Originaltitel: Second Thunder Episodennummer: 1x01 Bewertung: Erstausstrahlung US: 03. Januar 1984 Erstausstrahlung D: 05. Mai 1996 Drehbuch: David Moessinger & Jeri Taylor Regie: Gilbert M. Shilton Besetzung:
James Farentino als Frank Chaney,
Dana Carvey als Clinton 'JAFO' Wonderlove,
Sandy McPeak als Captain Braddock,
Dick Butkus als Richard 'Ski' Butowski,
Bubba Smith als Lyman 'Bubba' Kelsey,
Richard Lynch als P.V.C.,
Ann Cooper als J.J. Douglas,
David Wiley als Senator Dudley Martin,
Robert Balderson als Major McLove,
Troy Evans als Watch Commander,
Ken Letner als The Minister u.a.
Kurzinhalt:
Frank Chaney ist Polizist, und fliegt Hubschrauber für das LAPD. Als solcher ist er auch die erste Wahl, als es darum geht, einen neuen experimentellen Helikopter zu testen. Blue Thunder verfügt nicht nur über ein beeindruckendes Waffenarsenal, sondern auch fortschrittlichste Technologie zur Überwachung, und soll ab sofort die Polizei von Los Angeles unterstützen. Diesbezüglich kommt er insofern wie gerufen, als seit kurzem eine Verbrecherbande mit einem alten Militärflugzeug Jagd auf Polizeihelikopter macht. Und so wird beim Begräbnis eines abgestürzten Kameraden von Captain Braddok eine neue Einheit rund um Blue Thunder geschmiedet, mit Chaney als Pilot, Clinton "JAFO" Wonderlove als seinen Kopiloten und Computerexperten, Richard "Ski" Butowski und Lyman "Bubba" Kelsey als mobilem Bodenteam. Gemeinsam machen sie sich daran, die Bedrohung aus dem Himmel zu jagen. Schon bald stellt sich heraus, dass es sich beim Piloten des Kampfflugzeugs um Chaneys alte Nemesis PVC handelt…
Review:
Nach "Planet der Affen", "Logan's Run" und "Beyond Westworld" setze ich meine Betrachtung von auf Filmen basierenden Serien nun mit "Das fliegende Auge" fort. Wie die zuvor genannten war auch sie recht kurzlebig, und brachte es auf keine komplette Staffel. Die Serie übernimmt dabei – no na – den titelspendenden Helikopter des Films, ist aber, trotz des englischen Titels der Pilotfolge, nicht als Fortsetzung zu, sondern alternative Version von diesem, gedacht. Im Gegensatz zu "Logan's Run", wo man die beiden Hauptcharaktere übernahm, setzt man hier, mit Ausnahme von Captain Braddock (natürlich in neuer Besetzung) auf neue Figuren – wobei sich in der Charakterisierung von und dem Zusammenspiel zwischen James Farentino als Frank Chaney und Dana Carvey als Clinton "JAFO" Wonderlove durchaus Ansätze des Duos Roy Scheider/Daniel Stern (als Murphy und Lymangood) zeigen. Ihnen zur Seite gestellt sind die früheren NFL-Spieler Bubba Smith (Hightower aus den "Police Academy"-Filmen) als Lyman Kelsey, und Dick "Bubba" Butkus als Richard "Ski" Butowksi, die Chaney und Wonderlove in ihrem Van vom Boden aus unterstützen.
