Originaltitel: Westworld Destroyed Episodennummer: 1x01 Bewertung: Erstausstrahlung US: 05. März 1980 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Lou Shaw Regie: Ted Post Besetzung:
Jim McMullan als John Moore,
James Wainwright als Simon Quaid,
Judith Chapman als Laura Garvey,
William Jordan als Joseph Oppenheimer,
Stewart Moss als Foley,
Dennis Holahan als Capt. Farrell,
Morgan Paull als Parker,
John Kirby als Dudley,
Paul Henry Itkin als Horton,
Mo Lauren als Jan,
Nancy Harewood als Roberta,
Nicholas Guest als Sailor,
Lawrence Levine als Technician,
Cassandra Peterson als Dance Hall Girl,
Edward Coch Jr. als Chubby Gunman,
Alex Kubik als The Gunfighter u.a.
Kurzinhalt:
Nach der Roboter-Revolte im Freizeitpark Westworld – die dann auch auf die angrenzenden Themengebiete übergegriffen hat – beauftragt Delos den Mitarbeiter John Moore damit, sich mit den unmittelbaren Nachwirkungen der Katastrophe auseinanderzusetzen. Nach einer kurzen Krisensitzung in der Delos-Firmenzentrale in Los Angeles bricht er zusammen mit Laura Garvey und Joseph Oppenheimer nach Westworld auf, um den Schaden zu besichtigen. Dabei werden sie von kurzzeitig wieder reaktivierten Robotern angegriffen. Wie sich zeigt, stehen diese unter der Kontrolle des ehemaligen Mitarbeiters Simon Quaid, der das Unternehmen im Streit verlassen hat. Er arbeitet nun auf eigene Faust daran, seine Pläne in die Tat umzusetzen, wofür er einen täuschend echt aussehenden Roboter in die Crew eines Atom-Uboots eingeschleust hat. Als John Moore eben darauf Hinweise findet, gilt es, Quaids Agenten an Bord zu identifizieren und auszuschalten…
Review:
Vor zehn Jahren hat die Serienadaption "Westworld" von Jonathan Nolan und Lisa Joy im Genre hohe Wellen geschlagen. Sie zählt für mich nach wie vor zum Besten, was wir in den letzten zwei Jahrzehnten an Genre-Unterhaltung spendiert bekamen (zusammen mit – unter anderem – "The Expanse") – weshalb ich nach wie vor sehr verbittert darüber bin, dass die Serie nach vier Staffeln abgesetzt, und damit die fortlaufende Handlung quasi abgebrochen, wurde (ich hoffe nach wie vor, dass man bei HBO zu Sinnen kommt, und zumindest, sowie bei "Deadwood", einen abschließenden TV-Film in Auftrag gibt). Dessen ungeachtet: Zur Premiere der Serie vor knapp zehn Jahren dürfte vielen nicht bewusst gewesen sein, dass es davor bereits einen – überaus kurzlebigen – Versuch einer TV-Adaption gab. Und bevor ihr jetzt glaubt, ich will mich als allwissender Genre-Experte hervortun: Das schloss mich mit ein. Erst im "Wortvogel"-Blog von Torsten Dewi wurde ich auf "Beyond Westworld" aufmerksam – und neugierig. Damals ziemlich bald gesichtet, passt sie perfekt in meinen aktuellen Retro-Schwerpunkt von auf Filmen basierenden Serien der 70er/80er.
