Originaltitel: One-Shots Episodennummer: 5x04 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 29. April 2026 (Amazon Prime) Drehbuch: Judalina Neira Regie: Philip Sgriccia Besetzung:
Karl Urban als Billy Butcher,
Jack Quaid als Hughie Campbell,
Antony Starr als Homelander,
Erin Moriarty als Starlight,
Laz Alonso als Mother's Milk,
Chace Crawford als The Deep,
Tomer Capon als Frenchie,
Karen Fukuhara als Kimiko Miyashiro,
Nathan Mitchell als Black Noir II,
Colby Minifie als Ashley Barrett,
Cameron Crovetti als Ryan,
Susan Heyward als Sister Sage,
Valorie Curry als Firecracker,
Daveed Diggs als Oh Father,
Giancarlo Esposito als Stan Edgar,
Jensen Ackles als Soldier Boy,
Jared Padalecki als Mr. Marathon,
Misha Collins als Malchemical,
P.J. Byrne als Adam Bourke,
W. Earl Brown als Reverend Greg Dupree,
Nia Cummins als Truthbomb Producer,
Liam Marshall als 'Robin Gibb' Thespian,
Deborah Lobban als Waitress u.a.
Kurzinhalt:
Bei Vought bereitet man alles darauf vor, um die Democratic Church of America zu gründen, und von ihr Homelander zum neuen – und einzig wahren – Gott ausrufen zu lassen. Nach außen hin scheint Firecracker die Pläne zu unterstützen, in ihrem Inneren brodelt es jedoch, wurde sie doch religiös – nach der "echten" Bibel – erzogen. Ein Treffen mit ihrem alten Priester, der ihr von seinen Problemen mit Anhängern der neuen Kirche berichtet, verschärft ihre Glaubenskrise. Als Homelander ihr einen weiteren Propagandatext für ihre Sendung gibt, in dem sie auch ihren früheren Priester als Terroristen entlarven soll, muss sie endgültig entscheiden, wem ihre Loyalität gilt. The Deep versucht indes weiterhin verzweifelt, Homelanders Anerkennung zu gewinnen. Black Noir II probt insgeheim am Theater; eine Rolle, mit der er auch hofft, von Vought entfliehen zu können. Die Boys sind indes nach wie vor auf der Suche nach V1 – was selbst an Butchs Hund Terror nicht spurlos vorübergeht. Aber auch Homelander möchte das Mittel nach wie vor unbedingt an sich bringen, um unsterblich zu werden. Zusammen mit Soldier Boy sucht er eben deshalb einen alten Bekannten seines Vaters auf…
Review:
Am stärksten fand ich an "Jesus vs. Homelander" den Handlungsstrang rund um Firecracker. Als nicht, dass ich am Ende mit ihr mitgefühlt hätte. Sie war eine komplette Spinnerin, und was sie in ihrer blinden Liebe für Homelander alles für ihn getan hat, ist unentschuldbar. Mir gefiel aber die Aussage dahinter, die sich im Lohn wiederfindet, den sie eben für all das, und ihre unerschütterliche Loyalität ihm gegenüber, hier nun erhält. Bereits in der letzten Folge haben wir gesehen, wie schockiert sie ursprünglich auf seine Ankündigung reagierte, sich zum Gott ausrufen zu lassen. Ein Konflikt, der hier im Gespräch mit ihren alten Priester nochmal verstärkt wird. Dann soll sie in ihrer Sendung eben diesen als Terroristen entlarven, um die Verwüstung seiner Kirche zu rechtfertigen. Man merkt, wie schwer ihr dies fällt (Valorie Curry spielt dies – wie ja generell ihre Figur im Verlauf der Serie – wirklich herausragend) – und doch entscheidet sie sich auch in diesem entscheidenden Moment für Homelander. Und was ist der Dank? Just als sie ihm ihre Liebe gesteht, und ihrer uneingeschränkten Loyalität versichert, bringt er sie kaltblütig um. Man muss die Figur echt nicht mögen, um an dieser Stelle trotz allem zumindest ein bisschen mit ihr mitzufühlen.
Firecracker ist jedoch nicht die einzige Figur, die hier näher beleuchtet wird. "Jesus vs. Homelander" machte auf mich den Eindruck, dass man diese möglicherweise letzte Gelegenheit nutzen wollte, um kurz vor dem Ende nochmal auf ein paar Charaktere aus der zweiten Reihe etwas näher einzugehen. So sehen wir hier, wie Black Noir II an den Proben eines Stücks teilnimmt, dass von Adam Bourke inszeniert wird. Doch der auf ihn eifersüchtige The Deep (da Black Noir II genau jene Anerkennung von Homelander genießt, nach der er sich so verzweifelt sehnt) zerstört seine Träume, in dem er Bourke ermordet. Dessen Todesszene ist dann ganz bewusst als Persiflage auf eben solche, übertrieben theatralisch inszenierte Momente angelegt; dies ändert aber nichts daran, dass es aufzeigt, wie brüchig die Verbindung zwischen den Seven ist. In einem kürzeren Segment erhalten wir dann auch Einblick in eine der mysteriösesten Figuren, Sister Sage, und erfahren auch endlich, worin genau ihr Plan bzw. ihr Ziel besteht (was wiederum auf wunderbare Weise die Brücke zu ihrer Rekrutierung durch Homelander schlägt, weil auch dort sagte sie ihm ja, dass sie eigentlich nur allein sein – und gelassen werden – will). Eher eigenwillig fand ich dann jenes Segment, welches aus Sicht von Butchers Hund Terror erzählt wird (im Übrigen auch das einzige, wo wir bei den Boys vorbeischauen; der Rest von "Jesus vs. Homelander" ist für die Seven reserviert). Es passt zwar zum absurden Charakter der Serie, ich persönlich hätte es aber nicht gebraucht, und die (Lauf-)Zeit wohl lieber in einer anderen, "echten" Figur investiert gesehen. Dafür dreht die Episode dann zum Ende hin noch einmal so richtig auf. Dort präsentiert "Jesus vs. Homelander" eine Fülle an Gastauftritten, darunter Seth Rogen (einer der Produzenten der Serie), Will Forte, Craig Robinson, Kumail Nanjiani und Christopher Mintz-Plasse, die sich allesamt selbst spielen, und im blutigen Showdown auf brutale Art und Weise den Tod finden. Vor allem aber kommt es mit den Auftritten von Misha Collins und Jared Padalecki zu einer abgefahrenen "Supernatural"-Reunion, welche die Herzen der Fans der Serie höher schlagen lassen dürfte (ich selbst kann es mangels Kenntnis leider nur bedingt nachvollziehen, fand die Idee aber dennoch cool).
Fazit:
Kurz vor dem Ende der Serie nimmt sich "The Boys" Zeit, um ein paar Figuren aus der zweiten Reihe näher zu beleuchten. Die Minuten, die man dabei in Terror – ja, Butchers Hund – investiert hat, wären zwar in meinen Augen woanders besser investiert gewesen (es passte zwar zum absurden Ton der Serie, im Gegensatz zu den anderen Segmenten hielt sich aber der Erkenntnisgewinn in argen Grenzen). Zudem wirkt "Jesus vs. Homelander" aufgrund der Perspektivwechsel mitunter ein bisschen zerfahren. Dafür hatte es mir insbesondere Firecrackers Dilemma – und ihr Schicksal am Ende – durchaus angetan. Und die Cameos im letzten Drittel waren ebenfalls witzig, und werteten die Folge für mich auf.