmen, doch ein bisschen dahin. Beides ist jedoch letztendlich meckern auf hohem Niveau, und ändert nichts daran, dass wir hier die neben "Planet der Wartenden" mit Abstand beste Folge der zweiten Staffel vor uns haben. Wenn man nämlich das noch etwas holprige erste Drittel hinter sich hat, dreht "Zorans Schicksal" zunehmend auf. Zuerst mit der Gefahr für Tony; natürlich erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass man die Figur in der vorletzten Folge der Staffel aus der Serie schreiben wird. Letztendlich geht es aber eher darum, was seine medizinische Notlage mit den Menschen, die ihn mögen bis lieben, macht (was natürlich insbesondere für Maya gilt). Generell sorgt die Tatsache, dass man auf dem Planeten gestrandet ist, und jeder Rettungsversuch mit einem Eagle zum Scheitern verurteilt wäre, für eine interessante bis spannende Ausgangssituation. So richtig dreht "Zorans Schicksal" dann aber auf, wenn man eben dessen Aufzeichnungen findet. Daraus entspinnt sich dann auch das wirklich tolle Finale, wo John Koenig mit der auf dem Planeten existierenden Intelligenz in Kontakt tritt, und sich der von ihm ausgelöste Wahnsinn und Tod als unbeabsichtigt und als Irrtum/Missverständnis herausstellt. Da musste ich, abseits des Titels, auch nochmal so richtig an "Star Trek" denken. Eben diesen Ausgang fand ich jedenfalls – vor allem auch in seiner Message – ausgesprochen schön.

Fazit: Episodenbild (c) Century 21 Television Abseits der coolen Studio-Planetenlandschaft, die für mich nach all den Jahren immer noch ihren ganz eigenen Reiz hat, ist der Einstieg in "Zorans Schicksal" zugegebenermaßen ein bisschen holprig. Ich bin mir echt nicht sicher, ob es unbedingt zwei Bedrohungsszenarien parallel geben musste, oder es nicht besser gewesen wäre, sich entweder auf den vom Obelisken ausgelösten Wahnsinn oder den auf einmal giftigen Planeten zu konzentrieren. Spätestens nach dem Absturz des Eagle-Shuttles und der vermeintlich aussichtslosen Situation, in der sich das Expeditionsteam befindet, dreht "Zorans Schicksal" dann aber nochmal ordentlich auf. Neben Zorans Aufzeichnungen – und seinem (im deutschen) titelspendenden Schicksal – hatte es mir dann aber insbesondere das Finale rund um das Bewusstsein auf dem Planeten angetan, und wie es Koenig dann doch noch gelingt, mit diesem in Kontakt zu treten, und eine friedliche Einigung zu erzielen. Hier atmete, obwohl es ja eigentlich eine ganz andere Serie ist, "Zorans Schicksal" den Geist von Gene Roddenberrys "Star Trek".

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Century 21 Television)







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