Daredevil: Born Again - 2x08: Das Kreuz des Südens
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Originaltitel: The Southern Cross Episodennummer: 2x08 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 06. Mai 2026 Drehbuch: Dario Scardapane & Jesse Wigutow Regie: Iain B. MacDonald Besetzung:
Charlie Cox als Matt Murdock / Daredevil,
Vincent D'Onofrio als Wilson Fisk,
Margarita Levieva als Heather Glenn,
Arty Froushan als Buck Cashman,
Nikki M. James als Kirsten McDuffie,
Zabryna Guevara als Sheila Rivera,
Clark Johnson als Cherry,
Deborah Ann Woll als Karen Page,
Genneya Walton als BB Urich,
Wilson Bethel als Benjamin Poindexter,
Krysten Ritter als Jessica Jones,
Hamish Allan-Headley als Powell,
Ruibo Qian als Angie Kim,
Jeremy Isaiah Earl als Cole North,
Camila Rodriguez als Angela,
Matthew Lillard als Mr. Charles,
John Benjamin Hickey als District Attorney Hochberg,
Ashley Marie Ortiz als Soledad,
Yorgos Karamihos als Christofi,
Annie Parisse als Ariana,
Alexis Frias als Javi Espinosa,
Roberto Lopez als Berto,
Lili Taylor als Governor McCaffrey,
Dede Lovejoy als Chief Justice Waters,
Dustin Tucker als Judge Grimes,
John Hedges als Judge Luna u.a.
Kurzinhalt:
Bei der Verhandlung gegen Karen Page lässt Matt Murdock als ihr Verteidiger Bürgermeister Wilson Fisk in den Zeugenstand rufen. Um die zuvor abgespielte, in einem Video festgehaltene Aussage des ersten Maats der Northern Star zu unterstützen, dass auf der Northern Star auf Geheiß von Wilson Fisk Waffen nach New York geschmuggelt wurden, und der Kapitän angewiesen war, das Schiff sobald die Gefahr bestand dass eben dies auffliegt zu versenken, sieht sich Matt schließlich zu einem drastischen Schritt gezwungen: Er offenbart seine Doppelidentität als Daredevil, um so seine eigenen Beobachtungen an Bord des Schiffes als Beweis für Karens Unschuld einzureichen. Richterin Waters hat daraufhin keine andere Wahl, als Karen freizusprechen. Als man das Gerichtsgebäude verlässt wird dann jedoch ein Schuss auf Wilson Fisk abgegeben, woraufhin man sich wieder in dieses zurückzieht. Vor den Scherben seiner Pläne und Träume stehend, verliert Fisk endgültig die Kontrolle, und prügelt sich auf brutale Art und Weise durch die Reihe an Demonstranten, die ins Gebäude eingedrungen sind…
Review:
Dies ist – seine diversen Gastauftritte in anderen Serien, sowie "The Defenders" nicht mitgerechnet – die fünfte Staffel mit Daredevil. In den meisten davon war Wilson Fisk aka der Kingpin sein Hauptgegner. Wer – so wie ich – gedacht hat, wir hätten in dieser Zeit bereits alle möglichen Arten einer Konfrontation zwischen den beiden gesehen, wird von "Das Kreuz des Südens" eines besseren belehrt. Denn in der Arena eines Gerichtssaals sind sie sich bisher noch nie gegenübergestanden. In eben dieser gänzlich anderen, neuen Art der Auseinandersetzung lag für mich ein enorm großer Reiz. Letztendlich trägt Matt hier zwar einen recht klaren Sieg davon: Karen wird freigesprochen, und Wilson für seine Verbrechen angeklagt. Eben dieser fordert jedoch einen hohen Preis: Denn um das Video des Ersten Maats zu bestätigen, muss Matt vor der Welt seine Doppelidentität preisgeben, und sich als Daredevil offenbaren. Ein Moment, der sein Leben – und die Serie – für immer verändern wird, und damit auch definitiv einer der absoluten Höhepunkte dieses phänomenalen Finales der zweiten "Daredevil: Born Again"-Staffel.
