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Twin Peaks - 2x06: Dämonen Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: Demons
Episodennummer: 2x06
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 03. November 1990
Erstausstrahlung D: 29. November 1991
Drehbuch: Harley Peyton & Robert Engels
Regie: Lesli Linka Glatter
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Ray Wise als Leland Palmer, Joan Chen als Jocelyn Packard, Eric DaRe als Leo Johnson, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Sheryl Lee als Maddy Ferguson, Lenny von Dohlen als Harold Smith, Ian Abercrombie als Tom Brockman, David Lynch als FBI Regional Bureau Chief Gordon Cole, Wendy Robie als Nadine Hurley, Piper Laurie als Mr. Tojamura, Al Strobel als Phillip Michael Gerard, Jill Engels als Trudy, Ron Kirk als Cappy, Leonard Ray als Lounge Local, Mak Takano als Jonathan, Brett Vadset als Joey Paulsen u.a.

Kurzinhalt: Als Harold erkennt, dass es Donna und Maddy nur darum ging, Lauras geheimes Tagebuch an sich zu bringen, dreht er durch – doch James eilt zu ihrer Rettung. Dadurch keimen auch die alten Gefühle zwischen ihm und Donna wieder auf. Maddy, die erkennt, nur das dritte Rad am Wagen zu sein, beschließt daraufhin, Twin Peaks in Kürze wieder den Rücken zu kehren. Dale, Harry und Hawk bringen die aus dem One-Eyed Jacks gerettete Audrey indes zu Benjamin Horne ins Great Northern Hotel, wo diese langsam wieder zu sich kommt. Jocelyn schließt ihr Geschäft mit Benjamin Horne ab, und wird danach von Jonathan, der für den geheimnisvollen – und gefährlichen – Mr. Eckhardt arbeitet, unter Druck gesetzt, um Twin Peaks so rasch als möglich zu verlassen, und nie wieder zurückzukehren. Doch aufgrund ihrer Gefühle für Harry fällt ihr dies außerordentlich schwer. Shelley und Bobby müssen indes erfahren, dass die Summe, die sie für die Pflege von Leo erhalten, deutlich geringer ist, als sie das erwartet haben. Und nachdem Agent Coopers Vorgesetzter, Chief Gordon Cole, in Twin Peaks angekommen ist, verhört man gemeinsam den einarmigen Mr. Gerard…


Review: Episodenbild (c) ABC "Dämonen" hat einen starken Auftakt und ein sogar noch stärkeres Finale – dazwischen tut sich allerdings jetzt nicht ganz so viel. Doch beginnen wir mit ersterem: Der Einstieg rund um Donna und Maddy, die bei Harold in der Bredouille stecken, war zweifellos noch packend. Ihre Rettung durch James setzt dann auch einen Schlussstrich durch das angedeutete Liebesdreieck der letzten Folgen, und beendet damit dieses hin und her zwischen James, Donna und Maddy, was ich ebenfalls positiv fand. Zudem gab dieser Moment die Initialzündung für die nett inszenierte (und geschauspielerte) Szene am See, als Maddy ankündigt, Twin Peaks in Kürze den Rücken kehren zu wollen. Diese war auch eine der positiven Ausnahmen eines mich insgesamt wenig begeisternden Mittelteils. Eine andere ergibt sich durch den sehr launigen und generell überaus netten Gastauftritt von David Lynch, der hier nun zum ersten Mal körperlich (und nicht nur als Stimme am Telefon) als Vorgesetzter in Erscheinung tritt. Dass dieser Schwerhörig ist, sorgt dabei für den einen oder anderen amüsanten Moment.

Wenig bis gar nichts konnte ich allerdings wieder mit den Szenen rund um Nadine anfangen. Ich bleibe dabei: Die wirkt eher wie – maximal – zwölf, und nicht wie die Sechzehnjährige, zu der sie sich ja angeblich zurückentwickelt haben soll. Aber auch alles rund um Jocy wollte mich nicht so recht ansprechen – wohl auch, weil es der Serie nicht gelungen ist, mich eine Bindung zur Figur aufbauen zu lassen. Und da ich angesichts ihrer kriminellen Verbindungen der Ansicht bin, dass Harry letztendlich – ungeachtet ihrer Gefühle für sie – ohne sie besser dran wäre, kratzte es mich nur sehr bedingt, wenn Jonathan sie hier dazu zwingt, Twin Peaks den Rücken zu kehren und (vermeintlich für immer) nach Hong Kong zurückzukehren. Zumindest eine Spur besser fand ich da schon alles rund um Shelley und Bobby. Auch wenn einem die beiden als Paar durchaus sympathisch sind, aber ihre Pläne im Hinblick auf Leo waren natürlich nicht ok, weshalb ich es durchaus als ausgleichende Gerechtigkeit empfand, wenn sie hier nun längst nicht das Geld bekommen, mit dem sie gerechnet haben, und zusätzlich jetzt auch noch Leo (im Übrigen hatte ich wirklich Mitleid mit Eric DaRe; besonders spannend es ja nicht wirklich gewesen sein, die Rolle zu spielen) an der Backe haben. Insofern hätte ich "Dämonen" insgesamt nur auf einer durchschnittlichen Wertung gesehen – wenn da nicht die Verhörszene mit Mr. Gerard gewesen wäre. Die war nämlich wirklich stark – insbesondere natürlich dann, nachdem Mike die Kontrolle über seinen Körper übernimmt, und wir mehr über ihn und Bob erfahren. Und auch seine Worte darüber, dass nur "die begnadeten und die verdammten" dessen wahres Antlitz sehen können, machten auf mich Eindruck. Am Ende begibt man sich zum Great Northern Hotel, um dort nach Bob zu suchen. Und doch würde man am Ende von "Dämonen" nicht vermuten, dass die Offenbarung, wer Laura Palmer ermordet hat, nun unmittelbar bevorsteht. Aber darüber wird in "Einsame Seelen" noch ausführlicher zu sprechen sein.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Nach einem packenden Einstieg rund um die von Harold bedrohten Donna und Maddy ließ "Dämonen" in meinen Augen leider doch merklich nach. Zwar gab es auch danach noch einzelne ganz nette Momente, wie Maddys Abschied von James am See, oder der Auftritt von David Lynch. Davon abgesehen zog sich das Geschehen meinem Empfinden nach aber doch eher hin. Dass ich mit Jocelyn nicht wirklich mitfühlte, und weiterhin mit der "jugendlichen" Nadine nicht viel anfangen kann, trug zweifellos auch zu diesem Eindruck bei. Einzig alles rund um Shelley, Bobby und Leo war halbwegs ok. Allerdings, nach einem doch eher lahmen Mittelteil dreht "Dämonen" in den letzten Minuten, mit dem Verhör von Mr. Gerard bzw. Mike, nochmal so richtig auf. Und so ist es in erster Linie dieser starken letzten Szene zu verdanken, dass die Episode gerade noch so über den Durchschnitt rutscht.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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