Dabei unterscheidet sich der Zugang hier von jenem der zuvor besprochenen "Planet der Affen" und Logan's Run". Dort übernahm man ja das Konzept des Ursprungsfilms, erzählte diesen quasi (wenn auch in abgewandelter Form) nach, um im Anschluss dann eine völlig neue Geschichte zu erzählen. Demgegenüber knüpft "Beyond Westworld" (dessen Titel sowohl wortwörtlich als auch konzeptionell zu verstehen ist) an Michael Crichtons "Westworld"-Film an; allerdings auch wirklich nur an diesen. Sprich: Die Kinofortsetzung "Futureworld", wird inhaltlich ignoriert – während man sich aber was das Grundkonzept betrifft stark an dieser orientiert. Genauer gesagt: Die Idee, Roboter-Duplikate von echten Menschen in die Welt hinauszuschleusen, um so quasi die Welt zu erobern. Eben dafür ist in der Serie nun der Bösewicht Simon Quaid zuständig. In der ersten Folge hat er sich dafür ein Atom-U-Boot der US-Marine als Ziel ausgesucht. Dabei wird auch gleich deutlich, worin "Beyond Westworld" zu einem Großteil seinen Reiz bezieht: Nämlich der Frage, bei wem es sich um einen Roboter handelt. "Westworld Destroyed" spielt damit wie ich finde ganz besonders geschickt: Von Beginn an wird deutlich, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um entweder den Captain oder den Ersten Offizier handeln muss – doch wer von ihnen ist es denn nun?! Daraus bezieht "Westworld Destroyed" doch einiges an Spannung. Von diesem Punkt abgesehen hatte es mir insbesondere noch der Auftakt angetan, in dem es nochmal kurz in den Westworld-Park zurückgeht. Als Überleitung vom Film zur Serie fand ich das schon ganz nett.
Davon abgesehen muss man aber sagen, dass die Serie quasi von Beginn an nicht den Eindruck vermittelt, etwas besonderes zu sein, und dementsprechend auch ihre kurze Lebensdauer keine große Überraschung ist. Schon allein das Intro, in dem offensichtlich einfach ein Regensturm über die (bei schönem Wetter entstandenen) Aufnahmen drübergelegt wurde, mutet unfreiwillig komisch an. Es erscheint auch schwer vorstellbar, dass ein solches Desaster mit unzähligen Todesopfern keine gravierenderen Auswirkungen auf Delos haben würde, als es hier den Anschein hat. Die Idee rund um die unterschiedlichen Achillesfersen der Roboter erscheint auch sehr verkrampft, um das sich aus dem Ende des Films ergebende Problem – wo sich zeigt, dass zumindest die eine Roboter-Frau alles andere als wasserfest war, was es aber halt doch etwas zu leicht gemacht hätte, sie auszuschalten – zu umgehen. Und die Szene rund um die Roboter-Schlage war auch eher unfreiwillig komisch. Wie der ganze die Reise des U-Boots unterbrechende Aufenthalt im Hafen sehr beliebig wirkte, um a) John Moore auf Simon Quaid treffen zu lassen und b) eben diese bedrohliche Situation einbauen zu können. Ich denke, es hätte mir besser gefallen, wenn es hier erstmal bei einem Fernduell geblieben, und man generell nach der Ankunft von John und Laura auf dem U-Boot eben dort geblieben wäre.
Fazit:
"Beyond Westworld" mag zwar an Michael Crichtons Film anknüpfen, orientiert sich inhaltlich aber stärker an "Futureworld" (den man wiederum inhaltlich ignoriert), wo es darum ging, einen Plot zu vereiteln, mit dem man wichtige Persönlichkeiten der Weltpolitik durch ferngesteuerte Roboter ersetzen will. Hier nun versucht Serien-Bösewicht Simon Quaid ein U-Boot unter seine Kontrolle zu bekommen, in dem er ein Besatzungsmitglied mit einem Roboter austauscht. Ob es sich dabei um den Kapitän oder den Ersten Offizier handelt, ist dabei jene Frage, aus denen "Westworld Destroyed" seinen hauptsächlichen Reiz bezieht. Davon abgesehen hatte es mir insbesondere noch der kurze Auftakt im zerstörten Westworld-Themenpark (der als Bindeglied zwischen Film und Serie dient) angetan. Demgegenüber steht der unglücklich inszenierte Regensturm im Intro, sowie unfreiwillige Einlagen wie der Angriff mit der Roboter-Schlange. Auch produktions- sowie besetzungstechnisch macht "Beyond Westworld" bereits beim Auftakt "nur" einen bestenfalls soliden Eindruck – was wohl zu wenig war, um sowohl die Senderverantwortlichen als auch das Publikum zu überzeugen.