Daredevil: Born Again - 2x07: Hasserfüllte Dunkelheit
< Vorherige Episode | Nächste Episode >
Originaltitel: The Hateful Darkness Episodennummer: 2x07 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 29. April 2026 Drehbuch: Heather Bellson Regie: Iain B. MacDonald Besetzung:
Charlie Cox als Matt Murdock / Daredevil,
Vincent D'Onofrio als Wilson Fisk,
Margarita Levieva als Heather Glenn,
Arty Froushan als Buck Cashman,
Nikki M. James als Kirsten McDuffie,
Michael Gandolfini als Daniel Blake,
Clark Johnson als Cherry,
Deborah Ann Woll als Karen Page,
Genneya Walton als BB Urich,
Wilson Bethel als Benjamin Poindexter,
Krysten Ritter als Jessica Jones,
Hamish Allan-Headley als Powell,
Ruibo Qian als Angie Kim,
Jeremy Isaiah Earl als Cole North,
Camila Rodriguez als Angela,
Matthew Lillard als Mr. Charles,
Ty Jones als AG Steverud,
John Benjamin Hickey als District Attorney Hochberg,
Lili Taylor als Governor McCaffrey,
Dede Lovejoy als Chief Justice Waters,
Dustin Tucker als Judge Grimes,
John Hedges als Judge Luna u.a.
Kurzinhalt:
Bei den Protesten gegen Wilson Fisk wurde Karen Page verhaftet. Nun wird ihr, unter dem neu geschaffenen Gesetz gegen maskierte Rächer, der Prozess gemacht. Der zuletzt untergetauchte Matt Murdock kommt wieder an die Öffentlichkeit, um neben Kirsten McDuffie ihre Verteidigung zu übernehmen. Bei ihrer ersten Befragung nehmen sie Powell, Anführer der AVTF, in die Mangel. Nach dem Verhandlungstag werden die beiden von Agenten der Anti-Maskierten-Einheit angegriffen. Beide entkommen, Matt wird dabei jedoch von einem Schuss ins Bein getroffen. Parallel dazu lässt Fisk einen Anschlag auf Gouverneurin McCaffrey verüben, der jedoch von Poindexter vereitelt wird. Daniel wird von Buck unter Druck gesetzt, ihm BB auszuliefern. Und nachdem sie und ihre Tochter zu Hause angegriffen wurden, stellt Jessica Jones den geheimnisvollen Mr. Charles zur Rede…
Review:
Die Serie "Daredevil: Born Again" brachte uns zwar – no na – ein Wiedersehen mit dem titelspendenden Superhelden; auf Matt Murdock auf Anwalt mussten wir bislang aber weitestgehend verzichten. "Hasserfüllte Dunkelheit" rückt nun diese zweite Persona des maskierten Rächers, in der er eben früher auch (quasi als helles Gegenstück zu seinem nächtlichen Alter Ego) für Gerechtigkeit gekämpft hat, ebenfalls wieder ins Rampenlicht. Der Grund, warum es Matt Murdock nachdem er sich zuletzt versteckt hat nun doch wieder in die Öffentlichkeit zerrt – und ihn dieses Risiko auch im Hinblick auf einen Angriff durch die AVTF (da Wilson Fisk seine Doppelidentität ja kennt) – war dabei so klar wie überzeugend: Der Prozess gegen Karen Page. Wer, wenn nicht sie – bzw. ihre entsprechende gerichtliche Notlage – hätte das wohl auslösen können? Jedenfalls fand ich es sehr schön, Matt auch endlich wieder einmal in dieser Rolle zu sehen.
Schön fand ich zudem, dass man Krysten Ritter nicht einfach nur für einen Ein-Episoden-Gastauftritt zurückgeholt hat, sondern es auch hier ein Wiedersehen mit ihr gibt; zuerst beim Besuch von Mr. Charles (wo auch deutlich wird, dass es sich bei jenem Superhelden, der sein Angebot im Gegensatz zu Jessica nicht abgeschlagen hat, um Luke Cage handelt), später dann aber auch, als sie wider Erwarten doch wieder bei Matt aufschlägt – was es auch sehr wahrscheinlich macht, dass wir sie auch im Staffelfinale nochmal sehen werden. Poindexter setzt indes seine Wiedergutmachungs-Storyline fort, als er auf Wunsch von Matt Gouverneurin McCaffrey vor dem von Fisk geschickten Attentäter beschützt; auch das war eine durchaus interessante Entwicklung. Und nicht zuletzt inszenatorisch bzw. optisch war auch "Hasserfüllte Dunkelheit" wieder überaus fein. Dafür war die psychologische Komponente, die es mir insbesondere auch bei der zweiten Staffel von "Daredevil: Born Again" so angetan hatte, bei früheren Folgen auch schon etwas ausgeprägter. Zudem gelang es "Hasserfüllte Dunkelheit" (bzw. Darsteller Michael Gandolfini) auch hier wieder nicht, mich eine Bindung zu bzw. Sympathie für Daniel empfinden zu lassen. Dafür hat der bislang zu willig Fisks Spiel mitgespielt, als dass mir sein Umdenken im Hinblick auf BB gereicht hätte, um ihn zu rehabilitieren (und mich dementsprechend auch bei dem Schicksal, dass ihn hier ereilt, mit ihm mitfühlen zu lassen). Last but not least kann ich auch noch nicht wirklich einordnen, wo man mit Dr. Glenn hin will. Mir ist ihr Verhalten schon plausibel, im Gegensatz zu einigen anderen Figuren fehlt mir hier aber ein bisschen die Weiterentwicklung. Aber vielleicht wird ja nun der Prozess von Karen Page – und ihre bevorstehende Aussage in eben diesem –die Initialzündung dazu liefern.
Fazit:
Die letzten paar Episoden davor fand ich zwar stärker, dennoch konnte mir auch "Hasserfüllte Dunkelheit" wieder sehr gut gefallen. Am besten fand ich dabei, Matt endlich mal wieder nicht "nur" als Daredevil, sondern auch als Anwalt – bzw. Verteidiger – im Einsatz zu sehen. Die Anklage gegen Karen Page bot dazu halt auch generell die perfekte Gelegenheit, da man auch als Zuschauer:in unweigerlich mit ihr mitfiebert. Nicht ganz so packend fand ich den parallelen Handlungsstrang rund um Daniel; der Serie gelang es leider bis zuletzt nicht, ihn in meinen Augen zu rehabilitieren. Und bei Dr. Glenn tritt mir die Serie momentan ein bisschen zu sehr auf der Stelle. Dafür freute ich mich über das neuerliche Wiedersehen mit Jessica Jones (ich hatte eigentlich nur mit einem einmaligen Gastauftritt gerechnet). Und auch alles rund um Benjamin Poindexter, und wie dieser hier wieder einmal versucht, für seine früheren Taten Wiedergutmachung zu leisten, fand ich interessant. Wie gesagt, die Folgen davor mag ich noch eine Spur besser gefunden haben, dennoch bewegt sich die zweite "Daredevil: Born Again"-Staffel bislang konstant auf einem beachtlich hohen Niveau.