Originaltitel: The Eyes Episodennummer: 1x01 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 29. Mai 2026 (Apple TV+) Drehbuch: Ben Nedivi & Matt Wolpert Regie: Nick Murphy Besetzung:
Rhys Ifans als The Chief Designer,
Anna Maxwell Martin als Lyudmilla Raskova,
Agnes O'Casey als Irina Morozova,
Alice Englert als Anastasia Belikova,
Solly McLeod als Sasha Polivanov,
Adam Nagaitis als Valya Markelov,
Ruby Ashbourne Serkis als Tanya Markelova,
Josef Davies als Sergei Nikulov,
Niamh Algar als Yana Akhmatova,
David Dencik als Maxim Tarasov,
Eliot Salt als Vika Yegorova,
Ellie Piercy als Galina,
Jenny Walser als Leonova,
Sam Strike als Pavel Fetisov,
Christopher Sherwood als Controller,
Gyuri Sarossy als Director of Operations,
Robin Berry als Rem Balabanov,
Ian Drysdale als Doctor Borovsky,
Chris Leaney als Viktor,
Samuelis Sauchatas als Aide,
Jake Lampert als Apparatchik,
Eadie Johnson als Zoya Morozova,
Sam Wilkinson als Alexei Leonov u.a.
Kurzinhalt:
Die Freude in Russland ist groß, als Alexei Leonov als erster Mensch den Mond betritt, und man somit diesen Wettlauf in der Raumfahrt für sich entschieden hat. Doch in der Kommandozentrale rund um dem Chefdesigner denkt man gar nicht daran, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, und möchte vielmals mit der ersten Frau auf dem Erdtrabanten nachlegen. Doch die dafür vorgesehene Kosmonautin, Yana Akhmatova, ist dem Regime nach einigen kritischen Äußerungen ein Dorn im Auge. Da kommt es ihnen gerade recht, dass die Abhörabteilung des KGB ein Gespräch von ihr aufschnappt, in dem sie sich scheinbar mit einem bekannten Dissidenten treffen will. Und so wird sie kurzerhand verhaftet, und durch die vermeintlich fügsame und harmlose Anastasia Belikova ersetzt, die sich nun in kürzester Zeit auf ihren Einsatz vorbereiten muss. Parallel dazu kommen Irina Morozova, einer guten Freundin jener Kollegin in der Abhörzentrale, die den kompromittierenden Dialog aufgeschnappt hat, Zweifel daran, dass sich Yana tatsächlich mit dem Dissidenten treffen wollte – woraufhin sie ihre Vorgesetzte, Lyudmilla Raskova, über ihren Verdacht informiert…
Review:
Einer meiner Kritikpunkte an "For All Mankind", insbesondere den früheren Staffeln, war ja, dass man sich dabei rein auf die Perspektive der USA fokussierte. Der (erste) Ableger verschafft hier nun Abhilfe. Parallel zur ersten Folge der ersten Staffel werden hier nun die Ereignisse aus Sicht der Russen aufgerollt. Bedeutet dementsprechend – natürlich – auch, dass wir auch wieder in der Zeit zurückgehen. Da ich ja doch den Eindruck hatte, dass "For All Mankind" den Raumfahrt-Aspekt zuletzt doch etwas aus den Augen verloren hat (wenn auch die Titan-Mission in der fünften Staffel hier zumindest etwas Abhilfe schaffte), habe ich mich darüber sehr gefreut. Zumal "Star City" generell auch wieder den Pioniergeist der ersten großen Erfolge in der Raumfahrt wieder aufleben lässt. Dementsprechend hat mir auch alles rund um Anastasias Flug zum Mond am besten gefallen. Zumal es dort dann auch zu einer kritischen Situation kommt, die packend umgesetzt war. Und die Effektaufnahmen konnten mich, wie gewohnt, auch wieder begeistern.
