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Mondbasis Alpha 1 - 2x22: Jagdspiele Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Century 21 Television

Originaltitel: Devil's Planet
Episodennummer: 2x22
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 01. September 1977
Erstausstrahlung D: 02. März 2014
Drehbuch: Michael Winder
Regie: Tom Clegg
Besetzung: Martin Landau als Commander John Koenig, Barbara Bain als Dr. Helena Russell, Hildegard Neil als Elizia, Roy Marsden als Crael, Dora Reisser als Interrogator, Cassandra Harris als Sares/Controller, Angus MacInnes als Jelto, Arthur White als Kinano, Michael Dickinson als Blake Maine, John Hug als Bill Fraser, Alibe Parsons als Alibe, Sam Dastor als Dr. Ed Spencer u.a.

Kurzinhalt: Commander John Koenig und sein Kopilot Blake Maine sind mit einem Eagle-Shuttle losgeflogen, um zwei Planeten zu erforschen, die sich in der Nähe des Mondes befinden, und auf denen anhand der Sensordaten Leben möglich wäre. Auf dem ersten finden sie zwar eine reichhaltige Vegetation vor, stoßen allerdings nur auf Leichen. Sie stoßen auf eine Box, in der plötzlich ein Mann materialisiert. Als er diese verlässt, bricht er ebenfalls tot zusammen. Was immer die Personen umbringt, John und Ed sind davon scheinbar glücklicherweise nicht betroffen. Dennoch beschließen sie, dem nahegelegenen Mond, der ebenfalls über eine Atmosphäre verfügt, einen Besuch abzustatten. Dort wird jedoch ihr Shuttle angegriffen, und stürzt ab. Kurz darauf tritt Blake in eine Falle, und kommt ums Leben, während John von amazonenhaften Frauen gefangengenommen wird. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Mond um eine Strafkolonie, die von Elizia geleitet wird. Diese zählt zu den wenigen, die wissen, dass ihr Heimatplanet für sie unbewohnbar geworden ist. Um jedoch die Gefangenen weiterhin unter Kontrolle zu halten, ist es wichtig, dass diese davon nichts erfahren…


Review: Episodenbild (c) Century 21 Television Nachdem die letzten Folgen in effekttechnischer Hinsicht (von Aufnahmen auf der Mondoberfläche mal abgesehen) doch eher mit Sparflamme köchelten, gibt es bei "Jagdspiele" nun wieder ein paar nette Modellaufnahmen zu bestaunen, insbesondere natürlich vom Planeten Ellna, wo ich die Einstellung mit den futuristischen Gebäuden im Hintergrund sehr gelungen fand. Etwas unglücklich fand ich dann allerdings die Umsetzung der Landschaften auf Ellna und seinem Mond Entra; insofern, als die beiden identisch aussehen, und so auf dem ersten Blick nicht zu erkennen ist, wo wir uns gerade befinden. Ich hätte es besser gefunden, wenn man die beiden Schauplätze auch optisch stärker voneinander abgegrenzt hätte. Auffällig ist zudem, wie schon in der Folge davor, die klare Trennung im Hinblick auf die Stammbesetzung. Während "Gestaltenwandler" auf Martin Landau verzichten musste, fehlen hier nun Barbara Bain (abseits des anfänglichen Tagebucheintrags), Catherine Schell und Tony Anholt. Auch auf Nick Tate und Zienia Merton muss man hier verzichten. Und da John Hug als Bill Fraser bei mir bei seinen bisherigen Auftritten irgendwie Null Eindruck hinterlassen hat, dachte ich überhaupt, dass wir es in der Kommandozentrale nur mit völlig neuen Gesichtern zu tun hätten. Etwas irritierend war das schon.

Den Plot fand ich aber nicht uninteressant; insbesondere auch im Hinblick auf die Aussage, die sich darin versteckt. Damit beziehe ich mich darauf, dass Elizia – und ein paar wenige Vertraute – wissen, dass Ellna für sie unbewohnbar geworden ist, sie aber dennoch weiterhin munter . Und das nicht einmal zwingend, weil es ihr darum geht, sie zu exekutieren, sondern deshalb, weil sie sich vor einem Aufstand fürchtet. Sprich, es geht "nur" um Macht und um Kontrolle. Da lässt sich – auch auf unsere aktuelle Zeit – leider viel im Hinblick auf (feige) Politik, die nur auf Beliebtheit und Wahlerfolge (und damit eben dem eigenen Machterhalt) schielt, ablesen. Wobei Elizia am Ende etwas macht, was die Machtpolitiker unserer Zeit nie tun würden: Um alle davon zu überzeugen, dass Commander Koenig gelogen hat, folgt sie diesem in der Box nach Ellna, auch wenn ihr bewusst ist, dass sie damit in den Tod geht. Damit stellt sie das (aus ihrer Sicht) Wohl "ihrer" Gesellschaft über ihr eigenes. Es ist vor allem auch diese Wendung, die Elizia doch einiges an Ambivalenz gibt, und sie aus dem Schatten einer reinen, eindimensionalen Bösewichtin hervortreten lässt. Allerdings: Von diesem Punkt, sowie der netten Modellaufnahmen abgesehen, fand ich "Jagdspiele" jetzt nicht sonderlich prickelnd. So schien man sich auch hier damit schwer zu tun, die Laufzeit zu füllen (dass man im Wesentlichen allein mit Commander Koenig auskommen musste, mag dazu auch seinen Teil beigetragen haben). Zudem mutete die Darstellung der weiblichen Wärterinnen mit ihren Peitschen und ihren Kostümen im Hinblick auf die typische Amazonen-Darstellung doch etwas klischeehaft an (und im Hinblick auf den Schauplatz drängt sich einem da förmlich der Titel der 80er-Jahre-Science Fiction-Parodie "Amazonen auf dem Mond" auf). Recht gewitzt – und auch hart – war allerdings, wie man einen der Gefangenen opfert, um die Alpha-Crew davon zu überzeugen, dass neben Maine auch Koenig kurz nach der Landung ums Leben gekommen wäre. Das fehlen der Stammriege nach dem Szenen auf der Mondbasis aber halt schon einiges an Charme (davon, dass man sich fragt, wo die denn alle gerade sind, ganz zu schweigen).

Fazit: Episodenbild (c) Century 21 Television "Jagdspiele" leidet ein bisschen darunter, dass die Episode parallel zu "Gestaltenwandler" gedreht wurde, und dementsprechend die Stammbesetzung quasi aufgeteilt wurde. Wo dort Martin Landau als Commander Koenig gefehlt hat, vermisst man hier nun plötzlich alle anderen. Letzteres nimmt den Szenen auf der Mondbasis viel an Charme, und lässt sie teilweise fast schon wie Fremdkörper wirken. Zudem tat man sich auch hier wieder schwer, aus der Idee eine fünfzig Minuten lange Episode zu schmieden. Immerhin, die Idee an sich fand ich durchaus nett, vor allem auch im Hinblick auf die kritische Aussage, wenn die Wahrheit zugunsten des Machterhalts unterdrückt wird. Zudem war es nach seinem völligen Fehlen in der Folge davor, sowie generell ein paar Episoden, wo er sich vergleichsweise rar machte, nett, wieder eine Folge zu haben, die stark auf Koenig fokussiert ist. Und auch im Hinblick auf Modellaufnahmen wird hier wieder mehr geboten (wenn ich auch wünschte, dass man die Landschaften von Planet und Mond stärker voneinander abgegrenzt hätte). Insgesamt reicht das immerhin für eine (weitere) durchschnittliche Wertung.

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Century 21 Television)







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