Originaltitel: Though the Heavens Fall Episodennummer: 5x06 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 06. Mai 2026 (Amazon Prime) Drehbuch: David Reed Regie: Catriona McKenzie Besetzung:
Karl Urban als Billy Butcher,
Jack Quaid als Hughie Campbell,
Antony Starr als Homelander,
Erin Moriarty als Starlight,
Laz Alonso als Mother's Milk,
Chace Crawford als The Deep,
Tomer Capon als Frenchie,
Karen Fukuhara als Kimiko Miyashiro,
Nathan Mitchell als Black Noir II,
Colby Minifie als Ashley Barrett,
Susan Heyward als Sister Sage,
Valorie Curry als Firecracker,
Daveed Diggs als Oh Father,
Jensen Ackles als Soldier Boy,
Aya Cash als Stormfront,
Mason Dye als Bombsight,
Naoko Mori als Golden Geisha,
Darius Rathe als Tanner,
Derek Boyes als Big Chief Apache,
Sharon McFarlane als Hot Flash u.a.
Kurzinhalt:
Die Boys vermuten, dass sich die letzte Dosis V1 im Besitz des Superhelden Bombsite befinden, der sich nun bereits seit Jahrzehnten aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Dementsprechend ist auch sein Aufenthaltsort unbekannt. Man hofft, dass seine frühere Freundin Golden Geisha wissen könnte, wo er steckt. Um mit ihr zu reden, wenden sie sich jedoch zuerst an The Legend. Als das Treffen zwischen ihm, Kimiko und Golden Geisha dann nicht so verläuft wie erhofft, sehen sich die Boys zu einem drastischen Schritt gezwungen, um Bombsite aus seinem Versteck zu locken. Parallel dazu wechselt Sister Sage überraschend die Seiten, als sie in Homelander eine Bedrohung für ihre eigenen Pläne für die Zukunft sieht. The Deep ist indes erschüttert, als es zu einem verheerenden Leck einer Pipeline kommt, für die er zuvor noch gebürgt hat. Als sich herausstellt, dass Black Noir II dafür verantwortlich ist, sieht er rot…
Review:
Kurz vor dem Ende der Serie gibt es bei "Golden Geisha" nochmal ein Wiedersehen mit Paul Reiser als The Legend. Mehr noch als dessen – widerwillige – Hilfe für die Boys hatte es mir dann aber angetan, wie es ihm am Ende gelingt, sich nachdem er von Homelander aufgespürt wurde aus der Situation herauszuwinden. Von diesem coolen Moment abgesehen muss ich aber gestehen, dass mir nichts gefehlt hätte, wenn wir The Legend in der letzten Staffel nicht mehr zu Gesicht bekommen hätten. Interessanter war da schon alles rund um Golden Geisha. Diese lehnte es ab, V1 zu nehmen, da sie nicht unsterblich werden wollte – was letztendlich zum Bruch ihrer Beziehung mit Bombsite führte. In weiterer Folge stellt sich heraus, dass Kimiko und Annie ihre Sichtweise teilen. Sie haben kein Interesse daran, ewig zu leben – und mitansehen zu müssen, wie die von ihnen geliebten Frenchie und Hughie alt werden und sterben, während sie ewig jung bleiben. Die betreffenden Szenen, wo eben dies diskutiert wurde, waren für mich die Highlights der Folge.
Interessant fand ich darüber hinaus, dass Sister Sage hier nun die Seiten wechselt. Seit der letzten Folge wissen wir ja endlich, was sie will, und auch wenn ihr Plan eines Weltuntergangs, woraufhin sie dann ihre Ruhe hätte (und eben dies wäre ihr das Wichtigste) sicherlich nichts ist, was man als Zuschauer:in unterstützt, ist die Entwicklung grundsätzlich positiv (auch wenn sich am Ende dann herausstellt, dass sie mit ihrer Einschätzung falsch lag; aber dazu gleich noch). Aus meiner Sicht wird auch zunehmend die Loyalität von The Deep auf die Probe gestellt. Hier ist er dazu gezwungen, eine Pipeline nicht nur als völlig harmlos, sondern für das Leben im Meer sogar eine gute Sache darzustellen, nur um unmittelbar darauf mit den düsteren Konsequenzen konfrontiert zu werden. Im ersten Moment mag sich sein Zorn an Black Noir II richten; doch wird es dabei bleiben? Vor allem auch, wenn Homelander ihm weiterhin die so dringend benötigte Wertschätzung verwehrt, habe ich daran ernste Zweifel. Trotz ein paar düsterer Entwicklungen gab es bei "Golden Geisha" aber, wie von "The Boys" nicht anders gewohnt, auch wieder einiges an Humor; nicht zuletzt rund um die VMC-Kinos, die wir zu Beginn besuchen, sowie den The Deep-Popcorn-Eimer (eine Anspielung an den legendären "Dune"-Kübel). Insgesamt konnte mir "Golden Geisha" also grundsätzlich gut gefallen (wenn auch nicht übermäßig begeistern). Nur mit der Entwicklung am Ende war ich nicht glücklich. Für eine Serie, die sich ansonsten damit rühmt, mit Genre-Gepflogenheiten zu brechen, war dieser düstere, vermeintlich überraschende (für mich hingegen vielmehr vorhersehbare) Twist, nämlich erstaunlich konventionell. Im Vergleich zu anderen Wegen, die "The Boys" hätte einschlagen können – insbesondere natürlich im Hinblick auf den moralischen Zwiespalt, ob man tatsächlich den Virus ein- bzw. freisetzen und so Massenmord begehen kann, "nur" um Homelander zu vernichten – finde ich diesen jedenfalls leider so ziemlich am uninteressantesten.
Fazit:
Am besten gefiel mir an "Golden Geisha" die Auseinandersetzung mit der Unsterblichkeit. Aber auch, wie es The Legend gelingt, sich als er von Homelander aufgespürt wird aus der Affäre zu ziehen, war nett. Und auch die Entwicklungen rund um Sister Sage sowie The Deep waren nicht uninteressant. Leider hat mich just das Ende enttäuscht, da "The Boys" hier in meinen Augen so ziemlich den uninteressantesten – und konventionellsten – Weg geht, was ich gerade auch bei dieser sonst oftmals so frechen, unorthodoxen Serie ein bisschen schade fand. Zumal ich an dieser Entwicklung auch nichts überraschend und/oder schockierend fand; vielmehr war mir viel zu früh klar, dass es genau darauf hinauslaufen würde. Aber ja, mal schauen, was "The Boys" in weiterer Folge aus dieser Ausgangslage nun macht.