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Twin Peaks - 2x05: Der Fluch der Orchideen Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: The Orchid's Curse
Episodennummer: 2x05
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 27. Oktober 1990
Erstausstrahlung D: 22. November 1991
Drehbuch: Barry Pullman
Regie: Graeme Clifford
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Ray Wise als Leland Palmer, Joan Chen als Jocelyn Packard, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Sheryl Lee als Maddy Ferguson, Grace Zabriskie als Sarah Palmer, Chris Mulkey als Hank Jennings, Lenny von Dohlen als Harold Smith, Royal Dano als Judge Clinton Sternwood, David L. Lander als Tim Pinkle, Wendy Robie als Nadine Hurley, Victoria Catlin als Blackie O'Reilly, Van Dyke Parks als Jack Racine, Ritch Brinkley als D.A. Daryl Lodwick, Piper Laurie als Mr. Tojamura, Michael Parks als Jean Renault u.a.

Kurzinhalt: Bobby Briggs und Shelley Johnson bereiten alles für die Rückkehr ihres katatonischen Ehemanns Leo vor. Kurz darauf finden in der kurzfristig zu einem Gerichtssaal umfunktionierten Bang Bang Bar zwei Verhandlungen statt. Zuerst beginnt der Prozess von Leland Palmer, der sich wegen des Mordes an Jacques Renault verantworten muss. Er bekennt sich nicht schuldig, und wird auf Kaution freigelassen. Danach entscheidet Richter Sternwood, dass Leo Johnson in seinem aktuellen Zustand nicht verhandlungsfähig ist, weshalb die Anklage für den Mordversuch an Shelley, und dem Abbrennen des Sägewerks fallen gelassen wird. Donna bittet Maddy um Hilfe: Gemeinsamen wollen sie Lauras geheimes Tagebuch von Harold stehlen. Big Ed bringt indes seine Frau Nadine, die sich nach wie vor für eine Teenagerin hält, nach Hause. Und nachdem er zufällig in seinem Hotelzimmer die Nachricht von Audrey Horne gefunden hat, startet Dale Cooper zusammen mit Sheriff Harry Truman einen Rettungsversuch…


Review: Episodenbild (c) ABC In "Der Fluch der Orchideen" finden nun zwei Verhandlungen statt – und das, da es in Twin Peaks kein eigenes Gerichtsgebäude begibt, in der Bang Bang Bar. Eben dies gibt den entsprechenden Szenen einen höchst skurrilen Touch – wobei ich nicht beurteilen kann, ob man die Location eben bewusst deshalb gewählt hat, oder es vielmehr praktikable bzw. budgetäre Gründe hatte, da man sich so das Geld für ein neues Set sparen konnte. Wie auch immer, mir hat die sich daraus ergebende, überaus eigenwillige Stimmung sehr gut gefallen. Nicht ganz glücklich und/oder einverstanden war ich aber damit, wie Sheriff Truman hier für Leland Partei ergreift. Ich kann zwar seine Empfindungen dahinter verstehen, aber als Polizist sollte er in meinen Augen Selbstjustiz auf diese Weise nicht verteidigen; zumal weder damals noch zum Zeitpunkt der Verhandlung bewiesen war, dass Jacques Renault auch wirklich direkt für den Mord an Laura Palmer verantwortlich war.

Jedoch: Was immer er bei mir dadurch – geringfügig – an Sympathien eingebüßt haben mag, machte er dann am Ende wieder wett, als er Dale dabei begleitete, Audrey aus dem One Eyed Jacks zu befreien. Die betreffende Sequenz zählte für mich überhaupt zu den Highlights von "Der Fluch der Orchideen", und sorgte für einiges an Spannung. "Nett" fand ich auch das Schicksal, welches Blackie hier ereilt. Und auch, wie ihr Befreiungsversuch kapital gescheitert wäre, wenn nicht Hawk ihnen zu Hilfe geeilt wäre, stach für mich (positiv) hervor. Parallel dazu sorgt auch der Versuch von Donna und Maddy, Lauras Tagebuch von Harold zu stehlen, für Spannung; nicht zuletzt, als dieser von Anfang an sehr instabil bis potentiell gefährlich gewirkt hat. An der Szene zuvor, wo Donna ihm einen Schwenk aus ihrem Leben erzählt, stach für mich vor allem die Tatsache hervor, dass man als Zuschauer:in nicht einschätzen kann, ob sie hier die Wahrheit sagt, oder sie ihm einfach nur irgendein Gschichtl aufdrückt, um seine perverse Fantasie anzuregen. Last but not least mochte ich auch die anfängliche Szene rund um Shelley und Bobby, und ihre Vorbereitungen für Leos Rückkehr – und wie sie dabei ganz bewusst alle Kosten und Mühen scheuen. Jedoch: Leider fand ich, dass sich "Der Fluch der Orchideen" zwischen diesen Höhepunkten, und ganz besonders im Mittelteil, doch wieder ein bisschen gezogen hat – und zwar in einer Art und Weise, die mich an die Mitte der ersten Staffel erinnerte, und die ich bislang in Season zwei in ähnlicher Form (erfreulicherweise) nicht wahrgenommen hätte. Eben dieser Eindruck meinerseits dürfte dabei unter anderem der Tatsache geschuldet sein, dass der Witz rund um Andy als völlig überforderte Vertretung von Lucy für mich doch eher nur semi-gut funktioniert hat, und ich mir vor allem auch mit der in meinen Augen für eine Jugendliche viel zu kindlichen Darstellung der unter Amnesie leidenden Nadine schwer getan habe. Aber generell ging mir im Mittelteil von "Der Fluch der Orchideen" irgendwie nicht genug weiter. Der gefällige Showdown im One-Eyes Jacks konnte dafür dann aber zumindest ansatzweise entschädigen.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Nach einem durchaus noch launigen Auftakt, der neben einer wunderschönen ersten Einstellung mit der Morgenröte und den Vorbereitungen von Shelly und Bobby auf die Rückkehr von Leo insbesondere auch mit den aufgrund der Location schrägen Gerichtsszenen auftrumpfte, schlief "Der Fluch der Orchideen" meinem empfinden nach doch ziemlich ein. Erschwerend kommt hinzu, dass sich im generell wenig mitreißenden Mittelteil dann auch noch Szenen wie Andy als (überforderter) Vertreter für Lucy und Nadines Rückkehr in ihr Haus einschleichen, mit denen ich doch eher weniger anfangen konnte. Immerhin, zum Ende hin dreht die Folge dann nochmal auf, einerseits mit dem durchaus spannenden Versuch von Donna und Maddy, Lauras geheimes Tagebuch an sich zu bringen, insbesondere aber dem Überfall von Agent Cooper und Sheriff Truman auf das One-Eyed Jacks, mit dem sie Audrey aus den Fängen von Blackie O'Reilly und Jean Renault befreien wollen. Dieser packende Ausklang ist dann auch hauptverantwortlich dafür, dass sich trotz des lahmen Mittelteils eine überdurchschnittliche Wertung ausgeht.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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