The Boys - 5x07: Der Franzose, die Frau und der Mann namens Mother’s Milk
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Originaltitel: The Frenchman, the Female, and the Man Called Mother’s Milk Episodennummer: 5x06 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 13. Mai 2026 (Amazon Prime) Drehbuch: Anslem Richardson Regie: Sylvain White Besetzung:
Karl Urban als Billy Butcher,
Jack Quaid als Hughie Campbell,
Antony Starr als Homelander,
Erin Moriarty als Starlight,
Laz Alonso als Mother's Milk,
Chace Crawford als The Deep,
Tomer Capon als Frenchie,
Karen Fukuhara als Kimiko Miyashiro,
Nathan Mitchell als Black Noir II,
Colby Minifie als Ashley Barrett,
Susan Heyward als Sister Sage,
Daveed Diggs als Oh Father,
Jensen Ackles als Soldier Boy,
Jeffrey Dean Morgan als Joe Kessler,
Samuel L. Jackson als Xander the Shark,
Jaz Sinclair als Marie Moreau,
London Thor als Jordan Li,
David Andrews als President Calhoun,
Zach McGowan als Dogknott,
Langston Kerman als Eagle The Archer,
Ely Henry als The Worm,
Steven Yaffee als Synapse,
Emma Elle Paterson als Sheline u.a.
Kurzinhalt:
Nachdem ihm Soldier Boy die Phiole mit V1 ausgehändigt hat, und Homelander sie sich injizierte, steht er kurz vor der Verwirklichung all seiner Träume und Allmachtsfantasien. Er tötet den US-Präsidenten, lässt den Kongress auflösen, und will jegliche Barriere zwischen Kirche und Staat einreißen lassen. Bei Vought Studios bereitet man indes alles für die große Show vor, bei der Homelander als neuer Jesus vorgestellt werden soll. Oh Father probt eine große angelegte Musical-Nummer, zugleich werden Testscreenings zu jenem Video abgehalten, dass Jesus zeigt, wie er seine Dornenkrone an Homelander weitergibt. Bei den Boys ist indes die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Nachdem man nun den Godolkin-Virus nicht mehr einsetzen kann, um Homelander auszuschalten, scheint es nur mehr eine letzte, verzweifelte Hoffnung zu geben: Frenchie bombardiert Kimiko wiederholt mit Strahlung, in der Hoffnung, in ihr Soldier Boys Fähigkeit zu wecken, anderen Superhelden ihre Kräfte zu entziehen…
Review:
Sowohl die vorletzte Episode als auch das Finale sind ja insgesamt eher nicht so gut angekommen. Da es immer besser ist, wenn einem etwas gefällt, als wenn man was scheiße findet, freut es mich, kund tun zu können, dass ich diese Kritik nicht teile. Ja, "Der Franzose, die Frau und der Mann namens Mother's Milk" war wieder sehr charakterorientiert, und stellte insbesondere auch die zweite Reihe der regelmäßigen Serienfiguren in den Mittelpunkt. Im Hinblick auf das anstehende Finale, welches dann natürlich stärker auf Homelander, Butcher, Hughie und Annie fokussiert sein wird, kann ich daran aber nichts schlechtes erkennen. Zumal es wohl die letzte Gelegenheit für solche eher ruhige Momente – wie z.B., wenn hier endlich das Geheimnis hinter Mother's Milk Namen gelüftet wird – gewesen sein dürfte. Gut gefallen haben mir auch wieder die Gastauftritte. So gibt es hier ein Wiedersehen mit Jeffrey Dean Morgan (wenn auch nicht mit seiner Figur Joe Kessler direkt; vielmehr nimmt Synapse im Versuch, einen Keil zwischen Hughie und Butcher zu treiben, seine Gestalt an), aber auch mit Marie und Jordan aus "Gen V". Damit lebt meine Hoffnung, dass diese Figuren aus dem ersten "Thee Boys"-Spinoff auch im anstehenden Finale eine größere Rolle spielen werden.