Parallel dazu zeigt man uns das – alles andere als paradiesische – Leben in einem autoritären Regime. Bereits die erste Szene ist hier enorm aussagekräftig, denn als man Svetlana Leonova abholt, damit sie den Erfolg ihres Mannes mitverfolgen kann, ist ihr die Furcht ins Gesicht geschrieben. Wie groß der Überwachungsapparat dahinter ist, vermitteln die späteren Szenen im KGB dann eindringlich. Dort gibt es auch ein Wiedersehen mit einer jungen Irina Morozova. In der letzten Folge der fünften "For All Mankind"-Staffel erwähnte sie ja Aleida Rosales gegenüber, dass sie einst auch idealistisch gewesen wäre. Was uns dort nur erzählt wurde, erleben wir hier nun unmittelbar mit, als sie tatsächlich so blauäugig ist, zu glauben, dass ihr Bericht dafür sorgen würde, dass Yana Akhmatova freigelassen wird. "Wir machen keine Fehler", meint ihre Vorgesetzte Lyudmilla Raskova (eiskalt dargestellt von Anna Maxwell Martin), nachdem sie Yana kurzerhand hingerichtet hat – nachdem Irina es nicht übers Herz brachte, dies auf ihren Befehl hinweg zu tun. Neben der Mondmission war das der zweite ganz große dramaturgische Höhepunkt von "Zwischen zwei Welten". Und dann ist da alles rund um den (noch?) namenlosen Chefdesigner (gespielt von Rhys Ifans), dem die Russen ihren Erfolg über die USA zu verdanken haben. Dieser hat sich, das machen seine gesundheitlichen Probleme deutlich, kaputtgeschuftet, um dieses Ziel zu erreichen; wirklich zu danken scheint man es ihm jedoch nicht. Mit diesen Figuren und Handlungssträngen scheint jedenfalls das Setup für eine interessante erste Staffel gegeben zu sein, die vor allem auch vom Wechselspiel mit der ersten Staffel von "For All Mankind" profitieren könnte. Mal schauen, wie stark man im Verlauf der Season eben darauf setzen wird.
Produktionstechnisch zeigt sich jedenfalls das von Apple TV+ bzw. "For All Mankind" gewohnte, hochwertige Niveau, wobei hier im Vergleich zur aktuellen Staffel der Ur-Serie die Tatsache hervorsticht, dass es diesmal wieder in der Zeit zurückgeht. Zwar bin ich nicht in den späten 60ern in Russland aufgewachsen, auf mich wirkte aber die Gestaltung dieser Epoche sehr authentisch und überzeugend. Auch das bewusst eingestreute, starke Filmkorn, welches den Bildern einen starken Retro-Look gibt, trägt für mich eben dazu bei. Und auch die Musik – die hier nun nicht mehr von Jeff Russo und/oder Paul Doucette, sondern vielmehr Federico Jusid stammt (der mir jedoch deren Ton und Stil sehr gut einzufangen schien, ohne ihre Kompositionen einfach nur zu kopieren) hatte es mir angetan. Die Besetzung hatte ich teilweise ja bereits angesprochen und gelobt, neben Rhys Ifans und Anna Maxwell Martin möchte ich aber auch noch dezidiert Agnes O'Casey (die als junge Irina sehr überzeugend gecastet wurde) und Alice Englert (die mir in erster Linie aus dem Teenager-Drama "Ginger & Rosa" ein Begriff ist) positiv hervorheben. Und auch über das (wenn auch sehr kurze) Wiedersehen mit Niamh Algar aus "Censor" habe ich mich gefreut.
Fazit:
Der Auftakt des "For All Mankind"-Ablegers "Star City" konnte mir sehr gut gefallen. Profitiert hat "Zwischen zwei Welten" dabei nicht zuletzt davon, dass die Ur-Serie für meinen Geschmack zuletzt – insbesondere in der vierten Staffel – den Raumfahrt-Aspekt zu sehr aus den Augen verloren hat. Mit dem zeitlichen Sprung zurück, um die Ereignisse aus Season 1 nun aus der Perspektive Russlands zu zeigen, rückt eben dies wieder stärker in den Fokus. Darüber hinaus gefiel mir der – düster-schonungslose – Einblick in das russische Regime. Die Zeitepoche wird aus meiner Sicht (der es nicht persönlich beurteilen kann) auch sehr überzeugend eingefangen. Und sowohl produktions- als auch besetzungstechnisch macht "Star City" ebenfalls einen hervorragenden Eindruck. Inhaltlich stachen bei "Zwischen zwei Welten" in erster Linie zwei dramaturgische Höhepunkte hervor: Die Hinrichtung von Yana Akhmatova, sowie Anastasia Belikovas Mond-Mission. Deren vom Skrip abweichende Worte nach der Landung sorgen dann auch für eine spannende Ausgangssituation für die nächste Folge.