Ein wesentlicher Unterschied ist der Zugang, den man hier verfolgt. Der Film setzte sich ja durchaus kritisch und mahnend mit dem titelspendenden Helikopter auseinander, sowohl im Hinblick auf seine Bewaffnung und dem Einsatz in eng besiedelten (oder überhaupt urbanen) Gebieten, als auch seine Technologie zur Überwachung. Nicht umsonst wird der Hubschrauber am Ende des Films von Murphy auf die Gleise gestellt und von einem herannahenden Zug zerstört. Hier nun soll Blue Thunder aber – natürlich – als "hero vehicle" dienen, was eine Uminterpretation notwendig machte. Deutlich wird das nicht zuletzt bei der Szene zu Beginn, in der – ähnlich wie im Film – der Helikopter und seine Fähigkeiten vorgestellt werden. Hierfür übernimmt man zwar grundsätzlich Szenen des Films, spart aber jene Momente aus, in denen neben den rot bemalten Terroristen auch ein paar weiß bemalte Ziele, die unschuldige Passanten symbolisieren, daran glauben mussten. Sprich, hier erwischt es auch wirklich nur die "Böden". Zudem ist mit dem Kampfflieger, der Polizeihubschrauber aus dem Himmel schießt, eine Bedrohung gegeben, die den Einsatz von Blue Thunder legitimiert. Und so stürzen sich Pilot Frank Chaney und der Computerspezialist Clinton Wonderlove, unterstützt von Bubba und Ski, in ihr erstes von insgesamt elf Abenteuern. Produktionstechnisch muss man hier natürlich im Vergleich zum Film kleinere Abstriche machen, grundsätzlich hält "Das fliegende Auge" diesbezüglich aber durchaus jenes Niveau, dass man in den 80ern von ähnlichen Serien gewohnt war. Für mich hat auch immer das Setting in Los Angeles und der Wüste rundherum, welches in diesen dominierte, einen ganz eigenen Charme – einfach, weil ich halt so quasi mit diesen Landschaften aufgewachsen bin.
Sowohl action- als auch spannungstechnisch darf man sich allerdings zugegebenermaßen nicht zu viel erwarten. Zwar gibt es den einen oder anderen Luftkampf, der grundsätzlich auch solide inszeniert ist, sonderlich spektakulär und/oder mitreißend sind diese jetzt aber nicht unbedingt, und zumindest mal auf Basis dieser ersten Folge würde ich auch die direkte Konkurrenz "Airwolf" diesbezüglich stärker einschätzen. Zumal hat man auch hier wieder mal entweder keine Ahnung, wie Morsecode funktioniert – oder verlässt sich zumindest darauf, dass dies fürs Publikum gilt. Grundsätzlich macht die Serie – die ich zum ersten Mal sehe – hier aber erstmal einen soliden Eindruck. Die Besetzung ist sympathisch, und harmoniert auch von Beginn an gut miteinander. Die Bedrohung ist zwar etwas 08/15, macht aber "Die Luftschlacht" – in Verbindung mit der parallelen Vorstellung der Figuren – kurzweilig. Und nicht zuletzt trumpft die Pilotfolge mit einem Auftritt von Richard Lynch als Bösewicht der Woche P.V.C. auf; gerade auch in solchen Rollen war er in den 80ern und 90ern (egal ob in Filmen oder Serien) ja immer wieder gern gesehener Gast. Am besten fand ich aber die coole Titelmusik, die zwar nicht ganz so einprägsam sein mag wie von mancher Konkurrenz, grundsätzlich aber ein großartiger weiterer Vertreter der typischen 80er-Jahre-Intros ist.
Fazit:
"Knight Rider", "Airwolf", "Das A-Team", "MacGuyver", "Miami Vice", "Magnum"… die 80er waren die Blütezeit der Actionserien. Gegen die zahlreiche, und – so vage ich zumindest mal nach dieser Pilotfolge zu behaupten – größtenteils auch besseren Konkurrenz vermochte sich dieser Ableger des Thrillers mit Roy Scheider, Daniel Stern und Malcolm McDowell in den Hauptrollen letztendlich nicht durchzusetzen. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass "Das fliegende Auge" deswegen schlecht sei. Zumindest die Pilotfolge vermochte es jedenfalls, mich gut zu unterhalten – wobei ich offen zugebe, dass die Serie für mich als jemand, der mit eben dieser TV-Unterhaltung aufgewachsen ist, einen nostalgischen Charme hat, von dem sie zweifellos profitiert. Zugegeben, im Hinblick darauf, dass der Film den titelspenden Hubschrauber ja eher kritisch sah, er hier nun aber zum "Helden" der Serie umfunktioniert wird, muss man sich umstellen. Und auch im Hinblick auf die Action sind im Vergleich zum Film – no na – Abstriche zu machen. Allerdings macht die Besetzung einen guten (und gut aufgelegten) Eindruck, und ist die Produktionsqualität zumindest solide. Und nicht zuletzt die Titelmusik hatte es mir echt angetan. Für die restlichen zehn Folgen wünsche ich mir aber, zumindest gelegentlich, etwas interessantere und effektivere Bedrohungen, die dann hoffentlich auch für mehr Spannung (und – sofern es das Budget hergab – auch spektakulärere Action) sorgen.