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Poirot - 5x08: Der Juwelenraub im Grand Hotel Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) BBC

Originaltitel: Jewel Robbery at the Grand Metropolitan
Episodennummer: 5x08
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 07. März 1993
Erstausstrahlung D: 12. Dezember 2018
Drehbuch: Anthony Horowitz
Regie: Ken Grieve
Besetzung: David Suchet als Hercule Poirot, Hugh Fraser als Captain Hastings, Philip Jackson als Chief Inspector Japp, Pauline Moran als Miss Lemon, Trevor Cooper als Ed Opalsen, Sorcha Cusack als Margaret Opalsen, Karl Johnson als Saunders, Elizabeth Rider als Grace, Simon Shepherd als Andrew Hall, Hermione Norris als Celestine, Tim Stern als Bell Boy, Andrew Carr als Hubert Devine, Graham Rowe als Manager, James McCusker als Journalist, Arthur Cox als Dr. Hawker u.a.

Kurzinhalt: Bei Hercule Poirot wird akute Erschöpfung diagnostiziert, weshalb ihm sein Hausarzt aufträgt, sich zu schonen. Um eben dieses Ziel zu erreichen, nimmt ihm Captain Hastings auf einen gemeinsamen Urlaub nachDevonshire, wo der Privatdetektiv mal so richtig ausspannen soll. Dazu kommt es allerdings nicht, als der Raub einer Halskette im Wert von 300.000 französischen Francs im noblen Grand Metropolitan Hotel, in dem auch Poirot und Hastings abgestiegen sind, für Aufregung sorgt. Vor allem aber gibt der Raub insofern Rätsel auf, als die betreffende Halskette fast durchgehend von Celestine, der Haushälterin des Ehepaars Ed und Margaret Opalsen – er Theaterproduzent, sie die Hauptdarstellerin in einer aktuellen Aufführung, in der sie auch die besagte Halskette trägt – bewacht wurde. Wie soll sich der Raub in den wenigen Sekunden, die sie sich nicht im Zimmer befand, zugetragen haben? Vor eben diesem Rätsel stellt Poirot, als er zusammen mit Inspektor Japp die Ermittlungen aufnimmt…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) BBC Nachdem ich bei "Auch Pünktlichkeit kann töten" nicht auf die Credits geachtet habe, und dementsprechend völlig unvorbereitet in eine weitere schwache Adaption von Anthony Horowitz geschlittert bin, waren meine entsprechenden "Sinne" bei "Der Juwelenraub im Grand Hotel" wieder geschärft – weshalb mir hier sein Name auch gleich wieder ins Auge stach. Dementsprechend erwartete ich, wenn schon nicht das Schlimmste, so doch zumindest nichts Gutes – und war letztendlich vom Endergebnis positiv überrascht. Ja, die Episode zählt sicherlich nicht zu den Highlights der Serie, und kommt auch an Horowitz bisher besten Beitrag zu dieser, "Lasst Blumen sprechen", nicht heran. Für seine Verhältnisse (da mich seine Adaptionen eben abseits dieser einen positiven Ausnahme bislang tendenziell doch eher enttäuschten, und sich jedenfalls unter dem Durchschnitt der Serie bewegten) war ich von "Der Juwelenraub im Grand Hotel" aber angenehm angetan (wobei ich auch an dieser Stelle wieder hinweisen will, dass ich die Vorlage – noch – nicht kenne, und daher die von mir verorteten Stärken und Schwächen weder ihm noch Dame Agatha Christie direkt zuordnen kann).

Teilweise profitiert Anthony Horowitz dabei sicherlich auch von der sehr hochwertigen und eleganten Inszenierung durch Ken Grieve. Diesbezüglich stach für mich unter anderem gleich die erste Szene, mit den Filmbildern, die über die Gesichter von Ed und Margaret Opalsen projiziert werden, hervor. Aber auch danach fängt er das Geschehen immer wieder mit netten Einstellungen sehr gut und optisch interessant ein, bzw. baut teilweise auch eine nette Spannung auf. Was das betrifft, denke ich in erster Linie an die Szenen, welche der Entdeckung, dass die Halskette gestohlen wurde, vorausgehen. Mit der wiederholten Einblendung der Schatulle in der Lade wird hier zunehmend ein Gefühl des Unwohlseins aufgebaut. "Der Juwelenraub im Grand Hotel" geht aber auch wieder sehr fair mit dem Publikum um. Fast alle Hinweise, auf die sie Poirot am Ende beruft, um den Fall aufzuklären, erhalten auch wir (das "fast" bezieht sich dabei u.a. darauf, dass wir zwar sehen, dass er unter der Lade etwas entdeckt, es aber im Vergleich zu ihm nicht gleich als Schmiermittel identifizieren können). Etwas bemüht fand ich allerdings – und das ist der Punkt, wo ich nicht weiß, ob dies an Christies Vorlage oder Horowitz' Adaption liegt – den Clou, dass der sehr eindeutig als rote Hering inszenierte Mr. Worthing gar kein roter Hering ist, sondern sich tatsächlich als der Täter (wenn auch unter Annahme einer falschen Identität) herausstellt. Auf mich wirkte das so, als wollte Horowitz hier unbedingt ganz besonders clever sein; ich empfand es aber als eher unnötig. Davon abgesehen hat mich "Der Juwelenraub im Grand Hotel" aber gut unterhalten, woran nicht zuletzt auch der hier wieder stärker vorhandene, typische Humor (insbesondere rund um die "Lucky Len"-Verwechslung, die am Ende nochmal in einer amüsanten Szene aufgegriffen wird) einen wesentlichen Anteil hatte.

Fazit: Episodenbild (c) BBC Zum zweiten Mal hintereinander war Anthony Horowitz für die Adaption von Agatha Christies Vorlage zuständig; erfreulicherweise schlug er sich hier wieder um einiges besser als zuvor/zuletzt bei "Auch Pünktlichkeit kann töten". Vor allem das zentrale Mysterium rund um den Juwelenraub setzt er sehr gut um, einerseits mit den Szenen der Haushälterin im Hotelzimmer (wobei ihr die Hotelmagd Gesellschaft leistet) parallel zur Theateraufführung, und andererseits den diversen Hinweisen, die uns sehr subtil aber eben doch erkennbar Hinweise auf den/die Täter geben. Sprich: "Der Juwelenraub im Grand Hotel" spielt überwiegend fair, und lädt dementsprechend zum Mitraten ein. Aber auch die Auflösung, und deren Umsetzung, konnte mir grundsätzlich gefallen. Schade fand ich lediglich, dass sich der vermeintliche – und sehr offensichtliche – Rote Hering dann doch nicht als eben solcher herausstellte. Das mit der wahren Identität dahinter hat für mich nämlich doch eher nur semi-gut funktioniert. Davon abgesehen aber ein interessanter Fall des Meisterdetektivs, der es verstand, mich sehr gut zu unterhalten.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © iTV)







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