Während sich die Boys auf diese Weise Verstärkung suchen, steht Homelander immer mehr für sich. Teilweise ist ihm das selbst zuzuschreiben; Firecracker, seine fanatischste Unterstützerin, hat er umgebracht, Sister Sage hat aus Angst vor seinen Pläne die Seite gewechselt, Soldier Boy sperrt er wieder in seinen eisigen Käfig ein, und auch die Loyalität von Ashley Barrett wankt gehörig. The Deep hat indes seine eigenen Probleme, denn seine Fehde mit Black Noir II, die in einem Strudel der Gewalt mündete, führt nun dazu, dass er von allen Kreaturen des Meeres geächtet wird, und somit in eben dieses nicht mehr zurückkehren kann. Aber auch die Unterstützung der Bevölkerung droht er zunehmend zu verlieren. Selbst in der von Vought Studios eingeladene Fokusgruppe, die aus seinen Anhängern besteht, glauben "nur" sechs von dreißig wirklich, dass es sich bei ihm um die Wiederkunft des Herrn handelt. Alle Ungläubigen will er kurzerhand entsorgen lassen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass just die von ihnen so verhasste Starlight, zusammen mit Mother's Milk, zu ihrer Rettung eilt. Ihre Diskussion davor, wo wir eben auch über die Herkunft seines Namens aufgeklärt werden, als Antwort auf Annies Frage, worin der Sinn darin liegt, Menschen zu retten, die gar nicht gerettet werden wollen, zählte für mich zu den Highlights der Folge. Demgegenüber fiel jene Szene, wo Butcher mit Joe Kessler konfrontiert wird, ein bisschen ab, und verfehlte zumindest bei mir eher die gewünschte Wirkung. Neben diesen dramatischen Momenten und interessanten Entwicklungen gab es aber auch wieder einiges zu Lachen, sei es die Anspielung auf Posh Spice, die Inszenierung des Homelander-Jesus-Clips, die Stichelei gegen Taylor Sheridan (bzw. eine auf sein Werk basierende K.I.), oder auch die sehr katzenhaften Aktivitäten von Sheline (in meiner Kritik zu Halle Berrys katastrophalem "Catwoman"-Film merkte ich einst an, dass es mich nicht gewundert hätte, wenn sie an einer Stelle einen Haarballen hochgespieben hätte; aber so etwas vorzuschlagen hätte ich mich nie getraut!).
Das Herzstück von "Der Franzose, die Frau und der Mann namens Mother's Milk" liegt aber ganz klar in den ersten beiden im Titel erwähnten Figuren. Frenchie muss seine geliebte Kimiko hier quälen, in der vagen Hoffnung, ihr jene Fähigkeit zu verleihen, die es Soldier Boy ermöglicht, anderen Superhelden ihre Kräfte zu entziehen. Die betreffenden Momente, und wie Frenchie fast noch mehr darunter zu leiden scheint als Kimiko, waren herzzerreißend. Aber auch sein Austausch mit Sister Sage hatte es mir angetan; nicht zuletzt, wenn diese anmerkt, dass Liebe Menschen unberechenbar macht. Letztendlich erweisen sich die Szenen, in denen Kimiko mit Strahlung bombardiert wird – was ihr Leben bedroht – aber als clevere Täuschung. Denn am Ende ist es vielmehr umgekehrt: Um Homelander von ihrer Fährte abzulenken (und damit sowohl die Liebe seines Lebens – und Sister Sage – zu retten, und damit zugleich die Hoffnung auf einen Sieg zu wahren), gibt Frenchie hier sein Leben. Ganz ehrlich: Spätestens das war der Punkt, wo ich die Kritik einiger, dass "Der Franzose, die Frau und der Mann namens Mother's Milk" Füllmaterial wäre, und zu wenig geschehen sei, absolut nicht mehr nachvollziehen konnte.
Fazit:
Zwar bleibe ich dabei, dass ich mit der Entwicklung rund um Homelander am Ende der letzten Folge nicht ganz glücklich bin, davon abgesehen hat mir "Der Franzose, die Frau und der Mann namens Mother's Milk" aber sehr gut gefallen. Insbesondere jene Momente, die sich dabei auf die Figuren in der zweiten Reihe fokussierten, hatten es mir dabei angetan. Auffällig auch, wie die Allianz gegen Homelander wächst, während er parallel dazu immer mehr allein zu stehen scheint. Die stärkste Szene kommt aber definitiv am Ende, wo die Boys einen schmerzlichen Verlust verkraften müssen, der mich doch ordentlich getroffen hat. Im Hinblick auf das anstehende Serienfinale ist zu vermuten, dass es nicht der letzte gewesen sein dürfte.