Aber auch danach gelang es der Episode, meine anfängliche Erwartungshaltung in vielerlei Hinsicht zu untergraben. So läuft die vorhergehende Konfrontation im Gerichtssaal hier nicht etwa auf einen weiteren physischen Kampf zwischen Daredevil und Kingpin hinaus. Vielmehr greift Matt hier ein, um die Gewalt zu stoppen, und seiner Nemesis klar zu machen, dass es vorbei ist. Er will weitere Opfer vermeiden – selbst wenn das bedeutet, Wilson davon zu überzeugen, einen Deal anzunehmen, bei dem dieser letztendlich deutlich besser aussteigt als Matt selbst. Denn während wir ersteren ganz am Ende in einer Zelle sitzen sehen, macht es sich Wilson an einem paradiesischen Strand gemütlich. Natürlich, wirklich glücklich ist er dort ohne seine Vanessa – und ohne jegliche Macht – nicht. Dennoch, wirklich gerecht erscheint dieses Ende nicht. Doch genau das war wohl der Punkt, den "Das Kreuz des Südens" machen wollte: Matt nimmt dieses Opfer bewusst in Kauf, um Wilsons Schreckensherrschaft und das Blutvergießen zu beenden. Jedenfalls war sein "It's over, for both of us" für mich ein weiterer ganz starker Moment dieses Finales. Davor schockierte mich die Brutalität, die Wilson Fisk gegenüber den Demonstranten die ins Gerichtsgebäude gelangt sind an den Tag legte. Diese haben sich ihr Schicksal definitiv nicht verdient. Bei den Szenen, in denen eben diese Personen, teils mit Daredevil-Maske, das Gerichtsgebäude umstellen bzw. stürmen musste ich auch ein bisschen an "V wie Vendetta" denken (wo ja ebenfalls ein Mob mit Fawkes-Masken auftritt).
Die letzte hervorstechende Szenen waren dann Karen und Matt im Diner (die sich auch sehr schön mit dem anfänglichen Flashback zu glücklicheren Zeiten zwischen den beiden spiegelte), wo Matt mit Bedauern meint "Ich hatte gehofft, wir hätten mehr Zeit", und Matt dann eben aufgrund seiner Aussage vor Gericht verhaftet wird. Last but not least fand ich auch das neuerliche Wiedersehen mit Jessica Jonjes sehr schön. Diese bekommt hier ebenfalls einen netten Abschluss ihres Mini-Handlungsstrangs der zweiten Staffel, mit einer von mir unerwarteten Cameo (die ich deshalb hier auch nicht spoilern würde) – die sich allerdings in meinen Augen (zusammen mit dem kurzen Blick auf Mr. Charles und seinen jüngsten Rekruten, sowie dem Türschild) als typische Marvel-Post Credits-Szene besser gemacht hätte. So oder so: Damit, der sich die Muse-Maske aufsetzenden Heather Glenn, sowie Matts Verhaftung, ist jedenfalls eine spannende Ausgangssituation für die dritte Staffel gegeben.
Fazit:
Ich bin ja mittlerweile mit Höchstwertungen enorm knausrig, aber "Das Kreuz des Südens" war schon verdammt nah dran. Generell war die zweite Staffel von "Daredevil: Born Again" für mich bislang die stärkste Season mit dem maskierten Rächer (sprich: Das schließt die alte Netflix-Serie mit ein). Das Staffelfinale überraschte mich dabei vor allem auch mit einer neuen Art der Konfrontation zwischen Matt und Wilson. Zudem gab es zahlreiche starke Momente, wie wenn Matt seine Doppelidentität preis gibt, er Wilson dazu überredet, mit dem Kämpfen aufzuhören, oder auch der Ausgang des Geschehens, der alles andere als gerecht erscheint, aber wohl notwendig war, um die Spirale der Gewalt (vorerst?) zu durchbrechen, und eine weitere Eskalation zu verhindern. Und stark gespielt, inszeniert und musikalisch untermalt war das Ganze auch. Jedenfalls freue ich mich nach dieser starken Season schon enorm auf die – zum Glück trotz den ihrer Qualität nicht gerecht werdenden Abrufzahlen bereits bestätigte – dritte Staffel.